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Gitschener Post - Frühling 1998
Nr. 2 / Frühling 1998
Editorial
Liebe Freunde von Gitschenen,
um es gleich vorwegzunehmen, wir sind
überwältigt vom Erfolg der Startnummer unserer Gitschener Post! Das positive
Echo zeigt uns einerseits, dass diese Regionalzeitung bislang gefehlt hat und,
dass wir andererseits mit ihr auf dem richtigen Weg sind. Die Zeitung ist so
beliebt, dass es einige enttäuschte Leser gibt, weil sie gerne mehr als nur
zweimal im Jahr eine neue Ausgabe vorfinden möchten. Unter den diversen
Zuschriften haben sich erstaunlich viele von Kindern und Jugendlichen befunden.
Das freut uns natürlich ganz besonders. Es ist schön zu sehen, wie viele junge
Menschen sich für unsere wunderbare Bergwelt begeistern können.
Ursprünglich war die Zeitung als eine
Weiterentwicklung des Kursprogramm-Büchleins des Alpenzentrums Gitschenen
gedacht und hatte anfänglich vor allem den Zweck, seinen Umsatz zu fördern. Es
hat sich nun aber nach der ersten Ausgabe gezeigt, dass die Zeitung noch eine
andere, wichtige Aufgabe wahrnimmt. Da sie jede Menge Interessantes und
Informatives zur gesamten Region Isenthal enthält, dient sie einer positiven
Weiterentwicklung derselben.
Wenn wir schon von den Erfolgen der
Gitschener Post reden, so muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass
die Besuchszahlen unserer Seiten auf dem Internet seit dem Erscheinen der
Zeitung deutlich angestiegen sind. Inzwischen gilt unser Internet-Auftritt weit
über die Region hinaus als Musterbeispiel, wie "so etwas" gemacht
werden sollte.
Bereits an dieser Stelle möchte ich
Sie auf die Gründung des Kulturzentrums Gitschenen mit seinem Kulturprogramm 98
hinweisen. Die in der Zeitung genau beschriebene Neuerung lässt erahnen, dass
Gitschenen in Zukunft vermehrt nicht nur durch Wanderer und Naturliebhaber,
sondern auch durch viele Menschen mit den diversesten kulturellen Interessen
besucht werden wird.
Wir wünschen Ihnen nun viel Vergnügen
mit der zweiten Nummer der Gitschener Post.
Mit freundlichen, alpinen Grüssen
Kein
Touristenbesuch....
Als eine Aussenstehende, eine Fremde
von Zürich, betrat ich eines schönen Sonntagmorgens zum ersten Mal dieses
einzigartige Fleckchen Gitschenen, schaute an den steilen Bergwänden hinauf und
wunderte mich, was ich wohl in drei Wochen über diesen Ort denken würde. Eine
spezielle Absicht brachte mich in diese abgelegene Bergwelt, eine Idee, die an
sich noch keine klaren Formen haben konnte.
Nicht die Geburts- und
Abwanderungsrate oder die Anzahl Vieh pro Kopf interessierte mich bei diesem
Besuch, denn darüber ist schon viel geschrieben worden. Nein, es ist das andere
Leben, das Leben im Detail und im Persönlichen. Wie erlebte ein Bergbauer früher
auf der Gitschenen und in der Umgebung seine Welt und wie ist er ihr noch heute
verbunden? Das waren meine Fragen, und mein bescheidenes Ziel bestand in einer
Sammlung solcher Erlebnisse, Erinnerungen und Erzählungen.
Hier, wo die Vergangenheit noch wie
ein fühlbarer Hauch über allem liegt und doch nicht mehr ist, wo Veränderungen
und Modernisierungen das Bild prägen, da wollte ich auf die Suche nach Nachklängen
von früher gehen, um sie so zu erhalten. Bald wird es auf der Gitschenen ganz
anders aussehen. Viele Anwohner sind alt, was einen immer näherrückenden
Wechsel bedeutet. Einen Wechsel, bei dem altes Wissen notgedrungen verloren
gehen muss, sofern es von den Jungen, die hier aufgewachsen sind, nicht
weitergetragen wird.
In der gemütlichen Stube enthüllt
sich mir bei einem Kaffee und getrocknetem Fleisch eine ganz andere Welt. Es ist
die Welt von Menschen, die in der immer noch relativ unzugänglichen Bergregion
leben, mitten in und mit der Natur. Hier gibt es kein leichtes Entfliehen vor
den Schwierigkeiten, obwohl sich vieles geändert hat. Zum einen der
erleichterte Zugang zu den Konsum- und Arbeitsmöglichkeiten. Zum anderen der
steigende wirtschaftliche Druck, gute medizinische Versorgung, Versicherungen
und vieles mehr sind nicht ohne Einfluss auf die Menschen und ihr Zusammenleben
geblieben. Viele der damals Notleidenden können heute von einer ausreichenden
Rente leben und zwischen den alten Familienfotos und der Jagdtrophäe steht ein
Farbfernseher. Obwohl die Moderne auch hier notgedrungenerweise Einzug gehalten
hat, erlebe ich in vielen Stuben noch eine ursprünglich heimelige Atmosphäre,
wo die früheren Zeiten wieder aufzuleben scheinen.
Viele hier erinnern sich noch ganz
genau, wie es früher gewesen war und können mit einem unglaublichen Gedächtnis
alles mögliche vor dem inneren Auge aufsteigen lassen. Es ist, als ob hier oben
der Moment noch viel intensiver gelebt worden sei. Das Leben war hart und man
hatte genug zu tun, um es jeden Tag, hier und jetzt, zu bestehen. Im Gegensatz
zu heute lebte man in einer viel stärkeren Verbindung zur Vergangenheit, man
war eingebettet in diesen zeitlichen Reichtum und konnte Wurzeln schlagen, ohne
sich allzuviel um die Zukunft zu kümmern die man ja sowieso nicht in dem Masse
beeinflussen konnte, wie das heute der Fall zu sein scheint. Oder zumindest
leben wir im ständigen Bewusstsein des Kommenden und vergessen oft, dass wir im
Moment leben und von der Vergangenheit geprägt sind.
Bei meiner Suche nach Erinnerungen aus
der früheren Zeit fand ich überall offene Türen und freundliches
Entgegenkommen. So wurde das Ganze für mich zu einem bereichernden Erlebnis und
ich reiste mit einem Rucksack voller Kostbarkeiten zurück ins Mittelland. Hier,
wieder in der grossstädtischen Hektik, scheint mir die übertriebene Geschäftigkeit
und die rein erfolgsorientierte Haltung beinahe grotesk. Die Diskrepanz ist
gross.
Die Auswertung selber ist noch im
Gange und das Ergebnis ist ungewiss. In dieser Ausgabe der Gitschener Post
stelle ich einen ersten kleinen Ausschnitt daraus vor, der vielleicht seine
Fortsetzung haben wird.
Die drei Wochen die ich hier auf der
Gitschenen verbringen durfte, bedeuteten mir nicht nur von der Arbeit her
gesehen sehr viel. Ich werde diesen schönen Ort und seine Leute sicherlich
vermissen.
Nicht zuletzt möchte ich mich ganz
herzlich bei Beatrice und Franz Herger-Kieliger für ihre Gastfreundlichkeit
bedanken, mit der sie mir diesen Aufenthalt ermöglichten.
Von Sabine Abt, Oetwil am See. Sabine
Abt ist Studentin an der Universität Zürich. Sie studiert Anglistik,
Publizistik und Arabistik, interessiert sich jedoch nebenbei auch für vieles
anderes, wie Musik und Kunst.
Sonnenterasse Gitschenen - wie
heissest du noch?
Das von Albert Hug und Viktor Weibel
herausgegebene Urner Namenbuch ist eine wahre Fundgrube für Namen von Heimwesen
und Gegenden. Und es kann interessant und lehrreich sein, die Angaben und Erklärungen
zu Gitschenen und Umgebung an Ort und Stelle zu überprüfen und vielleicht
besser zu verstehen.
Fangen wir an beim Namen Gitschenen.
Das Wort leitet sich her vom Dialektwort "Gutsch" und bedeutet markante Erhebung, Gipfel, Bergvorsprung
oder auch Haube. Vielfach bezeichnet es auch gewölbte Abhänge, was für
Gitschenen wohl am zutreffendsten ist. Es ist auch die Bezeichnung für einen
guten Aussichtspunkt.
Die Egg
ist ein gratähnlicher, als Übergang wirkender Höhenzug oder ein Geländeabsatz
oder Rippe in einem Abhang.
Der Name Horlachen
wird erklärt als Schmutzlache, sumpfiges Gelände, Riedboden. Die Bezeichnung Sonnig-Horlachen
dient der Unterscheidung zum Schattig-Horlachen
im Grosstal. Zu bemerken wäre, dass das Gut
Mättli am Eingang zum Kleintal in alten Gülten als Murlachen, Urlachen und
auch Horlachen erwähnt wird.
Das Heimwesen "Chneuwies"
gibt dem Namenforscher einige Rätsel auf, denn die Schreibweise lautet auch: Kneuwys,
Chneiwies, Kniebeis, Kneibos, Kneiwies oder Kniwies.
Die sprachliche Erklärung besagt, es bedeute eine breite, steile Stelle, die
zwei Waldteile trennt, leicht muldenförmig. Der erste Teil des Namens soll von
"Knie" abgeleitet sein und
bezeichne eine nicht leicht zu begehende, eben die Knie beanspruchende Stelle
(wegen Sumpfboden oder Steilheit). Ähnliche Namen in Anlehnung an den Begriff
Knie finden sich übrigens auch in Flüelen
und Spiringen. Eine andere Deutung
bezeichnet den Ort als Wiese des Kneu
oder Chnei, was ein altgermanischer
Eigenname sein soll.
Klarer erweist sich der Name Laueli, der Lawinenrunsen bezeichnet, vor allem jene Stellen, wo die
Lawine ausläuft oder ein besonders lawinengefährdetes Gebiet. Die daran
anschliessende Alp Bolgen (auch Balgen)
leitet sich her von "Bulge",
was rauchiges Gefäss, Ledersack, Balg bedeutet. Von der Bodenformation her könnte
aber auch die Deutung von "Bulge"
als Welle in Frage kommen.
Während der Name Geissboden
sich selbst erklärt, wird das Sulztal
von Salz abgeleitet. Sulz wird
verwendet für salzhaltige Stellen und Felsen, die von Gemsen zum Lecken
aufgesucht werden. Das bestätigt auch die Tatsache, dass am Ende des Sulztales
(vor dem Horlachen) an den Abhängen
öfters Wildtiere an den Alphängen beim Lecken beobachtet werden. Darüber
erhebt sich die Wassenegg, welche
weder mit Wasser noch mit Wasen (= oberste Schicht des Erdbodens) erklärt wird,
sondern zurückgehen soll auf das althochdeutsche Wort "hwas", was scharfe Kante oder Ecke bedeutet. Und schliesslich
besagt Schrindi ein Gebiet, das Risse
aufweist und an den Flanken felsig ist.
Vielleicht wird mancher Besucher von
Gitschenen beim nächsten Aufenthalt die Gegend mit etwas anderen Augen
anschauen, besinnend durchwandern und mit Verständnis bewundern.
Von Pfarrer Isidor Truttmann, Isenthal.
Ein Gütezeichen
von Gitschenen: die herrliche Bergflora
Um die ganze Fülle aller schönen und
seltenen Blumen von Gitschenen entdecken zu können, müsste man sich von einer
Fachperson führen lassen oder zumindest müsste man sich anhand von Büchern
auf das Riesenangebot vorbereiten, fast so als ob man auf eine Expedition gehen
würde. Denn wer viel weiss, sieht mehr!
Dieser Artikel möchte dem Wanderer
einen kurzen Überblick geben, was ihn diesen Sommer auf Gitschenen in Sachen
Flora so alles erwartet.
Die Vegetation wechselt fliessend mit
dem Verlauf der Jahreszeiten, je nach Höhenlage und den klimatischen Verhältnissen.
Während den Monaten März bis Juni
findet das grandiose Frühlingserwachen statt. Die weissen und lila Krokus
stossen durch die letzten Schneereste, begleitet von Alpenglöckchen, bzw.
Soldanellen. Steine und Felsenritzen sind überdeckt mit der Karminroten
Schneeheide, in Gemeinschaft mit den schwefelgelben Flueblüemli (Alpenaurikel).
Einen bunten Teppich bilden der Blaue Frühlingsenzian, die Rote Mehlprimel, die
Schlüsselblume und der Stengellose Enzian.
Vor Beginn des Sommers, im Juni
und Juli, sieht man ganze Matten
mit Trollblumen, Sumpfdotterblumen sowie Weissem und Gelbem Hahnenfuss. Im
Gestein und Fels findet man Seidelbast, Alpenleberbalsam, Anemone,
Schopfhufeisenklee und so weiter. Die Vegetation wirkt üppig wegen den vielen
roten Kapuzinerlichtnelken, blauen Wiesenstorchenschnabel und rosa Schlangenknöterich.
Unerwartet trifft man im feuchten Gelände auf eine Vielzahl verschiedenfarbiger
Orchideen, Knabenkräuter, rote und weisse Waldvögelein, Waldhyazinten,
Fingerhut und, an geheimen Stellen, selbst auf den seltenen Frauenschuh.
Alpenrose und Männertreu sind weit verbreitet. Und auf den hohen Felsspitzen können
mit etwas Glück Edelweiss besichtigt werden.
Der Sommer im Juli
bringt eine weitere, veränderte Flora hervor. Rittersporn, Gelber und Blauer
Eisenhut wachsen zwischen rotem Bibernell und weisser Margrite. An steilen, eher
kühlen Hängen findet man den imposanten und seltenen Türkenbund sowie die
Paradieslilie.
Der Herbst kündigt sich im August
an mit Arnika, Weideröschen, Schafgarbe, Alpenmannstreu und Silberdistel sowie
mit einer Vielzahl von Enzianen: Purpur, Gelber, Schwalbenwurz, Deutscher und
Gefranster Enzian. Zu Herbstbeginn wird man aber auch mit diversen Beeren
beschenkt. So zum Beispiel mit Heidel-, Preisel- und Himbeeren. Besonders üppig
findet man sie dort, wo vor Jahren der Sturm Vivian ein ganzes Waldstück
niedermähte.
Achtung: die Alpenflora ist geschützt.
Ausser Fotos darf leider nichts mitgenommen werden!
Ein ganz schönes Nachschlagewerk ist
der Doppelband Alpenblumen von Paula
Kohlhaupt, mit je 122 und 120 ganzseitigen Farbfotos sowie sehr guten
Beschreibungen. Es ist im Buchclub Ex Libris Zürich erschienen.
Von Elsbet Müller-Marzohl, Luzern
Schön,
dass es ihn auch bei uns wieder gibt

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde
der "König der Berge" praktisch vollständig ausgerottet. Aberglaube
und Habgier forderten und beschleunigten den Niedergang dieser Zierde unserer
Alpenwelt. Nur ein kleiner Restbestand von ca. 60 Steintieren blieb zu Beginn
des 19. Jahrhunderts im Gran-Paradiso Gebiet erhalten. Auf Schmugglerpfaden
gelangten von dort einige Tiere in einen Wildpark in St. Gallen und konnten im
Jahre 1911 im Gebiet der "Grauen Hörner" wieder angesiedelt werden.
Es folgten weitere Ansiedlungen über Graubünden bis ins Berner Oberland; vom
Wallis über den Pilatus bis in unser Brisengebiet. Diese Wiedereinbürgerung
darf ohne Zweifel als eines der gelungensten Experimente im Bezug auf die
Herstellung der ursprünglichen Faunazusammensetzung betrachtet werden.
Mittlerweile sind die Bestände soweit angewachsen, dass es sinnvoll ist, das
Steinwild wieder sanft zu bejagen.
Steinböcke werden ca. 15 Jahre alt,
sie können bis 80 kg schwer und ihr Horn kann einen Meter lang werden. Das
Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt werden; es werden in der
Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. Nach dem zehnten Jahr nimmt das
Wachstum der Hörner stark ab. Die Brunftzeit beim Steinwild ist Ende Dezember
bis Anfang Januar; die Setzzeit Anfang Juni.
Hoffentlich kann uns der „König der
Berge" dank einer vernünftigen Bejagung noch viele Jahrhunderte erfreuen.
Von Walter Herger, Seedorf
Auszeichnung der Gitschener
Speisekarte
Im Herbst 1997 nahm das Gasthaus
Gitschenen am Schweizer Speise- und Cocktailkarten-Wettbewerb von Hotel und
Gastgewerbe teil.
Es wurden insgesamt 250 Karten
eingeschickt und juriert. Bei der Bewertung wurde der Text und die Originalität
der Karte bewertet. Das Gasthaus Gitschenen wurde in der Kategorie Mérite
Brasserie & Bistro nebst 14 anderen Gewinnern mit einem Diplom ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten zu haben
ist für das Gasthaus Gitschenen ausserordentlich erfreulich, denn die Idee zur
originellen Gitschener Speisekarte stammt aus dem Gasthaus selbst, währenddem
die Konkurrenz durch namhafte Firmen sehr stark war und einige Beiträge sogar
durch Werbebüros gestaltet wurden. Die Gitschener Speisekarte wurde zusammen
mit Peter Bissig, Holzschuhfabrikation, Isenthal hergestellt.
Das besondere Menü: Bärentatzen
In der vorangehenden Gitschener Post
haben wir vom letzten Bär im Isenthal berichtet. Heute veröffentlichen wir ein
Rezept aus dem Kochbuch (1893) der Urgrossmutter von Beatrice Herger-Kieliger.
Die Bärentatzen haben einen ganz
eigentümlichen Wildgeschmack, welcher für manche Personen nicht fehlen darf,
andere dagegen sind nicht Liebhaber davon. Im ersteren Fall wasche man die
geputzten Tatzen mit Wasser ab, im anderen Fall dagegen schütte man reichlich
kochendes Wasser darüber und lasse sie eine oder mehrere Stunden darin liegen.
Hierauf koche man sie in stark gewürztem Sud., welchem noch l Teil Essig beigefügt
wird, zugedeckt langsam weich. Tatzen von einem jungen Tier erfordern 2½ - 3
Stunden Kochzeit, sobald sich das Fleisch von den Knochen leicht ablösen lässt,
sind sie gut. Ist dies eingetroffen, so ziehe man sie behutsam auf ein Brett
heraus, löse sämtliche Knochen aus und serviere die Tatzen heiss mit einer
Wildbrett Sauce, welche teilweise mit dem Sud, in welchem die Füsse gekocht
wurden, angerührt worden ist.
Neues aus der Küche des
Gasthauses Gitschenen
Ein Ziel des Hauses ist es, seine
Gäste mit guten, speziellen, hübschen und aussergewöhnlichen Mahlzeiten
verwöhnen zu dürfen. Wir haben wieder einige Überraschungen für Sie bereit.
Verlangen Sie auch die neuen Menuvorschläge für Gruppen.
Auf unserer originellen
Schiefertafel-Menukarte bieten wir Ihnen unsere täglichen Menus an. Probieren
Sie unsere Spezialitäten:
-
Gitschener
Steinsuppe
-
Salat
wie zu Grossmutter’s Zeiten
-
Frühlingssalat
Gänseblümchen
-
Lammkotelett
mit Tannenholzsauce
-
Maisander-Käseschnitte
-
„G“
gutes leichtes Gitschener-Dessert
-
Älpler
Dessert
-
Liebesbrunnen
(Dessert)
Business and Professional
Women Club Uri
Seit einiger Zeit gibt es die
internationale Vereinigung der „Business and Professional Women“ (BPW) mit
einer Sektion Schweiz. Sie bezweckt die Förderung der Berufs- und Geschäftsfrauen
in beruflicher, kultureller und staatsbürgerlicher Hinsicht, die Förderung der
dazugehörenden Clubs sowie die Pflege freundschaftlicher Beziehungen. Im
November 1997 wurde in Altdorf der „BPW-Club Uri“ gegründet.
Es freut uns ausserordentlich, dass
Frau Beatrice Herger-Kieliger bei der Mitbegründung in Altdorf dabei sein
durfte. Sie wird in Zukunft mit diesen interessanten Frauen aus dem ganzen
Kanton wertvolle Information austauschen. Das spannende Jahresprogramm wird sie
manchmal von Gitschenen weglocken und ihr dann wieder einige neue Ideen und
Impulse geben. Es wäre schön, wenn BPW-Frauen aus der ganzen Schweiz
Gitschenen einmal einen Besuch abstatten würden!
Kulturzentrum Gitschenen
Nicht zuletzt dank dem erfolgreichen
Kursprogramm des Alpenkurszentrums kommen immer mehr auch kulturinteressierte
Besucher nach Gitschenen, was uns natürlich sehr freut. Wir möchten nun mit
einer neuen Idee noch einen kleinen Schritt weiter gehen und ein eigentliches
Kulturprogramm für Isenthal und Gitschenen auf die Beine stellen. Dazu wollen
wir möglichst oft den Versammlungsraum der neuen Betrufkapelle mit einbeziehen.
Ihr Förderer, Alfons Müller-Marzohl sel., äusserte uns gegenüber immer
wieder den Wunsch, die Kapelle und Gitschenen mögen doch auch kulturell belebt
werden. Das wollen wir jetzt versuchen, auch wenn aller Anfang schwer ist.
Ferner wollen wir auch unser neues „Alphüttli“ in das Kulturprogramm mit
einbeziehen und aus ihm mit einer Ausstellung ab und zu ein „Alpenkunsthäuschen“
machen.
Mit dem neuen Kulturprogramm 98 soll
ein Kulturzentrum Gitschenen seinen Anfang finden. Wir haben ein äusserst vielfältiges
Programm zusammengestellt, welches hoffentlich Menschen mit den verschiedensten
Interessen nach Gitschenen strömen lassen wird. Falls Sie irgend eine geeignete
Idee haben, was man im nächsten Jahr in das Kulturprogramm 99 aufnehmen könnte,
dann teilen Sie uns dies bitte möglichst bald mit.
Die Termine der katholischen Messen
sind vom Kapellenverein Gitschenen festgelegt worden. Wir haben dazu wenn möglich
jeweils eine begleitende Musikgruppe organisiert.
Für einzelne Veranstaltungen werden
wir leider einen kleinen Unkostenbeitrag verlangen müssen.
Sommer - Wandersaison auf
Gitschenen
Was gibt es schöneres als an einem
strahlenden Sommertag in der Bergwelt um Gitschenen herum wandern zu gehen. Wir
haben Ihnen nachfolgend einige Wandervorschläge zusammengestellt. Bei den längeren
Wanderungen benötigen Sie festes Schuhwerk, Regenschutz, Verpflegung etc. Um
Wildtiere beobachten zu können und die Aussicht besser geniessen zu können
empfehlen wir zudem einen Feldstecher mitzunehmen. Erkundigen Sie sich nach ermässigten
Rundreisebilletten.
Landkarten
Es gibt eine spezielle Wanderkarte zur
Region, mit teilweise auf keiner anderen Karte eingezeichneten Wanderrouten: 1 :
25’000 Isenthal, zu beziehen in allen Restaurants und öffentlichen
Dienststellen im Isenthal, Bestelladresse: Verkehrsverein, 6461 Isenthal.
Ferner gibt es eine Wanderkarte 1 :
50'000 zum Kanton Uri, sowie die Karte 1 : 50'000 Vierwaldstättersee der
Schweizerischen Landestopographie, erhältlich in Buchhandlungen.
Kürzere Spaziergänge
|
Ausgangspunkt |
höchster Punkt |
End-punkt |
ca. Dauer |
| Naturlehrpfad
Gitschenen; verlangen Sie die eigene Broschüre; schöne Feuerstelle
und Rastplatz |
1550m |
1650m |
1550m |
1 Std. |
| Gitschenen
-> St. Jakob Talstation; nur bei gutem Wetter; zum Teil nasser,
schlammiger Weg; in St. Jakob hübsche Kapelle |
1550m |
1550m |
960m |
1½ Std. |
| St.
Jakob Talstation -> Isenthal; Autostrasse (wenig Verkehr) |
980m |
980m |
770m |
1 Std. |
| Isenthal
-> Bärchi -> Bauen; Isenthal ein- Bergdorf dessen Besuch sich
lohnt; hübscher Bergfriedhof; am Ende des Dorfes beginnt der Weg links in
Richtung Aussichtspunkt Vorderbärchi, Blick auf Urnersee und Gipfel der
Region; Zick-Zack-Weg nach Cholrüti; Bauen ein hübsches Dorf am See, wo
Palmen und Kastanienbäume wachsen; weiter mit dem Schiff an Ihren
Ausgangspunkt oder zu Fuss ein Stück Weg der Schweiz |
770m |
890m |
435m |
1½ Std. |
| Isenthal
-> Birchi -> Isleten, über den alten Landweg zum Weiler Birchi
zum Rastplatz Chäppeli und hinunter nach Isleten; wieder in den Weg der
Schweiz; Schiffstation / Postautostation; gutes Schuhwerk nötig |
770m |
770m |
435m |
1
Std. |
Wanderungen
|
Ausgangspunkt |
höchster Punkt |
End-punkt |
ca. Dauer |
| Gitschenen
-> Hinterjochli -> Klewenalp;
etwas steiler Anstieg nach Bolgen, Oberbolgen, bei den Seelein, ev. zusätzlich
auf den Schwalmis oder den Risetenstock; wunderschöne Aussicht auf den
Vierwaldstättersee und in die Urner- und Schwyzerberge; mit der Seilbahn
nach Beckenried; mit Schiff oder Postauto zu Ihrem Ausgangspunkt |
1550m |
2105m
(2290m)
|
1593m |
4-5 Std. |
| Gitschenen
-> Steinalper Jochli
-> Brisenhaus -> Klewenalp; über die Geissbodenalp auf das Steinalper Jochli; ev.
zusätzlich auf den Brisen; schöne Rundsicht
; weiter nach Klewenalp (siehe oben) |
1550m |
2157m
(2404m)
|
1593m |
4½ - 5½
Std. |
| Gitschenen
-> Sinsgauer Schonegg -> Oberrickenbach;
durch das romantische Sulztal; über die Schonegg nach Nidwalden;
Oberrickenbach; Postautoanschluss |
1550m |
1924m |
894m |
4½ Std. |
Zweitägige Rundtouren
|
Ausgangspunkt |
höchster Punkt |
End-punkt |
ca. Dauer |
| Anreise
nach Beckenried; mit Seilbahn
nach Klewenalp; über
Hinterjochli oder Steinalpler-Jochli
nach Gitschenen (Übernachtung)
Abreise Gitschenen
-> St. Jakob -> Isenthal
zum See; Postauto oder Schiffanschluss; ev. zu Fuss Teilstück des Weg
der Schweiz
|
1593m
1550m
|
2105m
1550m
|
1550m
435m
|
4 Std.
4 Std.
|
| Anreise
nach Beckenried; mit Seilbahn
nach Klewenalp; über
Hinterjochli oder Steinalpler-Jochli
nach Gitschenen (Übernachtung)
Abreise Gitschenen
-> Schoneggpass -> Oberrickenbach;
Postautoanschluss
|
1593m
1550m
|
2157m
1924m
|
1550m
894m
|
4 Std.
4½ Std.
|
Anekdote aus Gitschenen
Eines schönen Morgens kommt ein
deutscher Tourist auf die Gitschenen, bemerkt die vielen „Blackä“ (=
Alpenampfer, Anmerkung der Redaktion) und erkundigt sich interessiert bei einem
Bergbauern: "Na was ist denn das für ein Gewächs?" Antwort: "Ä
kaukasischi Risärabarbärä, isch doch klar."
Darauf der Deutsche: "Ach ja, da
hab ich doch sofort gesehen, dass dies eine typische Kunstwiese ist."
Erzählt von Joseph Aschwanden sen.,
aufgeschrieben von Sabine Abt.
In der Zürcher S-Bahn gehört,
auf der Rückkehr von Gitschenen
Sagt ein Junge zum anderen: „Häsch
gärn Älplermagrone“? Sagt der andere: „Weiss nöd, han i no nie dronke“.
Aufgeschnappt von Isabelle Duvoisin Müller,
Zürich
Humor
Frommer Wunsch eines Säufers: Herr
lass diesen Kelch vorübergehen, denn mein Nachbar blickt so durstig!
Michael Augustin
Einsicht eines Säufers: Säufer leben
nur halb so lange, dafür sehen sie aber doppelt!
Wolfram Berger
Da ein Jäger auf der Jagd am Bärenstock
nichts erwischt hat, kauft er im Dorfladen Isenthal einen Hasen. Als er damit
nach Hause kommt, sagt die Frau zu ihm: „Ja wottsch doch ebbe nit säge, dass
de da sälber gschosse haigsch? Dä isch jo scho abzoge“. Doch, doch, waisch,
ich hanen halt bim Bade im Isethalerbach verwitscht“.
Einer steht auf einer Leiter und
versucht sie zu messen, rutscht dabei aber immer aus. Sagt der andere zu ihm:
„Leg doch d’Laitere an Bode, dasch aifacher.“ „He nai, d’Lengi han i
jo scho gmässe, aber d’Hechi nonig“.
Gitschenen
- Aufsatz eines jungen Fans der Gegend
François Flammang aus Wilwerdange,
Luxemburg, war nach einem Ausflug nach Gitschenen so begeistert von der Schönheit
der Gegend, dass er sich entschloss, Gitschenen zum Thema eines Vortrags in
seiner Klasse zu machen. Leider können wir hier aus Platzgründen nicht die
ganze, wunderbar illustrierte Arbeit abbilden. Wir beschränken uns auf einen
kleinen Abschnitt. Wir veröffentlichen aber den gesamten Text daraus.
Mein Götti hat ein Ferienhaus auf Alp
Gitschenen. Er hat mich und meinen Bruder zwei drei mal eingeladen mit ihm ein
Wochenend dort zu verbringen. Es hat mir so gut gefallen dass ich diese Geged in
meinem Vortrag euch vorstellen möchte.
Ich möchte euch erzählen wie es dor
oben aussieht. Und wie man dort hin kommt. Und wie die Leute dort oben wohnen.
Wie kommt man dort hin
Kommt man mit der SBB, so fährt man
bis Flüelen. Ab hier geht es mit einem Postauto weiter ins Isenthal bis zur
Seilbahnstation bei St. Jakob auf 950 Meter über Meer. Kommt man mit dem
eigenen Auto, so fährt man auf der Autobahn A2 bis zur Ausfahrt Altdorf-Nord
und von dort auf den Nebenstrassen über Seedorf, Isleten, Isenthal bis
Seilbahnstation St. Jakob.
Wie sieht es auf Gitschenen aus
Die Alp Gitschenen liegt in der
Gemeinde Isenthal, in der Zentralschweis im Kanton Uri, südlich über dem
Vierwaldstättersee, 1600 Meter über Meer auf einer einzigartigen
Sonnenterrasse fernab von Stress und Autolärm und ist nur auf Wanderwegen oder
mit der Luftseilbahn ereichbar. Die Gegend wird von einer ungewöhnlichen
malerischen Bergkulisse umrundet. Es ist eine noch heile intakte Welt, geeignet
zum Abschalten, Auftanken und Erholen. Im Sommer kann man unvergessliche
Wanderungen durch die einmalige Blumen- und Tierwelt oder im Winter eine Skitour
durch den Tiefschnee machen.
Wie wohnen die Leute dort oben
Gitschenen wird von 7 Familien
bewohnt. Sie sind zum grössten Teil in der Landwirtschaft tätig. Eine Familie
fürt dass Gasthaus Gitschenen. Die Leute haben ein hartes leben wen man bedenkt
dass sie sechs Monate Winter haben. Ein Bauer pflanzt Kräuter für die Firma
Ricola-Zeltli.
Was mir an Gitschenen besonders gefällt
Frische Luft, keine Autos. Ruhe,
Bergtouren, schöne Aussicht, von den Berggipfeln beobachtung wilder Tiere. Die
seltene schöne Pflanzen. Im Winter gefällt mir die vielen Schneemassen.
Der Manschettler (Sage)
der Manschettler reitet in der nacht
mit seinem weisen Pferd durch die Gegend. Man sagt dass er kein Kopf hat und
wenn die Bauern noch spät draussen sind erschreckt ersie zu tode
Betruf
Ein alter Brauch ist auch der Betruf.
Er wird im Sommer jeden Tag von den Alpen gerufen. Das macht der Sepp, er ist
der einzige Sohn von 11 Töchter.
Schluss
Ich hoffe ich habe mit meinem kurzen
Vortrag Euer Interese geweckt, das ihr selber einmal die wunderbare Alp
Gitschenen besuchen geht.
Von François Flammang, Wilwerdange,
Luxemburg
Der Manschettler

Gesehen und gezeichnet von Seraina
Perrenoud, Wettingen.
Die Sage zum Manschettler wurde in der
letzten Gitschener Post ausführlich beschrieben.
Streiflichter der
Vergangenheit
Die
Geschichte eines abenteuerlichen Schulweges
Wo sich heute skibewehrte
Bergbegeisterte und wanderlustige Sonntagsausflügler bequem per Seilbahn über
die Hänge hinauftragen lassen, schwebte früher manches Menschenleben in
Gefahr. Der Blick in die Tiefe schwindelt, schroffe Felsen zur linken und ein
Erdabbruch zur Rechten, der steiler beinahe nicht sein könnte, und doch habe
ich mir sagen lassen, dass sich im Frühling oft waghalsige Steinböcke in
diesen abschüssigen Flanken aufhielten. Um wertvolle Mineralien zu lecken,
vermutet man.
Mit was für Gefühlen mochten wohl
die Passagiere noch vor fünfzig Jahren in die Tiefe gespäht haben? Damals gab
es nämlich den Luxus einer geschlossenen Achtergondel bei weitem noch nicht.
Als einziges Transportmittel diente eine offene, hölzerne Plattform mit Geländer
und einem Wassertank am unteren Ende. Das war die ganze Kunst. Das logisch
praktisch konzipierte Bähnlein funktionierte allein mit Hilfe der Schwerkraft:
oben auf der Gitschenen wurde jeweils Wasser in den Tank gefüllt und auf dem
Talboden automatisch beim Einlaufen in die Station wieder entleert. Um 1927
konstruiert, war es stattliche dreissig Jahre lang in Betrieb, trotz Rost und
eindeutigen Alterserscheinungen gegen das Ende. Zu dieser Zeit schwebte manches
Menschenleben in Gefahr, bis das Pionierbähnlein endlich durch eine
geschlossene Vierergondelbahn, der Vorgängerin der heutigen, ersetzt wurde.
Eigentlich nur für Material bestimmt,
benutzten die Kinder das halsbrecherische Wasserbähnlein doch tagtäglich, um
ihren sowieso schon langen Schulweg zu verkürzen. Sonst hätten sie auf einem
lebensgefährlichen und im Winter lawinengefährdeten Pfad ins Tal steigen müssen.
Diejenigen von ihnen, die noch heute
auf der Gitschenen leben, erinnern sich noch aufs lebendigste an diese Zeit.
Um schön pünktlich um acht Uhr
morgens für den Morgengottesdienst in Isenthal zu sein, musste man früh aus
den Federn. Noch war die Bahn nicht so praktisch gelegen wie heute, nein, es
galt zuerst bis zu einer halbe Stunde zu laufen. Im Winter mussten dabei zwei
Lawinenzüge überquert werden, was zwar mit der nötigen Vorsicht getan wurde,
jedoch mehr aus Gewohnheit und nicht aus dem Bewusstsein einer Gefahr. Bei
offensichtlicher Lawinengefahr hätten sie nicht mehr zur Schule gehen dürfen,
was ihnen natürlich gar nichts ausgemacht habe, schmunzelt Meinrad Imholz.
Da es eine Konstruktion ohne Masten
war, ging die Bahn vom äussersten Punkt der Alp aus, zur rechten Hand des
Besuchers, wenn er mit der Gondel auf die Gitschenen hinaufkommt. Angst habe sie
auf dem Bähnli nie gehabt, lacht Käthi Furrer, obwohl es mit einer
Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h zu Tale gesaust sei. Jemand der Familie betätigte
jeweils den Bremshebel oben auf der Gitschenen, damit die Kinder nicht in vollem
Tempo in die Talstation krachten. Man sei sich halt an alle diese Gefahren gewöhnt
gewesen und auch die Länge des Schulweges sei gar nicht unbedingt so
wahrgenommenen worden, meinen sie alle einstimmig.
Auf dem Talboden angelangt, wartete
eine andere Stunde Marsch dem Bach entlang auf die Kinder, die jedoch im Winter
bei schönem Schnee mit einem Schlitten und "Schliifiseli" verkürzt
werden konnte.
Ganz früher, vor der ersten Bahn,
habe es nur einen schmalen Pfad auf die Gitschenen gegeben, der mit einem
beschwerlichen Aufstieg verbunden gewesen sei, weiss Sepp Aschwanden noch zu erzählen.
Da wurde noch das meiste mühsam auf dem eigenen Rücken hinaufgetragen, nur für
grössere Transporte benutzte man Maultiere oder eine Zwicke (unfruchtbare Kuh).
Zu jener Zeit dauerte ein Schulweg bis zu drei Stunden, und das jeden Tag.
Vielleicht wird sich ein Besucher beim
nächsten Ausflug auf die Gitschenen beim Einsteigen in die Gondel an diese Umstände
erinnern und den Blick mit Ehrfurcht die Hänge hinauflenken im Gedenken an den
unbeugsamen Überlebenswillen dieser Bergbauern.
Festgehalten von Sabine Abt
Isenthal im Wandel der
Zeiten 1840 - 1990
Als Buchbesprechung drucken wir hier
das leicht gekürzte Vorwort des spannenden Büchleins ab.
Das Werk zeichnet das Bild unserer
Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart. In eindrücklicher Weise zeigt es auf,
wie enorm sich Isenthal im Laufe der letzten 150 Jahre entwickelt hat. Diese
Aufzeichnungen setzen sich auseinander mit den Gegebenheiten, die die
Abgeschiedenheit des Tales, das Leben mit den Mächten der Natur und die
Begegnung von Tradition und Fortschritt mit sich bringen. Eine markante Stelle
in der Entwicklung ist die Erschliessung unseres Tales durch den Bau der
Fahrstrasse Isenthal - Isleten im Jahre 1901. Damals konnte man erstmals über
den Seeweg zu den anderen Urner Gemeinden gelangen. Die Isleten, teilweise zum
Gemeindegebiet Isenthal gehörend, wurde damit zum wichtigen Umschlagplatz für
den Güterverkehr. Durch den Bau der Strasse Isleten - Seedorf im Jahre 1951
konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Die
Pferdefuhrwerke wurden abgelöst durch Motorfahrzeuge und die Technik hielt auch
im Isenthal Einzug. Vergangen waren die Zeiten der Lastenträger, der Flösser
und der umweltfreundlichen Transportmittel. Geblieben aber ist die Erinnerung an
die alte, schöne, wenn auch beschwerliche Zeit.
Der Autor Michael Walker, alt
Gemeindeschreiber von Isenthal, hat als Kenner der Gemeinde in aufwendiger
Arbeit aus den seit 1837 geführten Gemeindeprotokollen und anderen Überlieferungen
diese Chronik zusammengetragen. Frau Hedwig Kleiner-Aschwanden, hat es
verstanden, das Ganze in eine ansprechende Form zu bringen.
Das Büchlein kann bei der
Gemeindekanzlei, 6461 Isenthal angefordert werden. Es kostet 25.- Franken.
Chopfweewätter
Weisch
wie schöön,
wänn
de Föön
vom
Gotthard häär
übers
Urnerland
en
tüüfe, chnütschblaue Himel leit;
wäner
siin fieberigheisse Schnuuf
i
jedes Siitetaal ietreit?
Weisch
wien er mit de gwaltige Lunge
s
hinderst und letschti Dünstli verblaaset
d'Felswänd
butzt, poliert und glänzt,
als
wääreds vo obe bis une verglaaset,
und
a de zackigen Iisgräämspiz
vom
Damm- und Fläckistock umelutscht,
i
de Windgällen inen en Aalauf nimmt
und
in eim Ggaracho d'Häng aberutscht?
Weisch
wie dä übermüetig Lump
sich
a de Ställ und Hüüser riibt
und
wien en Schaafhirt siini Häärd,
die
Dörfer a de Rüüss zämetriibt,
dass d'meinsch,
me
chönti mit eim Gumpp
vo
Göschene (über Amstääg ewääg)
sich
bis uf Erstfäld abeschwinge?
Du,
häsch scho ghöört, wie de Föön
pfiife
chan und jodlen und singe,
wien
er mit Hüülen und schuurigem Gstöön
dunen
ufem Vierwaldstettersee
d'Wäle
packt und s umerüert
und
d'Schiff, wo nöd hei sind
zum
Tanze verfüert?
Und
gäll, du häsches gwüss ä scho gspüürt,
wie
dä chogechätzers Föön
de
Lüüte bis is Mittelland ie
d'Chöpf uufpumpet,
als
wääreds Balöön.
TS LIÄTLI VO DER
PHILOSOPHIE
Ooni
es Fyyrli, da giid äs käi Räüch,
ooni
es Gäärtli, da giid äs käi Läüch,
ooni
Syyw giid äs käi Schinken und Späck,
ooni
Morieeten isch ts Lääbä käi Schläck.
Ooni
es Wässerli giid äs käis Meer,
ooni
es Ämtli, da giid äs käi Eer,
ooni
am Samsstig im Stäärnä der Jass
miächt
mer bim Äid äü der Suntig käi Gschpass.
Ooni
Paschteeten und Chrapfen und Wyy
laan-i
der Chilbitanz liäber la syy,
ooni
es Schätzli wiä Milch und wiä Blüät
gfallti
mer ts Lääbä nit halb ä so güät.
Oon-i
Tüback zind-i ts Pfyyffli nid a,
ooni
Schnaps laan-i es Schwarzes la staa,
oom
es bitzäli Liäbi derbyy
wett
ich im Hiimel käi Aärzängel syy.
Ooni
es bitzäli Liäbi derbyy
nitzt
uf der Wäld ä käi Filosofyy.
Von
Hansheiri Dahinden
Unsere Klassenreise
von Klewenalp nach Bauen
Mit dem Zug nach Luzern und dem Schiff
nach Beckenried begann unsere tolle Reise in die Innerschweiz. Nach der
Gondelfahrt von Beckenried auf die Klewenalp begann unser Fussmarsch. Viele
kleine „Bächlein“ zum abkühlen munterten uns immer wieder auf, bis wir
nach einer guten Stunde im Brisenhaus ankamen. Dort spendierte uns unser
Klassenlehrer eine gute Suppe. Es war toll den die Geissen leisteten uns lustige
Gesellschaft. Der Lehrer erklärte jetzt den Aufstieg zum „Steinälplerjochli“.
Voller Elan machten wir uns auf den Aufstieg. Der Weg führte steil und kurvig
bergauf. Trotz viel Schweiss und müden Füssen genossen wir immer wieder die
tolle Aussicht auf die Klewenalp. Auf dem „Steinälplerjochli“ durften wir
unseren Rucksack erleichtern, Mittagessen war angesagt. Ein toller Abstieg über
den Geissboden begann. Schon bald sahen wir unser nächstes Ziel „Gitschenen“.
Viele schöne Alpwiesen mit Blumen gaben ein farbenfrohes Bild ab. Freundlich
wurden wir von dem Wirtepaar und ihrem Hud „Blessi“ begrüsst. Nach der
besichtigung des Nachtlagers, zog uns ein verführerischer Duft ins Restaurant.
An gedeckten Tischen genossen wir die „Älplermakkronen mit Kompott“. Ein
toller erster Tag war nun schon vorbei.
Nach einem guten Frühstück mussten
wir von dieser schönen Alp abschied nehmen. Ein gut zweistündiger Marsch
brachte uns ins Dörfchen Isenthal. Ein kurzer Rast und schon kam der nächste
Aufstieg zur „Bärchi“. Eine tolle Aussicht über den Urnersee überraschte
uns hier. Der Abstieg auf einem romantischen Weg durch Schluchten und tolle
Aussichten begleiteten uns bis nach Bauen. Ein kurzer Abstecher in den Urnersee
machte alle müdigkeit wieder wett.
Mit Schiff und Bahn ging es jetzt
wieder nach Hause.
Von Raphael Imhof, Reinach
Leserforum
Verehrte Leserin, verehrter Leser, wir
offerieren Ihnen hier mit diesem Leserforum eine Plattform, mit welcher Sie
gerne selber einen Beitrag veröffentlichen oder sonst Ihre Meinung zu
Gitschener Themen kundtun dürfen. Wir warten gespannt auf Ihre Beiträge.
Machen Sie mit!
Zu unserer ersten Zeitung hatten wir
zahlreiche, erfreuliche Reaktionen, Anregungen und Rückmeldungen. Aber, dieses
Forum dürfte eigentlich noch intensiver genutzt werden! Gerne veröffentlichen
wir nun die philosophischen Gedanken von Paul Jans zu Gitschenen.
Trends
in Gitschenen: NatUR - pUR
Hat man als Ausflugsziel das hintere
Isenthal gewählt, so muss es einem trotz der dortigen Schönheit des Tals
"zsycho", mit der Luftseilbahn die 550m nach Gitschenen hochzufahren.
Ausser man ist eingeladen, organisiert sich auf der Sonnenterrasse zu einem
Treffen, trifft sich zu einer Tagung oder bleibt für Erholung. Die viel
zitierten Tips, welche der Schweizer Gastro Szene aus dem Rezessionsloch helfen
sollen, werden auf Gitschenen seit Jahren angeboten. Hier wird der Ausflug zum
echt gelebten Erlebnis. Im wunderbaren Panorama und bester Alpenluft schweift
man mit dem Blick talabwärts mit dem Wunsch, noch möglichst lange die Sonne
der Gastgeberfamilie Herger geniessen zu können. Gastfreundschaft, willkommen
sein, und das bei guter Küche und reellem Wein, bildet genau das Rückengrad
der heutigen Trends. Nicht die kurzlebige Fast-food Welle im Ethno Look, sondern
gehobene Gastronomie wird hier angeboten, so wie dies der Schweizer und Urner
Tourismus als Visitenkarte nach aussen repräsentiert.
Gitschenen, ein Ausflug, der nicht
mehr länger als Geheimtip für lnsider gehandelt werden darf, denn Gitschenen
liegt mehr als im Trend, Gitschenen ist eine touristische Philosophie.
Von Paul Jans, Hotel Frohsinn, Präsident
des Urner Verkehrsvereins, Erstfeld
Isenthal im Wandel der
Zeiten 1840 - 1990
Als Buchbesprechung drucken wir hier
das leicht gekürzte Vorwort des spannenden Büchleins ab.
Das Werk zeichnet das Bild unserer
Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart. In eindrücklicher Weise zeigt es auf,
wie enorm sich Isenthal im Laufe der letzten 150 Jahre entwickelt hat. Diese
Aufzeichnungen setzen sich auseinander mit den Gegebenheiten, die die
Abgeschiedenheit des Tales, das Leben mit den Mächten der Natur und die
Begegnung von Tradition und Fortschritt mit sich bringen. Eine markante Stelle
in der Entwicklung ist die Erschliessung unseres Tales durch den Bau der
Fahrstrasse Isenthal - Isleten im Jahre 1901. Damals konnte man erstmals über
den Seeweg zu den anderen Urner Gemeinden gelangen. Die Isleten, teilweise zum
Gemeindegebiet Isenthal gehörend, wurde damit zum wichtigen Umschlagplatz für
den Güterverkehr. Durch den Bau der Strasse Isleten - Seedorf im Jahre 1951
konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Die
Pferdefuhrwerke wurden abgelöst durch Motorfahrzeuge und die Technik hielt auch
im Isenthal Einzug. Vergangen waren die Zeiten der Lastenträger, der Flösser
und der umweltfreundlichen Transportmittel. Geblieben aber ist die Erinnerung an
die alte, schöne, wenn auch beschwerliche Zeit.
Der Autor Michael Walker, alt
Gemeindeschreiber von Isenthal, hat als Kenner der Gemeinde in aufwendiger
Arbeit aus den seit 1837 geführten Gemeindeprotokollen und anderen Überlieferungen
diese Chronik zusammengetragen. Frau Hedwig Kleiner-Aschwanden, hat es
verstanden, das Ganze in eine ansprechende Form zu bringen.
Das Büchlein kann bei der
Gemeindekanzlei, 6461 Isenthal angefordert werden. Es kostet 25.- Franken.
Tipp: Berggasthaus
Golderli im Kiental

Ehrlich gesagt, wir verstehen ja gut,
wenn Sie vielleicht einmal im Leben auch noch an einen anderen schönen Ort auf
dieser Welt gehen möchten, als nur immer nach Gitschenen... Wir haben Ihnen da
einen Tip. Georges und Beatrice Jost führen das schöne Berggasthaus Golderli
im Kiental, Griesalp Gorneren, Berner Oberland, eine andere herrliche Gegend der
Schweiz. Ein Besuch dieses befreundeten Betriebs lohnt sich auf jeden Fall.
Telefon: 033 / 676 21 92.
Last Update:
22.11.2009
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