Gitschenen - Sonnenterrasse im Kanton Uri - Schweiz  
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Gitschener Post - Frühling 1998

Nr. 2 / Frühling 1998


Editorial

Liebe Freunde von Gitschenen,

um es gleich vorwegzunehmen, wir sind überwältigt vom Erfolg der Startnummer unserer Gitschener Post! Das positive Echo zeigt uns einerseits, dass diese Regionalzeitung bislang gefehlt hat und, dass wir andererseits mit ihr auf dem richtigen Weg sind. Die Zeitung ist so beliebt, dass es einige enttäuschte Leser gibt, weil sie gerne mehr als nur zweimal im Jahr eine neue Ausgabe vorfinden möchten. Unter den diversen Zuschriften haben sich erstaunlich viele von Kindern und Jugendlichen befunden. Das freut uns natürlich ganz besonders. Es ist schön zu sehen, wie viele junge Menschen sich für unsere wunderbare Bergwelt begeistern können.

Ursprünglich war die Zeitung als eine Weiterentwicklung des Kursprogramm-Büchleins des Alpenzentrums Gitschenen gedacht und hatte anfänglich vor allem den Zweck, seinen Umsatz zu fördern. Es hat sich nun aber nach der ersten Ausgabe gezeigt, dass die Zeitung noch eine andere, wichtige Aufgabe wahrnimmt. Da sie jede Menge Interessantes und Informatives zur gesamten Region Isenthal enthält, dient sie einer positiven Weiterentwicklung derselben.

Wenn wir schon von den Erfolgen der Gitschener Post reden, so muss in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass die Besuchszahlen unserer Seiten auf dem Internet seit dem Erscheinen der Zeitung deutlich angestiegen sind. Inzwischen gilt unser Internet-Auftritt weit über die Region hinaus als Musterbeispiel, wie "so etwas" gemacht werden sollte.

Bereits an dieser Stelle möchte ich Sie auf die Gründung des Kulturzentrums Gitschenen mit seinem Kulturprogramm 98 hinweisen. Die in der Zeitung genau beschriebene Neuerung lässt erahnen, dass Gitschenen in Zukunft vermehrt nicht nur durch Wanderer und Naturliebhaber, sondern auch durch viele Menschen mit den diversesten kulturellen Interessen besucht werden wird.

Wir wünschen Ihnen nun viel Vergnügen mit der zweiten Nummer der Gitschener Post.

Mit freundlichen, alpinen Grüssen


Kein Touristenbesuch....

Als eine Aussenstehende, eine Fremde von Zürich, betrat ich eines schönen Sonntagmorgens zum ersten Mal dieses einzigartige Fleckchen Gitschenen, schaute an den steilen Bergwänden hinauf und wunderte mich, was ich wohl in drei Wochen über diesen Ort denken würde. Eine spezielle Absicht brachte mich in diese abgelegene Bergwelt, eine Idee, die an sich noch keine klaren Formen haben konnte.

Nicht die Geburts- und Abwanderungsrate oder die Anzahl Vieh pro Kopf interessierte mich bei diesem Besuch, denn darüber ist schon viel geschrieben worden. Nein, es ist das andere Leben, das Leben im Detail und im Persönlichen. Wie erlebte ein Bergbauer früher auf der Gitschenen und in der Umgebung seine Welt und wie ist er ihr noch heute verbunden? Das waren meine Fragen, und mein bescheidenes Ziel bestand in einer Sammlung solcher Erlebnisse, Erinnerungen und Erzählungen.

Hier, wo die Vergangenheit noch wie ein fühlbarer Hauch über allem liegt und doch nicht mehr ist, wo Veränderungen und Modernisierungen das Bild prägen, da wollte ich auf die Suche nach Nachklängen von früher gehen, um sie so zu erhalten. Bald wird es auf der Gitschenen ganz anders aussehen. Viele Anwohner sind alt, was einen immer näherrückenden Wechsel bedeutet. Einen Wechsel, bei dem altes Wissen notgedrungen verloren gehen muss, sofern es von den Jungen, die hier aufgewachsen sind, nicht weitergetragen wird.

In der gemütlichen Stube enthüllt sich mir bei einem Kaffee und getrocknetem Fleisch eine ganz andere Welt. Es ist die Welt von Menschen, die in der immer noch relativ unzugänglichen Bergregion leben, mitten in und mit der Natur. Hier gibt es kein leichtes Entfliehen vor den Schwierigkeiten, obwohl sich vieles geändert hat. Zum einen der erleichterte Zugang zu den Konsum- und Arbeitsmöglichkeiten. Zum anderen der steigende wirtschaftliche Druck, gute medizinische Versorgung, Versicherungen und vieles mehr sind nicht ohne Einfluss auf die Menschen und ihr Zusammenleben geblieben. Viele der damals Notleidenden können heute von einer ausreichenden Rente leben und zwischen den alten Familienfotos und der Jagdtrophäe steht ein Farbfernseher. Obwohl die Moderne auch hier notgedrungenerweise Einzug gehalten hat, erlebe ich in vielen Stuben noch eine ursprünglich heimelige Atmosphäre, wo die früheren Zeiten wieder aufzuleben scheinen.

Viele hier erinnern sich noch ganz genau, wie es früher gewesen war und können mit einem unglaublichen Gedächtnis alles mögliche vor dem inneren Auge aufsteigen lassen. Es ist, als ob hier oben der Moment noch viel intensiver gelebt worden sei. Das Leben war hart und man hatte genug zu tun, um es jeden Tag, hier und jetzt, zu bestehen. Im Gegensatz zu heute lebte man in einer viel stärkeren Verbindung zur Vergangenheit, man war eingebettet in diesen zeitlichen Reichtum und konnte Wurzeln schlagen, ohne sich allzuviel um die Zukunft zu kümmern die man ja sowieso nicht in dem Masse beeinflussen konnte, wie das heute der Fall zu sein scheint. Oder zumindest leben wir im ständigen Bewusstsein des Kommenden und vergessen oft, dass wir im Moment leben und von der Vergangenheit geprägt sind.

Bei meiner Suche nach Erinnerungen aus der früheren Zeit fand ich überall offene Türen und freundliches Entgegenkommen. So wurde das Ganze für mich zu einem bereichernden Erlebnis und ich reiste mit einem Rucksack voller Kostbarkeiten zurück ins Mittelland. Hier, wieder in der grossstädtischen Hektik, scheint mir die übertriebene Geschäftigkeit und die rein erfolgsorientierte Haltung beinahe grotesk. Die Diskrepanz ist gross.

Die Auswertung selber ist noch im Gange und das Ergebnis ist ungewiss. In dieser Ausgabe der Gitschener Post stelle ich einen ersten kleinen Ausschnitt daraus vor, der vielleicht seine Fortsetzung haben wird.

Die drei Wochen die ich hier auf der Gitschenen verbringen durfte, bedeuteten mir nicht nur von der Arbeit her gesehen sehr viel. Ich werde diesen schönen Ort und seine Leute sicherlich vermissen.

Nicht zuletzt möchte ich mich ganz herzlich bei Beatrice und Franz Herger-Kieliger für ihre Gastfreundlichkeit bedanken, mit der sie mir diesen Aufenthalt ermöglichten.

Von Sabine Abt, Oetwil am See. Sabine Abt ist Studentin an der Universität Zürich. Sie studiert Anglistik, Publizistik und Arabistik, interessiert sich jedoch nebenbei auch für vieles anderes, wie Musik und Kunst.


Sonnenterasse Gitschenen - wie heissest du noch?

Das von Albert Hug und Viktor Weibel herausgegebene Urner Namenbuch ist eine wahre Fundgrube für Namen von Heimwesen und Gegenden. Und es kann interessant und lehrreich sein, die Angaben und Erklärungen zu Gitschenen und Umgebung an Ort und Stelle zu überprüfen und vielleicht besser zu verstehen.

Fangen wir an beim Namen Gitschenen. Das Wort leitet sich her vom Dialektwort "Gutsch" und bedeutet markante Erhebung, Gipfel, Bergvorsprung oder auch Haube. Vielfach bezeichnet es auch gewölbte Abhänge, was für Gitschenen wohl am zutreffendsten ist. Es ist auch die Bezeichnung für einen guten Aussichtspunkt.

Die Egg ist ein gratähnlicher, als Übergang wirkender Höhenzug oder ein Geländeabsatz oder Rippe in einem Abhang.

Der Name Horlachen wird erklärt als Schmutzlache, sumpfiges Gelände, Riedboden. Die Bezeichnung Sonnig-Horlachen dient der Unterscheidung zum Schattig-Horlachen im Grosstal. Zu bemerken wäre, dass das Gut Mättli am Eingang zum Kleintal in alten Gülten als Murlachen, Urlachen und auch Horlachen erwähnt wird.

Das Heimwesen "Chneuwies" gibt dem Namenforscher einige Rätsel auf, denn die Schreibweise lautet auch: Kneuwys, Chneiwies, Kniebeis, Kneibos, Kneiwies oder Kniwies. Die sprachliche Erklärung besagt, es bedeute eine breite, steile Stelle, die zwei Waldteile trennt, leicht muldenförmig. Der erste Teil des Namens soll von "Knie" abgeleitet sein und bezeichne eine nicht leicht zu begehende, eben die Knie beanspruchende Stelle (wegen Sumpfboden oder Steilheit). Ähnliche Namen in Anlehnung an den Begriff Knie finden sich übrigens auch in Flüelen und Spiringen. Eine andere Deutung bezeichnet den Ort als Wiese des Kneu oder Chnei, was ein altgermanischer Eigenname sein soll.

Klarer erweist sich der Name Laueli, der Lawinenrunsen bezeichnet, vor allem jene Stellen, wo die Lawine ausläuft oder ein besonders lawinengefährdetes Gebiet. Die daran anschliessende Alp Bolgen (auch Balgen) leitet sich her von "Bulge", was rauchiges Gefäss, Ledersack, Balg bedeutet. Von der Bodenformation her könnte aber auch die Deutung von "Bulge" als Welle in Frage kommen.

Während der Name Geissboden sich selbst erklärt, wird das Sulztal von Salz abgeleitet. Sulz wird verwendet für salzhaltige Stellen und Felsen, die von Gemsen zum Lecken aufgesucht werden. Das bestätigt auch die Tatsache, dass am Ende des Sulztales (vor dem Horlachen) an den Abhängen öfters Wildtiere an den Alphängen beim Lecken beobachtet werden. Darüber erhebt sich die Wassenegg, welche weder mit Wasser noch mit Wasen (= oberste Schicht des Erdbodens) erklärt wird, sondern zurückgehen soll auf das althochdeutsche Wort "hwas", was scharfe Kante oder Ecke bedeutet. Und schliesslich besagt Schrindi ein Gebiet, das Risse aufweist und an den Flanken felsig ist.

Vielleicht wird mancher Besucher von Gitschenen beim nächsten Aufenthalt die Gegend mit etwas anderen Augen anschauen, besinnend durchwandern und mit Verständnis bewundern.

Von Pfarrer Isidor Truttmann, Isenthal.


Ein Gütezeichen von Gitschenen: die herrliche Bergflora

Um die ganze Fülle aller schönen und seltenen Blumen von Gitschenen entdecken zu können, müsste man sich von einer Fachperson führen lassen oder zumindest müsste man sich anhand von Büchern auf das Riesenangebot vorbereiten, fast so als ob man auf eine Expedition gehen würde. Denn wer viel weiss, sieht mehr!

Dieser Artikel möchte dem Wanderer einen kurzen Überblick geben, was ihn diesen Sommer auf Gitschenen in Sachen Flora so alles erwartet.

Die Vegetation wechselt fliessend mit dem Verlauf der Jahreszeiten, je nach Höhenlage und den klimatischen Verhältnissen. Während den Monaten März bis Juni findet das grandiose Frühlingserwachen statt. Die weissen und lila Krokus stossen durch die letzten Schneereste, begleitet von Alpenglöckchen, bzw. Soldanellen. Steine und Felsenritzen sind überdeckt mit der Karminroten Schneeheide, in Gemeinschaft mit den schwefelgelben Flueblüemli (Alpenaurikel). Einen bunten Teppich bilden der Blaue Frühlingsenzian, die Rote Mehlprimel, die Schlüsselblume und der Stengellose Enzian.

Vor Beginn des Sommers, im Juni und Juli, sieht man ganze Matten mit Trollblumen, Sumpfdotterblumen sowie Weissem und Gelbem Hahnenfuss. Im Gestein und Fels findet man Seidelbast, Alpenleberbalsam, Anemone, Schopfhufeisenklee und so weiter. Die Vegetation wirkt üppig wegen den vielen roten Kapuzinerlichtnelken, blauen Wiesenstorchenschnabel und rosa Schlangenknöterich. Unerwartet trifft man im feuchten Gelände auf eine Vielzahl verschiedenfarbiger Orchideen, Knabenkräuter, rote und weisse Waldvögelein, Waldhyazinten, Fingerhut und, an geheimen Stellen, selbst auf den seltenen Frauenschuh. Alpenrose und Männertreu sind weit verbreitet. Und auf den hohen Felsspitzen können mit etwas Glück Edelweiss besichtigt werden.

Der Sommer im Juli bringt eine weitere, veränderte Flora hervor. Rittersporn, Gelber und Blauer Eisenhut wachsen zwischen rotem Bibernell und weisser Margrite. An steilen, eher kühlen Hängen findet man den imposanten und seltenen Türkenbund sowie die Paradieslilie.

Der Herbst kündigt sich im August an mit Arnika, Weideröschen, Schafgarbe, Alpenmannstreu und Silberdistel sowie mit einer Vielzahl von Enzianen: Purpur, Gelber, Schwalbenwurz, Deutscher und Gefranster Enzian. Zu Herbstbeginn wird man aber auch mit diversen Beeren beschenkt. So zum Beispiel mit Heidel-, Preisel- und Himbeeren. Besonders üppig findet man sie dort, wo vor Jahren der Sturm Vivian ein ganzes Waldstück niedermähte.

Achtung: die Alpenflora ist geschützt. Ausser Fotos darf leider nichts mitgenommen werden!

Ein ganz schönes Nachschlagewerk ist der Doppelband Alpenblumen von Paula Kohlhaupt, mit je 122 und 120 ganzseitigen Farbfotos sowie sehr guten Beschreibungen. Es ist im Buchclub Ex Libris Zürich erschienen.

Von Elsbet Müller-Marzohl, Luzern


Schön, dass es ihn auch bei uns wieder gibt

Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde der "König der Berge" praktisch vollständig ausgerottet. Aberglaube und Habgier forderten und beschleunigten den Niedergang dieser Zierde unserer Alpenwelt. Nur ein kleiner Restbestand von ca. 60 Steintieren blieb zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Gran-Paradiso Gebiet erhalten. Auf Schmugglerpfaden gelangten von dort einige Tiere in einen Wildpark in St. Gallen und konnten im Jahre 1911 im Gebiet der "Grauen Hörner" wieder angesiedelt werden. Es folgten weitere Ansiedlungen über Graubünden bis ins Berner Oberland; vom Wallis über den Pilatus bis in unser Brisengebiet. Diese Wiedereinbürgerung darf ohne Zweifel als eines der gelungensten Experimente im Bezug auf die Herstellung der ursprünglichen Faunazusammensetzung betrachtet werden. Mittlerweile sind die Bestände soweit angewachsen, dass es sinnvoll ist, das Steinwild wieder sanft zu bejagen.

Steinböcke werden ca. 15 Jahre alt, sie können bis 80 kg schwer und ihr Horn kann einen Meter lang werden. Das Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt werden; es werden in der Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. Nach dem zehnten Jahr nimmt das Wachstum der Hörner stark ab. Die Brunftzeit beim Steinwild ist Ende Dezember bis Anfang Januar; die Setzzeit Anfang Juni.

Hoffentlich kann uns der „König der Berge" dank einer vernünftigen Bejagung noch viele Jahrhunderte erfreuen.

Von Walter Herger, Seedorf


Auszeichnung der Gitschener Speisekarte

Im Herbst 1997 nahm das Gasthaus Gitschenen am Schweizer Speise- und Cocktailkarten-Wettbewerb von Hotel und Gastgewerbe teil.

Es wurden insgesamt 250 Karten eingeschickt und juriert. Bei der Bewertung wurde der Text und die Originalität der Karte bewertet. Das Gasthaus Gitschenen wurde in der Kategorie Mérite Brasserie & Bistro nebst 14 anderen Gewinnern mit einem Diplom ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten zu haben ist für das Gasthaus Gitschenen ausserordentlich erfreulich, denn die Idee zur originellen Gitschener Speisekarte stammt aus dem Gasthaus selbst, währenddem die Konkurrenz durch namhafte Firmen sehr stark war und einige Beiträge sogar durch Werbebüros gestaltet wurden. Die Gitschener Speisekarte wurde zusammen mit Peter Bissig, Holzschuhfabrikation, Isenthal hergestellt.


Das besondere Menü: Bärentatzen

In der vorangehenden Gitschener Post haben wir vom letzten Bär im Isenthal berichtet. Heute veröffentlichen wir ein Rezept aus dem Kochbuch (1893) der Urgrossmutter von Beatrice Herger-Kieliger.

Die Bärentatzen haben einen ganz eigentümlichen Wildgeschmack, welcher für manche Personen nicht fehlen darf, andere dagegen sind nicht Liebhaber davon. Im ersteren Fall wasche man die geputzten Tatzen mit Wasser ab, im anderen Fall dagegen schütte man reichlich kochendes Wasser darüber und lasse sie eine oder mehrere Stunden darin liegen. Hierauf koche man sie in stark gewürztem Sud., welchem noch l Teil Essig beigefügt wird, zugedeckt langsam weich. Tatzen von einem jungen Tier erfordern 2½ - 3 Stunden Kochzeit, sobald sich das Fleisch von den Knochen leicht ablösen lässt, sind sie gut. Ist dies eingetroffen, so ziehe man sie behutsam auf ein Brett heraus, löse sämtliche Knochen aus und serviere die Tatzen heiss mit einer Wildbrett Sauce, welche teilweise mit dem Sud, in welchem die Füsse gekocht wurden, angerührt worden ist.


Neues aus der Küche des Gasthauses Gitschenen

Ein Ziel des Hauses ist es, seine Gäste mit guten, speziellen, hübschen und aussergewöhnlichen Mahlzeiten verwöhnen zu dürfen. Wir haben wieder einige Überraschungen für Sie bereit. Verlangen Sie auch die neuen Menuvorschläge für Gruppen.

Auf unserer originellen Schiefertafel-Menukarte bieten wir Ihnen unsere täglichen Menus an. Probieren Sie unsere Spezialitäten:

  • Gitschener Steinsuppe

  • Salat wie zu Grossmutter’s Zeiten

  • Frühlingssalat Gänseblümchen

  • Lammkotelett mit Tannenholzsauce

  • Maisander-Käseschnitte

  • „G“ gutes leichtes Gitschener-Dessert

  • Älpler Dessert

  • Liebesbrunnen (Dessert)


Business and Professional Women Club Uri

Seit einiger Zeit gibt es die internationale Vereinigung der „Business and Professional Women“ (BPW) mit einer Sektion Schweiz. Sie bezweckt die Förderung der Berufs- und Geschäftsfrauen in beruflicher, kultureller und staatsbürgerlicher Hinsicht, die Förderung der dazugehörenden Clubs sowie die Pflege freundschaftlicher Beziehungen. Im November 1997 wurde in Altdorf der „BPW-Club Uri“ gegründet.

Es freut uns ausserordentlich, dass Frau Beatrice Herger-Kieliger bei der Mitbegründung in Altdorf dabei sein durfte. Sie wird in Zukunft mit diesen interessanten Frauen aus dem ganzen Kanton wertvolle Information austauschen. Das spannende Jahresprogramm wird sie manchmal von Gitschenen weglocken und ihr dann wieder einige neue Ideen und Impulse geben. Es wäre schön, wenn BPW-Frauen aus der ganzen Schweiz Gitschenen einmal einen Besuch abstatten würden!


Kulturzentrum Gitschenen

Nicht zuletzt dank dem erfolgreichen Kursprogramm des Alpenkurszentrums kommen immer mehr auch kulturinteressierte Besucher nach Gitschenen, was uns natürlich sehr freut. Wir möchten nun mit einer neuen Idee noch einen kleinen Schritt weiter gehen und ein eigentliches Kulturprogramm für Isenthal und Gitschenen auf die Beine stellen. Dazu wollen wir möglichst oft den Versammlungsraum der neuen Betrufkapelle mit einbeziehen. Ihr Förderer, Alfons Müller-Marzohl sel., äusserte uns gegenüber immer wieder den Wunsch, die Kapelle und Gitschenen mögen doch auch kulturell belebt werden. Das wollen wir jetzt versuchen, auch wenn aller Anfang schwer ist. Ferner wollen wir auch unser neues „Alphüttli“ in das Kulturprogramm mit einbeziehen und aus ihm mit einer Ausstellung ab und zu ein „Alpenkunsthäuschen“ machen.

Mit dem neuen Kulturprogramm 98 soll ein Kulturzentrum Gitschenen seinen Anfang finden. Wir haben ein äusserst vielfältiges Programm zusammengestellt, welches hoffentlich Menschen mit den verschiedensten Interessen nach Gitschenen strömen lassen wird. Falls Sie irgend eine geeignete Idee haben, was man im nächsten Jahr in das Kulturprogramm 99 aufnehmen könnte, dann teilen Sie uns dies bitte möglichst bald mit.

Die Termine der katholischen Messen sind vom Kapellenverein Gitschenen festgelegt worden. Wir haben dazu wenn möglich jeweils eine begleitende Musikgruppe organisiert.

Für einzelne Veranstaltungen werden wir leider einen kleinen Unkostenbeitrag verlangen müssen.


Sommer - Wandersaison auf Gitschenen

Was gibt es schöneres als an einem strahlenden Sommertag in der Bergwelt um Gitschenen herum wandern zu gehen. Wir haben Ihnen nachfolgend einige Wandervorschläge zusammengestellt. Bei den längeren Wanderungen benötigen Sie festes Schuhwerk, Regenschutz, Verpflegung etc. Um Wildtiere beobachten zu können und die Aussicht besser geniessen zu können empfehlen wir zudem einen Feldstecher mitzunehmen. Erkundigen Sie sich nach ermässigten Rundreisebilletten.

Landkarten

Es gibt eine spezielle Wanderkarte zur Region, mit teilweise auf keiner anderen Karte eingezeichneten Wanderrouten: 1 : 25’000 Isenthal, zu beziehen in allen Restaurants und öffentlichen Dienststellen im Isenthal, Bestelladresse: Verkehrsverein, 6461 Isenthal.

Ferner gibt es eine Wanderkarte 1 : 50'000 zum Kanton Uri, sowie die Karte 1 : 50'000 Vierwaldstättersee der Schweizerischen Landestopographie, erhältlich in Buchhandlungen.

Kürzere Spaziergänge

Ausgangspunkt höchster Punkt End-punkt ca. Dauer
Naturlehrpfad Gitschenen; verlangen Sie die eigene Broschüre; schöne Feuerstelle und Rastplatz 1550m 1650m 1550m 1 Std.
Gitschenen -> St. Jakob Talstation; nur bei gutem Wetter; zum Teil nasser, schlammiger Weg; in St. Jakob hübsche Kapelle 1550m 1550m 960m 1½ Std.
St. Jakob Talstation -> Isenthal; Autostrasse (wenig Verkehr) 980m 980m 770m 1 Std.
Isenthal -> Bärchi -> Bauen; Isenthal ein- Bergdorf dessen Besuch sich lohnt; hübscher Bergfriedhof; am Ende des Dorfes beginnt der Weg links in Richtung Aussichtspunkt Vorderbärchi, Blick auf Urnersee und Gipfel der Region; Zick-Zack-Weg nach Cholrüti; Bauen ein hübsches Dorf am See, wo Palmen und Kastanienbäume wachsen; weiter mit dem Schiff an Ihren Ausgangspunkt oder zu Fuss ein Stück Weg der Schweiz 770m 890m 435m 1½ Std.
Isenthal -> Birchi -> Isleten, über den alten Landweg zum Weiler Birchi zum Rastplatz Chäppeli und hinunter nach Isleten; wieder in den Weg der Schweiz; Schiffstation / Postautostation; gutes Schuhwerk nötig 770m 770m 435m 1 Std.

Wanderungen

Ausgangspunkt höchster Punkt End-punkt ca. Dauer
Gitschenen -> Hinterjochli -> Klewenalp; etwas steiler Anstieg nach Bolgen, Oberbolgen, bei den Seelein, ev. zusätzlich auf den Schwalmis oder den Risetenstock; wunderschöne Aussicht auf den Vierwaldstättersee und in die Urner- und Schwyzerberge; mit der Seilbahn nach Beckenried; mit Schiff oder Postauto zu Ihrem Ausgangspunkt 1550m 2105m

(2290m)

1593m 4-5 Std.
Gitschenen -> Steinalper Jochli -> Brisenhaus -> Klewenalp; über die Geissbodenalp auf das Steinalper Jochli; ev. zusätzlich auf den Brisen; schöne Rundsicht    ; weiter nach Klewenalp (siehe oben) 1550m 2157m

(2404m)

1593m 4½ - 5½ Std.
Gitschenen -> Sinsgauer Schonegg -> Oberrickenbach; durch das romantische Sulztal; über die Schonegg nach Nidwalden; Oberrickenbach; Postautoanschluss 1550m 1924m 894m 4½ Std.

Zweitägige Rundtouren

Ausgangspunkt höchster Punkt End-punkt ca. Dauer
Anreise nach Beckenried; mit Seilbahn nach Klewenalp; über Hinterjochli oder Steinalpler-Jochli nach Gitschenen (Übernachtung)

Abreise Gitschenen -> St. Jakob -> Isenthal zum See; Postauto oder Schiffanschluss; ev. zu Fuss Teilstück des Weg der Schweiz

1593m

1550m

2105m

1550m

1550m

435m

4 Std.

4 Std.

Anreise nach Beckenried; mit Seilbahn nach Klewenalp; über Hinterjochli oder Steinalpler-Jochli nach Gitschenen (Übernachtung)

Abreise Gitschenen -> Schoneggpass -> Oberrickenbach; Postautoanschluss

1593m

1550m

2157m

1924m

1550m

894m

4 Std.

4½ Std.

 


Anekdote aus Gitschenen

Eines schönen Morgens kommt ein deutscher Tourist auf die Gitschenen, bemerkt die vielen „Blackä“ (= Alpenampfer, Anmerkung der Redaktion) und erkundigt sich interessiert bei einem Bergbauern: "Na was ist denn das für ein Gewächs?" Antwort: "Ä kaukasischi Risärabarbärä, isch doch klar."

Darauf der Deutsche: "Ach ja, da hab ich doch sofort gesehen, dass dies eine typische Kunstwiese ist."

Erzählt von Joseph Aschwanden sen., aufgeschrieben von Sabine Abt.


In der Zürcher S-Bahn gehört, auf der Rückkehr von Gitschenen

Sagt ein Junge zum anderen: „Häsch gärn Älplermagrone“? Sagt der andere: „Weiss nöd, han i no nie dronke“.

Aufgeschnappt von Isabelle Duvoisin Müller, Zürich


Humor

Frommer Wunsch eines Säufers: Herr lass diesen Kelch vorübergehen, denn mein Nachbar blickt so durstig! 
Michael Augustin

Einsicht eines Säufers: Säufer leben nur halb so lange, dafür sehen sie aber doppelt!
Wolfram Berger

Da ein Jäger auf der Jagd am Bärenstock nichts erwischt hat, kauft er im Dorfladen Isenthal einen Hasen. Als er damit nach Hause kommt, sagt die Frau zu ihm: „Ja wottsch doch ebbe nit säge, dass de da sälber gschosse haigsch? Dä isch jo scho abzoge“. Doch, doch, waisch, ich hanen halt bim Bade im Isethalerbach verwitscht“.

Einer steht auf einer Leiter und versucht sie zu messen, rutscht dabei aber immer aus. Sagt der andere zu ihm: „Leg doch d’Laitere an Bode, dasch aifacher.“ „He nai, d’Lengi han i jo scho gmässe, aber d’Hechi nonig“.


Gitschenen - Aufsatz eines jungen Fans der Gegend

François Flammang aus Wilwerdange, Luxemburg, war nach einem Ausflug nach Gitschenen so begeistert von der Schönheit der Gegend, dass er sich entschloss, Gitschenen zum Thema eines Vortrags in seiner Klasse zu machen. Leider können wir hier aus Platzgründen nicht die ganze, wunderbar illustrierte Arbeit abbilden. Wir beschränken uns auf einen kleinen Abschnitt. Wir veröffentlichen aber den gesamten Text daraus.

Mein Götti hat ein Ferienhaus auf Alp Gitschenen. Er hat mich und meinen Bruder zwei drei mal eingeladen mit ihm ein Wochenend dort zu verbringen. Es hat mir so gut gefallen dass ich diese Geged in meinem Vortrag euch vorstellen möchte.

Ich möchte euch erzählen wie es dor oben aussieht. Und wie man dort hin kommt. Und wie die Leute dort oben wohnen.

Wie kommt man dort hin

Kommt man mit der SBB, so fährt man bis Flüelen. Ab hier geht es mit einem Postauto weiter ins Isenthal bis zur Seilbahnstation bei St. Jakob auf 950 Meter über Meer. Kommt man mit dem eigenen Auto, so fährt man auf der Autobahn A2 bis zur Ausfahrt Altdorf-Nord und von dort auf den Nebenstrassen über Seedorf, Isleten, Isenthal bis Seilbahnstation St. Jakob.

Wie sieht es auf Gitschenen aus

Die Alp Gitschenen liegt in der Gemeinde Isenthal, in der Zentralschweis im Kanton Uri, südlich über dem Vierwaldstättersee, 1600 Meter über Meer auf einer einzigartigen Sonnenterrasse fernab von Stress und Autolärm und ist nur auf Wanderwegen oder mit der Luftseilbahn ereichbar. Die Gegend wird von einer ungewöhnlichen malerischen Bergkulisse umrundet. Es ist eine noch heile intakte Welt, geeignet zum Abschalten, Auftanken und Erholen. Im Sommer kann man unvergessliche Wanderungen durch die einmalige Blumen- und Tierwelt oder im Winter eine Skitour durch den Tiefschnee machen.

Wie wohnen die Leute dort oben

Gitschenen wird von 7 Familien bewohnt. Sie sind zum grössten Teil in der Landwirtschaft tätig. Eine Familie fürt dass Gasthaus Gitschenen. Die Leute haben ein hartes leben wen man bedenkt dass sie sechs Monate Winter haben. Ein Bauer pflanzt Kräuter für die Firma Ricola-Zeltli.

Was mir an Gitschenen besonders gefällt

Frische Luft, keine Autos. Ruhe, Bergtouren, schöne Aussicht, von den Berggipfeln beobachtung wilder Tiere. Die seltene schöne Pflanzen. Im Winter gefällt mir die vielen Schneemassen.

Der Manschettler (Sage)

der Manschettler reitet in der nacht mit seinem weisen Pferd durch die Gegend. Man sagt dass er kein Kopf hat und wenn die Bauern noch spät draussen sind erschreckt ersie zu tode

Betruf

Ein alter Brauch ist auch der Betruf. Er wird im Sommer jeden Tag von den Alpen gerufen. Das macht der Sepp, er ist der einzige Sohn von 11 Töchter.

Schluss

Ich hoffe ich habe mit meinem kurzen Vortrag Euer Interese geweckt, das ihr selber einmal die wunderbare Alp Gitschenen besuchen geht.

Von François Flammang, Wilwerdange, Luxemburg

Der Manschettler

Gesehen und gezeichnet von Seraina Perrenoud, Wettingen.

Die Sage zum Manschettler wurde in der letzten Gitschener Post ausführlich beschrieben.


Streiflichter der Vergangenheit

Die Geschichte eines abenteuerlichen Schulweges

Wo sich heute skibewehrte Bergbegeisterte und wanderlustige Sonntagsausflügler bequem per Seilbahn über die Hänge hinauftragen lassen, schwebte früher manches Menschenleben in Gefahr. Der Blick in die Tiefe schwindelt, schroffe Felsen zur linken und ein Erdabbruch zur Rechten, der steiler beinahe nicht sein könnte, und doch habe ich mir sagen lassen, dass sich im Frühling oft waghalsige Steinböcke in diesen abschüssigen Flanken aufhielten. Um wertvolle Mineralien zu lecken, vermutet man.

Mit was für Gefühlen mochten wohl die Passagiere noch vor fünfzig Jahren in die Tiefe gespäht haben? Damals gab es nämlich den Luxus einer geschlossenen Achtergondel bei weitem noch nicht. Als einziges Transportmittel diente eine offene, hölzerne Plattform mit Geländer und einem Wassertank am unteren Ende. Das war die ganze Kunst. Das logisch praktisch konzipierte Bähnlein funktionierte allein mit Hilfe der Schwerkraft: oben auf der Gitschenen wurde jeweils Wasser in den Tank gefüllt und auf dem Talboden automatisch beim Einlaufen in die Station wieder entleert. Um 1927 konstruiert, war es stattliche dreissig Jahre lang in Betrieb, trotz Rost und eindeutigen Alterserscheinungen gegen das Ende. Zu dieser Zeit schwebte manches Menschenleben in Gefahr, bis das Pionierbähnlein endlich durch eine geschlossene Vierergondelbahn, der Vorgängerin der heutigen, ersetzt wurde.

Eigentlich nur für Material bestimmt, benutzten die Kinder das halsbrecherische Wasserbähnlein doch tagtäglich, um ihren sowieso schon langen Schulweg zu verkürzen. Sonst hätten sie auf einem lebensgefährlichen und im Winter lawinengefährdeten Pfad ins Tal steigen müssen.

Diejenigen von ihnen, die noch heute auf der Gitschenen leben, erinnern sich noch aufs lebendigste an diese Zeit.

Um schön pünktlich um acht Uhr morgens für den Morgengottesdienst in Isenthal zu sein, musste man früh aus den Federn. Noch war die Bahn nicht so praktisch gelegen wie heute, nein, es galt zuerst bis zu einer halbe Stunde zu laufen. Im Winter mussten dabei zwei Lawinenzüge überquert werden, was zwar mit der nötigen Vorsicht getan wurde, jedoch mehr aus Gewohnheit und nicht aus dem Bewusstsein einer Gefahr. Bei offensichtlicher Lawinengefahr hätten sie nicht mehr zur Schule gehen dürfen, was ihnen natürlich gar nichts ausgemacht habe, schmunzelt Meinrad Imholz.

Da es eine Konstruktion ohne Masten war, ging die Bahn vom äussersten Punkt der Alp aus, zur rechten Hand des Besuchers, wenn er mit der Gondel auf die Gitschenen hinaufkommt. Angst habe sie auf dem Bähnli nie gehabt, lacht Käthi Furrer, obwohl es mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h zu Tale gesaust sei. Jemand der Familie betätigte jeweils den Bremshebel oben auf der Gitschenen, damit die Kinder nicht in vollem Tempo in die Talstation krachten. Man sei sich halt an alle diese Gefahren gewöhnt gewesen und auch die Länge des Schulweges sei gar nicht unbedingt so wahrgenommenen worden, meinen sie alle einstimmig.

Auf dem Talboden angelangt, wartete eine andere Stunde Marsch dem Bach entlang auf die Kinder, die jedoch im Winter bei schönem Schnee mit einem Schlitten und "Schliifiseli" verkürzt werden konnte.

Ganz früher, vor der ersten Bahn, habe es nur einen schmalen Pfad auf die Gitschenen gegeben, der mit einem beschwerlichen Aufstieg verbunden gewesen sei, weiss Sepp Aschwanden noch zu erzählen. Da wurde noch das meiste mühsam auf dem eigenen Rücken hinaufgetragen, nur für grössere Transporte benutzte man Maultiere oder eine Zwicke (unfruchtbare Kuh). Zu jener Zeit dauerte ein Schulweg bis zu drei Stunden, und das jeden Tag.

Vielleicht wird sich ein Besucher beim nächsten Ausflug auf die Gitschenen beim Einsteigen in die Gondel an diese Umstände erinnern und den Blick mit Ehrfurcht die Hänge hinauflenken im Gedenken an den unbeugsamen Überlebenswillen dieser Bergbauern.

Festgehalten von Sabine Abt


Isenthal im Wandel der Zeiten 1840 - 1990

Als Buchbesprechung drucken wir hier das leicht gekürzte Vorwort des spannenden Büchleins ab.

Das Werk zeichnet das Bild unserer Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart. In eindrücklicher Weise zeigt es auf, wie enorm sich Isenthal im Laufe der letzten 150 Jahre entwickelt hat. Diese Aufzeichnungen setzen sich auseinander mit den Gegebenheiten, die die Abgeschiedenheit des Tales, das Leben mit den Mächten der Natur und die Begegnung von Tradition und Fortschritt mit sich bringen. Eine markante Stelle in der Entwicklung ist die Erschliessung unseres Tales durch den Bau der Fahrstrasse Isenthal - Isleten im Jahre 1901. Damals konnte man erstmals über den Seeweg zu den anderen Urner Gemeinden gelangen. Die Isleten, teilweise zum Gemeindegebiet Isenthal gehörend, wurde damit zum wichtigen Umschlagplatz für den Güterverkehr. Durch den Bau der Strasse Isleten - Seedorf im Jahre 1951 konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Die Pferdefuhrwerke wurden abgelöst durch Motorfahrzeuge und die Technik hielt auch im Isenthal Einzug. Vergangen waren die Zeiten der Lastenträger, der Flösser und der umweltfreundlichen Transportmittel. Geblieben aber ist die Erinnerung an die alte, schöne, wenn auch beschwerliche Zeit.

Der Autor Michael Walker, alt Gemeindeschreiber von Isenthal, hat als Kenner der Gemeinde in aufwendiger Arbeit aus den seit 1837 geführten Gemeindeprotokollen und anderen Überlieferungen diese Chronik zusammengetragen. Frau Hedwig Kleiner-Aschwanden, hat es verstanden, das Ganze in eine ansprechende Form zu bringen.

Das Büchlein kann bei der Gemeindekanzlei, 6461 Isenthal angefordert werden. Es kostet 25.- Franken.


Chopfweewätter

Weisch wie schöön,
wänn de Föön
vom Gotthard häär
übers Urnerland
en tüüfe, chnütschblaue Himel leit;
wäner siin fieberigheisse Schnuuf
i jedes Siitetaal ietreit?
Weisch wien er mit de gwaltige Lunge
s hinderst und letschti Dünstli verblaaset
d'Felswänd butzt, poliert und glänzt,
als wääreds vo obe bis une verglaaset,

und a de zackigen Iisgräämspiz
vom Damm- und Fläckistock umelutscht,
i de Windgällen inen en Aalauf nimmt
und in eim Ggaracho d'Häng aberutscht?
Weisch wie dä übermüetig Lump
sich a de Ställ und Hüüser riibt
und wien en Schaafhirt siini Häärd,
die Dörfer a de Rüüss zämetriibt,
dass d'meinsch,
me chönti mit eim Gumpp
vo Göschene (über Amstääg ewääg)
sich bis uf Erstfäld abeschwinge?

Du, häsch scho ghöört, wie de Föön
pfiife chan und jodlen und singe,
wien er mit Hüülen und schuurigem Gstöön
dunen ufem Vierwaldstettersee
d'Wäle packt und s umerüert
und d'Schiff, wo nöd hei sind
zum Tanze verfüert?
Und gäll, du häsches gwüss ä scho gspüürt,
wie dä chogechätzers Föön
de Lüüte bis is Mittelland ie
d'Chöpf uufpumpet,
als wääreds Balöön.


TS LIÄTLI VO DER PHILOSOPHIE

Ooni es Fyyrli, da giid äs käi Räüch,
ooni es Gäärtli, da giid äs käi Läüch,
ooni Syyw giid äs käi Schinken und Späck,
ooni Morieeten isch ts Lääbä käi Schläck.

Ooni es Wässerli giid äs käis Meer,
ooni es Ämtli, da giid äs käi Eer,
ooni am Samsstig im Stäärnä der Jass
miächt mer bim Äid äü der Suntig käi Gschpass.

Ooni Paschteeten und Chrapfen und Wyy
laan-i der Chilbitanz liäber la syy,
ooni es Schätzli wiä Milch und wiä Blüät
gfallti mer ts Lääbä nit halb ä so güät.

Oon-i Tüback zind-i ts Pfyyffli nid a,
ooni Schnaps laan-i es Schwarzes la staa,
oom es bitzäli Liäbi derbyy
wett ich im Hiimel käi Aärzängel syy.

Ooni es bitzäli Liäbi derbyy
nitzt uf der Wäld ä käi Filosofyy.

Von Hansheiri Dahinden


Unsere Klassenreise von Klewenalp nach Bauen

Mit dem Zug nach Luzern und dem Schiff nach Beckenried begann unsere tolle Reise in die Innerschweiz. Nach der Gondelfahrt von Beckenried auf die Klewenalp begann unser Fussmarsch. Viele kleine „Bächlein“ zum abkühlen munterten uns immer wieder auf, bis wir nach einer guten Stunde im Brisenhaus ankamen. Dort spendierte uns unser Klassenlehrer eine gute Suppe. Es war toll den die Geissen leisteten uns lustige Gesellschaft. Der Lehrer erklärte jetzt den Aufstieg zum „Steinälplerjochli“. Voller Elan machten wir uns auf den Aufstieg. Der Weg führte steil und kurvig bergauf. Trotz viel Schweiss und müden Füssen genossen wir immer wieder die tolle Aussicht auf die Klewenalp. Auf dem „Steinälplerjochli“ durften wir unseren Rucksack erleichtern, Mittagessen war angesagt. Ein toller Abstieg über den Geissboden begann. Schon bald sahen wir unser nächstes Ziel „Gitschenen“. Viele schöne Alpwiesen mit Blumen gaben ein farbenfrohes Bild ab. Freundlich wurden wir von dem Wirtepaar und ihrem Hud „Blessi“ begrüsst. Nach der besichtigung des Nachtlagers, zog uns ein verführerischer Duft ins Restaurant. An gedeckten Tischen genossen wir die „Älplermakkronen mit Kompott“. Ein toller erster Tag war nun schon vorbei.

Nach einem guten Frühstück mussten wir von dieser schönen Alp abschied nehmen. Ein gut zweistündiger Marsch brachte uns ins Dörfchen Isenthal. Ein kurzer Rast und schon kam der nächste Aufstieg zur „Bärchi“. Eine tolle Aussicht über den Urnersee überraschte uns hier. Der Abstieg auf einem romantischen Weg durch Schluchten und tolle Aussichten begleiteten uns bis nach Bauen. Ein kurzer Abstecher in den Urnersee machte alle müdigkeit wieder wett.

Mit Schiff und Bahn ging es jetzt wieder nach Hause.

Von Raphael Imhof, Reinach


Leserforum

Verehrte Leserin, verehrter Leser, wir offerieren Ihnen hier mit diesem Leserforum eine Plattform, mit welcher Sie gerne selber einen Beitrag veröffentlichen oder sonst Ihre Meinung zu Gitschener Themen kundtun dürfen. Wir warten gespannt auf Ihre Beiträge. Machen Sie mit!

Zu unserer ersten Zeitung hatten wir zahlreiche, erfreuliche Reaktionen, Anregungen und Rückmeldungen. Aber, dieses Forum dürfte eigentlich noch intensiver genutzt werden! Gerne veröffentlichen wir nun die philosophischen Gedanken von Paul Jans zu Gitschenen.

Trends in Gitschenen: NatUR - pUR

Hat man als Ausflugsziel das hintere Isenthal gewählt, so muss es einem trotz der dortigen Schönheit des Tals "zsycho", mit der Luftseilbahn die 550m nach Gitschenen hochzufahren. Ausser man ist eingeladen, organisiert sich auf der Sonnenterrasse zu einem Treffen, trifft sich zu einer Tagung oder bleibt für Erholung. Die viel zitierten Tips, welche der Schweizer Gastro Szene aus dem Rezessionsloch helfen sollen, werden auf Gitschenen seit Jahren angeboten. Hier wird der Ausflug zum echt gelebten Erlebnis. Im wunderbaren Panorama und bester Alpenluft schweift man mit dem Blick talabwärts mit dem Wunsch, noch möglichst lange die Sonne der Gastgeberfamilie Herger geniessen zu können. Gastfreundschaft, willkommen sein, und das bei guter Küche und reellem Wein, bildet genau das Rückengrad der heutigen Trends. Nicht die kurzlebige Fast-food Welle im Ethno Look, sondern gehobene Gastronomie wird hier angeboten, so wie dies der Schweizer und Urner Tourismus als Visitenkarte nach aussen repräsentiert.

Gitschenen, ein Ausflug, der nicht mehr länger als Geheimtip für lnsider gehandelt werden darf, denn Gitschenen liegt mehr als im Trend, Gitschenen ist eine touristische Philosophie.

Von Paul Jans, Hotel Frohsinn, Präsident des Urner Verkehrsvereins, Erstfeld


Isenthal im Wandel der Zeiten 1840 - 1990

Als Buchbesprechung drucken wir hier das leicht gekürzte Vorwort des spannenden Büchleins ab.

Das Werk zeichnet das Bild unserer Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart. In eindrücklicher Weise zeigt es auf, wie enorm sich Isenthal im Laufe der letzten 150 Jahre entwickelt hat. Diese Aufzeichnungen setzen sich auseinander mit den Gegebenheiten, die die Abgeschiedenheit des Tales, das Leben mit den Mächten der Natur und die Begegnung von Tradition und Fortschritt mit sich bringen. Eine markante Stelle in der Entwicklung ist die Erschliessung unseres Tales durch den Bau der Fahrstrasse Isenthal - Isleten im Jahre 1901. Damals konnte man erstmals über den Seeweg zu den anderen Urner Gemeinden gelangen. Die Isleten, teilweise zum Gemeindegebiet Isenthal gehörend, wurde damit zum wichtigen Umschlagplatz für den Güterverkehr. Durch den Bau der Strasse Isleten - Seedorf im Jahre 1951 konnte Isenthal erstmals auf dem Landweg mit Fahrzeugen erreicht werden. Die Pferdefuhrwerke wurden abgelöst durch Motorfahrzeuge und die Technik hielt auch im Isenthal Einzug. Vergangen waren die Zeiten der Lastenträger, der Flösser und der umweltfreundlichen Transportmittel. Geblieben aber ist die Erinnerung an die alte, schöne, wenn auch beschwerliche Zeit.

Der Autor Michael Walker, alt Gemeindeschreiber von Isenthal, hat als Kenner der Gemeinde in aufwendiger Arbeit aus den seit 1837 geführten Gemeindeprotokollen und anderen Überlieferungen diese Chronik zusammengetragen. Frau Hedwig Kleiner-Aschwanden, hat es verstanden, das Ganze in eine ansprechende Form zu bringen.

Das Büchlein kann bei der Gemeindekanzlei, 6461 Isenthal angefordert werden. Es kostet 25.- Franken.


Tipp: Berggasthaus Golderli im Kiental

Ehrlich gesagt, wir verstehen ja gut, wenn Sie vielleicht einmal im Leben auch noch an einen anderen schönen Ort auf dieser Welt gehen möchten, als nur immer nach Gitschenen... Wir haben Ihnen da einen Tip. Georges und Beatrice Jost führen das schöne Berggasthaus Golderli im Kiental, Griesalp Gorneren, Berner Oberland, eine andere herrliche Gegend der Schweiz. Ein Besuch dieses befreundeten Betriebs lohnt sich auf jeden Fall. Telefon: 033 / 676 21 92.

 


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Last Update: 22.11.2009