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Gitschener Post - Herbst 1997
Nr. 1 / Herbst / Winter 1997/1998
Editorial
Liebe Freunde von Gitschenen, stolz
stellen wir Ihnen heute die erste Nummer der Gitschener
Post vor! Diese jüngste Zeitung im schweizerischen Blätterwald wird Sie in
Zukunft zweimal jährlich mit den neusten Nachrichten von Gitschenen und
Umgebung vertraut machen.
Bisher haben wir Ihnen einmal pro Jahr
das Kursprogramm des Alpenkurszentrums offerieren können. Jahr für Jahr ist
dieses zwar immer aufwendiger gestaltet worden, wir konnten aber nie all die
Informationen unterbringen, welche wir Ihnen auch sonst noch gerne über
Gitschenen und seine Umgebung mitteilen wollten. So kam bei uns die Idee auf,
eine Zeitung zu machen, in welcher nebst dem Kursprogramm auch noch Platz für
Interessantes und Informatives aus der Umgebung ist.
Mit der Zeitung erhalten Sie als
Beilage das Kursprogramm 1998 des Alpenkurszentrums. Wir würden uns freuen,
wenn das eine oder andere Thema aus dem reichhaltigen Kursangebot Sie ansprechen
sollte. Unsere Kurse sind gut besucht. Melden Sie sich deshalb bitte frühzeitig
an.
Mit freundlichen, alpinen Grüssen
Neuer Naturlehrpfad auf Gitschenen - zum Verständnis und zum Geniessen
Zum Verständnis: Der neue
Naturlehrpfad Gitschenen soll zum Verständnis der Kultur- und Naturlandschaft
und der Bergebietsproblematik beitragen. Zum Geniessen: Der Naturlehrpfad
Gitschenen ist so angelegt, dass er von jung und alt ohne grosse Anstrengung
begangen werden kann, im wahrsten Sinne des Wortes die Natur genossen werden
kann. Am Sonntag 31. August 1997 wurde der Naturlehrpfad Gitschenen eingeweiht.
„Wenn wir die Bergstation der
Seilbahn St. Jakob-Gitschenen verlassen, befinden wir uns in einer herrlichen
Kulturlandschaft, umrahmt von einer eindrucksvollen Bergwelt.“ Mit diesem Satz
beginnt der Faltprospekt, der eigens zum Naturlehrpfad Gitschenen herausgegeben
wurde. Die naturkundlichen Schönheiten und Eigenheiten dieser Landschaft hat
Walter Brücker beschrieben. Die Fotos dazu lieferte Georges Eich. Beide haben
sich mit grossem Engagement für diesen Naturlehrpfad eingesetzt.
Chneuwis - Schrindihaus -Geissboden
Der Weg führt von der Bergstation der
Seilbahn Richtung Chneuwis. „Die Mähwiesen beiderseits des Weges bestehen aus
den typischen Goldhaferwiesen, in denen sich je nach Düngerangebot
Wald-Storchschnabel, Schlangenknöterich und Blacken breitmachen. Im Frühling
sind die Wiesen mit Krokus und Soldanellen übersät. Das Feuchtgebiet und der Tümpel
vor dem Heimwesen Chneuwis zeigen, dass der Boden in den Senken kein Wasser
versickern lässt. Bulten mit Torfmoosen und wassergefüllte Schlenken mit
verschiedenen Seggen und Fieberklee wechseln in rascher Folge“, schreibt
Walter Brücker. Gegen das Schrindihaus sieht man ein ausgedehntes Flachmoor.
Diese Feuchtgebiete sind entsprechend auch Lebensräume für zahlreiche Tiere.
Im Garten beim Chneuwis wachsen Kräuter, zum Beispiel Minze und Frauenmantel,
die zur Teebereitung gesammelt und ins Unterland geliefert werden.
„Hinter Chneuwis können wir die
Abfolge von trockeneren durchlässigen Karstböden und von feuchten Stellen mit
dem Weissen Hahnenfuss ablesen.“ Und der Rundweg führt zur Alp Geissboden.
Walter Brücker im Prospekt: „Hier ist die Vegetation sehr farbenfroh mit
Blaugras, gelber Felsenprimel, Kreuzblume und Erika als Frühlingsblüher... Im
Herbst fallen der Blaue Eisenhut, das Alpen-Kreuzkraut und die violett-blaue
Bergflockenblume auf.“ Der Naturlehrpfad erreicht den breiten Weg, der
Richtung Sulztal führt. Der Rundgang aber führt zurück zur Kapelle und zum
Bergrestaurant bei der Bergstation der Seilbahn.
Einweihung
Die Einweihungsfeier des
Naturlehrpfades Gitschenen am Sonntag 31. August 1997 begann mit dem
Gottesdienst in der Betrufkapelle. Diese Feier war von der Brass Band
Maschwanden (Kanton Zürich), deren Vereinsreise zufälligerweise an diesem
Wochenende nach Gitschenen geführt hatte, mitgestaltet worden. Auch das
musikalische Ständchen vor und nach der Messe passte wunderbar in die
Kulturlandschaft. Die eigentliche Einsegnung des Naturlehrpfades nahm Pfarrer
lsidor Truttmann dann vor Ort vor, und zwar auf dem neuen Rastplatz bei der Alp
Geissboden. Der Präsident der Verkehrs- und Wanderwegkommission, Hans Arnold,
und die Gemeindepräsidentin von Isenthal, Margrit Arnold, durften zahlreiche Gäste
begrüssen. Sie erinnerten an die Entstehung des Naturlehrpfades, überhaupt an
das Engagement der Gemeinde um seine Zukunft und dankten allen, die zum Gelingen
dieses Projektes beigetragen hatten. Das „Echo vom Gandispitz“ umrahmte die
Einweihung und verschönerte das gemütliche Beisammensein.
Umweltschutz in Isenthal
Die Verkehrs- und Wanderwegkommission
der Gemeinde Isenthal (Verkehrsverein Isenthal) hat zusammen mit der
Wegbaugenossenschaft Gitschenen und der Projektgruppe „midänand wyyterslüägä“
einen Faltprospekt zum Naturlehrpfad Gitschenen herausgegeben. Die Gemeinde
Isenthal erhielt 1994 den Urner Umweltschutzpreis zuerkannt für das Engagement
zur Erhaltung der Naturlandschaft und der nachhaltigen Entwicklung im
Berggebiet. Dieser Faltprospekt ist mit diesem Preis finanziert worden. Die
Verwirklichung des Naturlehrpfades Gitschenen ist von verschiedenen Seiten
finanziell unterstützt worden, so auch von der Hanns-und-Gretl-Karr-Stiftung, Zürich.
Erschienen
im Urner Wochenblatt vom 6.9.97
Bergkapelle
Die Betrufkapelle ist das
“Denkzeichen” auf der Alp Gitschenen. Der schlichte Bau in klaren Formen,
der als Fixpunkt die Gestalt der Landschaft aufnimmt, wurde am 12. Juni 1994
eingesegnet. Mit Fenstern in vier Grundfarben und sparsam gesetzten,
symbolhaften Zeichen wurde ein stark meditativer Innenraum geschaffen. Ein
tragendes, gestalterisches Motiv des Kapellenbaus ist der Alpsegen, der Betruf,
der auf Gitschenen seit Jahrhunderten Brauch ist. Während der Sommerzeit kann
man die Betrufe von verschiedenen Alpen bis Gitschenen hören.
Zum Abschied von Alfons Müller-Marzohl
Alfons
Müller wurde am 5. Oktober 1923 als drittes Kind des Lehrers Josef Müller und
der Paulina, geborene Müller, in Flüelen geboren. 1941 lernte Alfons in
einem Ferienlager der Jungwacht auf der Alp Gitschenen Elsbet Marzohl aus Luzern
kennen, die dort als Köchin wirkte. Von da an blieb er sowohl mit Elsbet als
auch mit Gitschenen eng und treu verbunden.
In den Jahren 1963/64
erbauten Alfons und Elsbet auf Gitschenen ein Ferienhaus. Es war für Alfons der
Ort der Ruhe und Erholung, wo er Zeit für Wanderungen fand, sich in der Natur
entspannte und deren Schönheiten zu geniessen suchte. Er half der Bergbevölkerung
beim Heuen auch in steilem Gelände und liebte über alles die Arbeit beim
Holzen. Mit erstaunlicher Kraft und Ausdauer zerlegte er die Bäume fast im
Alleingang und ohne mechanische Hilfsmittel. Er lauschte dem Klang der Säge und
liess sich dadurch zurück in seine Jugendzeit tragen. Gerne erzählte er bei
solcher Gelegenheit vom Gruonbach in Flüelen und der harten Arbeit beim
Besorgen des nötigen Brennmaterials. Gitschenen bot Alfons den nötigen
Ausgleich zu seinen vielseitigen Strapazen, hier fand er Zeit zum Jassen oder zu
angeregten Diskussionen im Familien- und Freundeskreis. Hier zog es ihn nachts
hinaus, um den Sternenhimmel zu bestaunen und den grossen menschlichen Fragen
gegenüber zu verstummen.
Da sich Alfons stets
sehr mit Gitschenen verbunden fühlte, setzte er sich für dieses Fleckchen Erde
ganz besonders ein. Gemeinsam mit seinem Bruder Walter sorgte er für den Ausbau
des Wegnetzes, das von Jugendlichen in Fronarbeit erstellt wurde. Am meisten lag
ihm jedoch der Bau einer Kapelle auf Gitschenen am Herzen. Als Präsident des
Kappellenvereins bemühte er sich um eine moderne Form des Gebäudes, welches
doch bestens in die Berglandschaft passt. Persönlich setzte er sich für die
Finanzierung des Projektes ein, schrieb unzählige Bettelbriefe, bis endlich das
nötige Kapital beisammen war und mit dem Bau begonnen werden konnte. Die
Einweihung "seiner" Kapelle auf Gitschenen im Jahre 1994 gehört zu
den Höhepunkten und zu den grössten Freuden seiner späteren Lebensjahre.
Am 11. März 1997 ist
Alfons von uns gegangen. Wir alle vermissen ihn. Es fällt schwer, sein so
vielseitiges Leben auf einen Nenner zu bringen. Wir möchten dies mit den Worten
eines Freundes tun, der ihm kurz vor seinem Tod geschrieben hat: "Du bist
einer jener Menschen, die man nicht einfach sieht, sondern denen man
begegnet."
Die Trauerfamilie dankt
allen ganz herzlich für die mitfühlende und liebevolle Anteilnahme die Alfons
während seiner letzten Lebensphase und über den Tod hinaus erfahren durfte.
Die ausserordentlich zahlreichen Zeichen der Freundschaft und Wertschätzung
bedeuteten ihr Beistand und Trost. Viele erinnerten sich an eindrückliche
Begegnungen mit ihm und haben seine spontane Hilfsbereitschaft bestätigt. Gar
mancher durfte von Alfons Wertvolles auf den Lebensweg mitnehmen und hat durch
sein vielfältiges Werk eine Bereicherung erfahren. Mit grosszügigen Gaben für
Blumen und für Hilfswerke wurde er nun dafür geehrt.
Aus alten Zeiten
Das idyllische, jetzt
viel besuchte Isenthal war früher weniger bekannt. J. C. Fäsi nennt es in
seiner „Staats- und Erdbeschreibung der Eidgenosssenschaft“, 1766, ein „Dorf,
Kirche und Pfarre in einem erhöheten Bergtal, auf der mittägigen Seite des
Sees, mit schönen Alpen“. Den Namen habe es von seinen ehemaligen, nunmehr
eingegangenen Eisengruben. Isenthal war von jeher von einem kräftigen und
mutigen Volksschlag bewohnt. Als der französische General Soult 1799 die unüberlegte
Erhebung der Urner blutig niedergeschlagen und am 12. Mai bei Hospental deren
Reste zersprengt hatte, da waren allein noch die Isenthaler, die, auf den natürlichen
Schutz ihres Ländchens und ihre eigene Kraft bauend, das Tal mannhaft gegen die
Franzosen verteidigten und mehrere Angriffe blutig zurückwiesen. Soult
unterhandelte mit der wackeren Talschaft, die an ihrem Pfarrer Imholz einen
guten Fürbitter hatte, und gewährte ihr eine ehrenhafte Kapitulation, gemäss
welcher sie ihre Waffen behalten durfte.
Einer
dieser unerschrockenen Kämpfer war Joseph
Anton Infanger; Säger und kühner Gemsjäger. Im Jahre 1822 erlegte er den
letzten Bären im Tal. Auf den Bericht eines Geissbuben, dass in der „Sitti“
ein schrecklich grosses, schwarzes Ungeheuer sei, ging Infanger mit seiner
sicheren Flinte dem Bären entgegen und zerschmetterte ihm mit einem Schuss das
Rückgrat. Die Pfoten des erlegten Tieres hängen jetzt noch, an Ketten
befestigt, vor der Haustüre der Säge. Infanger, der „Sägevater“ genannt,
starb 1852 im Alter von 72 Jahren.
Der Manschettler
Bis tief in das 19.
Jahrhundert hinein wandelte in Seelisberg, Bauen und Isenthal der Manschettler
oder Manschettenmann. Das war ein stattlicher, wohlgebauter Herr, mit kurzen, in
feine, weisse Spitzen oder Krausen auslaufenden, dunkelblauen Hosen,
Silberschnallenschuhen und grossen, weissen Manschetten an den Rockärmeln.
(Eine Erzählerin drückte sich so aus: "Är hed a Hals und Händä 'Krees
g'ha.") Er trug einen dunkelblauen Frack von altmodischem Schnitt und einen
Dreispitzhut. Doch wollen ihn andere mit einem grossen Schlapphut gesehen haben,
der tief auf seinen Nacken und in sein Gesicht herunterhing, so dass der Kopf
sozusagen unsichtbar war, und viele behaupten, er habe überhaupt keinen Kopf
gehabt. Würdevoll, doch etwas vornübergebückt, schritt er einher. Viele, die
ihm begegneten, wollen ein Rauschen und Knistern seiner Kleider gehört haben.
Er kam vom Schlösslein Beroldingen, marschierte über Wyssig, schlug in Bauen
den obern Weg ein, nämlich den Alp- oder Viehweg unterhalb Heimigen und
zwischen Spycherstett und Walchtrig, wanderte über die Bärchi nach Isenthal
und bis in die grossen Berggüter und Alpen im Sonnighorlachen, im Sulztal, auf
Gitschenen, liess sich ebenfalls auf der Furggelen im Isenthal, im Wychel und in
der Zingelplangg bei Beroldingen blicken. In Gitschenen tröhlte er boshafter
Weise den ÄIplern die Kühe, und auf Furggelen kehrte er die Käse.
Die Leute in Bauen
glaubten, es sei der Geist eines der ehemaligen grossen Herren von Beroldingen
(die wirklich in Isenthal einst reich begütert gewesen waren).
Im Sonnighorlachen war eines Abends junges, loses Volk bei Kartenspiel
und Nidel beisammen. Einer musste hinaus und spottete dabei: „Will ga lüegä,
ob d'r Manschettler uf’m Miststock ussä-n-isch.“ Er liess lange auf sich
warten. Die Kameraden wurden ängstlich und schauten endlich nach ihm aus. Es
war die höchste Zeit, sonst hätten sie ihn nicht mehr am Leben angetroffen, so
übel hatte ihm der Manschettler auf dem Miststock mitgespielt.
Im Sonnighorlachen
klagte vor etwa 50 Jahren eine Magd öfters, wie sie es im Geissgädemli oft so
kurios höre durch die Rischi auf und ab rauschen. Lachend sagte einmal der
Meister, der alte Horlachner von Bauen: "Ich weiss nit, das isch wohl eppä
d'r Manschettäma; der chunnt-di de scho einisch chu drickä; magsch-di in Acht
nä." Auch die Magd lachte und spottete: „Ja, der danä! mit dem will-i
scho höslä“. Aber am nächsten Tag fand sie der Knecht, ein Seelisberger,
ohnmächtig und besinnungslos im Barnen liegen. Später, da sie wieder zur
Besinnung gekommen, erzählte sie, es sei Einer so merkwürdig rauschend durch
die Rischi herunter gekommen, dann sei es plötzlich ganz dunkel geworden, und
sie habe den Verstand verloren.
Eine Frau erzählte:
Als ich noch ein Kind war, habe ich den Manschettler oft gesehen, wenn ich bei
St. Jakob mit
meinen Gespanen Blinzis
machte (Verstecken spielte). Er sass mit vornüber geneigtem Kopf auf der
Schwelle der Gadentüre und hatte einen grossen Tellerschinhut auf, der tief über
sein Antlitz herunterhing.
Auch auf einem Stein
bei der grossen „Brächä“ bei St. Jakob sahen die lsenthaler oft Einen
sitzen, den Hut tief ins Angesicht hinabhangend; ob's aber der Manschettler war,
weiss man nicht.
Ganz besonders hauste
der Manschettler im Bärenwald und im Sonnighorlachen. Im Hause des
letztgenannten Berggutes liess er den Leuten keine Ruhe, kam nachts und sennete
und hantierte ganz ungeniert, als ob er hier daheim wäre. Zuletzt fragten sie
jemand, der etwas verstand, und der riet ihnen, einen Stock mit Eisenspitze in
die Stuben- oder, man weiss nicht recht, in die Kammerwand, zu stossen. Das hat
geholfen.
Im Bärenwald hörte
man ihn oft zur Nachtzeit Holz hauen, aber am Morgen fand man jeweilen keine
einzige Tanne gefällt. Mal Einer, der es hörte, rief scherzweise: „Jäh,
jetz g'hytt si de!" Aber der hatte am Morgen ein schönes Gesicht!
Zum letzten Male sei er
in den Flammen eines abbrennenden Hauses gesehen worden.
Ein Bett in einer
Kammer hielten die Leute zu Beroldingen einem Geiste, der jeden Abend da übernachtete,
stets bereit. Jeden Tag machten sie's, und jedesmal trafen sie eine Tuola darin
als sicheres Merkmal, dass einer darin genächtigt. Und doch hat nie ein
Hausinsasse ihn weggehen oder kommen sehen.
Karli reisst aus
Eine wahre Geschichte
aus dem Jahre 1965, erzählt von Frau Anna Aschwanden-Bissig, Gitschenen,
festgehalten von Gisela, Gitschenen.
Karli, ein zwanzig jähriges
„Knechtlein“, hatte eine Stelle bei einer lieben Bauernfamilie in Zug.
Scheinbar wurde es ihm langweilig, denn er nahm des Meisters Auto und fuhr in
Richtung Uri, in eine für ihn unbekannte Gegend, ins Isenthal. Seine Fahrkünste
waren nicht sehr gross. Die Kupplung war bereits im ersten Rank nach Isleten
durchgebrannt. Das Auto liess er dort stehen, er nahm die Autoschlüssel und
sein einziges Gepäckstück, einen Regenmantel und marschierte zu Fuss weiter.
Er ging zum Gemeindeschreiber und fragte um eine kurzfristige Anstellung. Dieser
schickte ihn ins Wissigli, zu meinen Brüdern. Von dort kam er zu uns nach
Gitschenen. Er war uns eine willkommene Arbeitskraft, denn wie in jedem Frühling
gab es viel Mist auszufahren. Er war ein flinkes Bürschchen, das man gut
gebrauchen konnte. Zur Feier-Abendzeit haben unsere ältesten Töchter gerne mit
ihm gejasst. Am dritten Abend seines Aufenthaltes wurde es sogar 22 Uhr. „Mädchen,
geht jetzt zu Bettt“ sagte ich ihnen. Sie sind dann schliesslich gegangen und
auch Karli legte sich schlafen. Es dauerte keine Viertelstunde, da erhellte sich
unser Schlafzimmerfenster durch ein immer greller werdendes Licht, bis es fast
wie taghell im Zimmer war. Ich erschrak fürchterlich und dachte mir, dass sie
mich zu Vater’s Sterbebett rufen. Ich versuchte meinen Mann zu wecken. Er
erwachte erst durch einen kräftigen Stoss. Er öffnete die Augen und sah das
helle Licht und meinte, der Stall stehe in Flammen. Er riss das Fenster auf und
sah den benachbarten Bauern und zwei Polizisten mit einer riesigen Taschenlampe.
Sie fragten wo Karli sei. Ein Polizist blieb draussen und bewachte das Fenster,
hinter dem Karli schlief. Der andere drang in sein Zimmer und holte ihn aus dem
Bett. Sie nahmen ihn mit. Uns hat dies sehr Leid getan. Das stehengelassene,
nicht mehr fahrtüchtige Auto hatte ihn verraten. „Die kleinen Fische fängt
man, die grossen lässt man laufen“, dachten wir. Drei Wochen lang war Karli
im „Loch“ und als er entlassen wurde, übernahm die Vormundschaftsbehörde
den „Fall“. Sie fragten Karli, was er zu tun beabsichtige. Er sagt, er wolle
wieder dorthin, wo er abgeholt worden sei. So kam er wieder zu uns.
Fortsetzung folgt in
der nächsten Gitschener Post!
Es herbschtelet scho!
Fröi Di Mönsch am schöne
Herbscht
Nimm in Di uuf die
Farbepracht
Säg aber Dankeschön
au derfür
däm wo das alles
schafft!
Winter
Die ruhige Winterzeit
wird das Personal des Gasthauses Gitschenen mit Vorbereitungen für 1998 ausfüllen.
Natürlich kommt der Stickrahmen von Beatrice Herger wieder in Aktion. Einige
neue Ideen geistern bereits wieder in ihrem Kopf herum...
Die Ski- und
Tourenfahrer sind im Gasthaus Gitschenen gern gesehene Gäste. Das Haus ist ab
November am Wochenende geöffnet. Sie können auch im Winter Übernachtungen
buchen. Rufen Sie doch einfach an!
Weihnachtsgeschichte von Franz Lieber
Ein nasskalter und stürmischer
Dezembertag.
Viele Menschen hasten
durch die Strasse.
Dazwischen ein kleines
Mädchen.
Hungrig, frierend, verängstigt,
allein, weinend.
Ein Mann, der das
sieht, sagt zornig zu Gott:
Wie kannst Du das
zulassen?
Warum tust Du nichts
dagegen?
Eine Zeitlang sagt Gott
nichts, aber in der
darauffolgenden Nacht
gibt er doch eine Antwort:
Ich habe etwas dagegen
getan, ich habe dich geschaffen.
Gasthaus Gitschenen News
- Das „Alphüttli“, Nebenraum des Restaurants für Gäste, in dem auch
mal länger sitzengeblieben werden darf, ist neu erstellt und soeben eröffnet worden. Es darf sich durchaus sehen lassen.
- Das Motto, jedes Jahr einen Baum zu pflanzen, konnten wir leider nicht
einhalten. Wir haben nämlich gleich vier Stück gepflanzt. Bald gibt es um das
Gasthaus Gitschenen herum ein paar schattige Plätzchen.
- Der Vorplatz zwischen Gasthaus und Seilbahn ist zu einem echten, schönen
Alpengarten mit entwässertem Wanderweg geworden.
- Das Gasthaus mit seiner Umgebung ist durch noch mehr und noch schönere
Blumen noch prächtiger und noch einladender geworden.
- Der Saal des Gasthauses ist ab sofort echt „konferenzfähig“. Denn er
hat eine schalldicht schliessende Türe erhalten und ist somit „lärmgeschützt“.
- Die Zimmer im zweiten Stock sind renoviert worden und haben jetzt alle
fliessend warmes und kaltes Wasser.
- Natürlich hat das Gasthaus zahlreiche Pläne für Verbesserungen seines
Angebots. So werden zum Beispiel ab nächstem Jahr absolut alle Zimmer fliessend
warmes und kaltes Wasser haben.
- Im nächsten Jahr wird ein Versuch unternommen, im Garten eigenes Gemüse
anzubauen!
Gitschenen weltweit erreichbar per Internet
Seit Anfang Mai 1997
ist das Gasthaus Gitschenen mit dem Internet verbunden und ist deshalb aus aller
Welt elektronisch erreichbar unter der Adresse:
gasthaus at gitschenen.ch
Gleichzeitig hat man
erkannt, dass es nicht nur für das Gasthaus, sondern für die ganze Gegend von
Vorteil wäre, wenn man sich auf dem World Wide Web präsentieren würde. Seit
August 1997 ist es soweit, Gitschenen hat nun seinen eigenen Auftritt im World
Wide Web auf dem Internet. Es ist den Machern gelungen, eine äusserst
attraktive Home Page mit sehr informativen und professionell gestalteten
Web-Seiten einzurichten. Machen Sie einen Besuch! Sie werden begeistert sein und
öfters mal wieder vorbeischauen:
http://wwwplus.pctip.ch/gitschenen
Gemeinsames Projekt mit Gastbetrieben im Kanton Uri
Das Berggasthaus
Gitschenen hat sich mit sechs weiteren Gastbetrieben im Kanton Uri
zusammengefunden und gemeinsam die Broschüre „Seminarhotels im Kanton Uri“
entworfen. Im Juni 1997 wurde dieses Projekt der Presse vorgestellt. Für
unseren Betrieb war dieses gemeinsame Projekt eine lehrreiche Erfahrung. Der
Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen war erfreulich und die Zusammenarbeit
wird uns gemeinsam weiterbringen.
Mitglieder dieser
Projekt-Gruppe sind:
-
Landgasthof
Brunnital, Unterschächen
-
Hotel Frohsinn,
Erstfeld
-
Gasthaus Gitschenen,
Isenthal
-
Kronen-Hotel,
Andermatt
-
Hostellerie Sternen,
Flüelen
-
Hotel Restaurant
Tellsplatte, Sisikon
Gitschener Braten
Fleisch vomänä guetä
Säuli, Cheschtäne us em Südä und Gummeli oder Polenta derzue, das isch dä
Gitschener Bratä vom Reschtorant Gitschenä!
Kreative Messe Zürich 1998
Das Gasthaus Gitschenen
mit Alpenkurszentrum wird vom 26. bis 29. März 1998 an der Kreative Messe Zürich
(Züspa Hallen) sein jüngstes Kursprogramm vorstellen. Am Stand werden zudem
diverse Kunsthandwerke sowie die Stickarbeiten von Frau Beatrice Herger-Kieliger
ausgestellt.
Humor
In der Ausstellung für
moderne Kunst hing an einer total verrückten Plastik ein Schild: „Bitte nicht
mit den Händen, mit Stöcken oder Schirmen berühren!“ Ein Kritiker schrieb
darunter: „Nehmt eine Axt!“
Last Update:
22.11.2009
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