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Gitschener Post - Herbst 1998
Nr. 3 / Herbst / Winter 1998/1999
Editorial
Liebe Freunde von Gitschenen,
die zweite Ausgabe der Gitschener Post
hat wiederum ein grosses Echo ausgelöst in Form von vielen Telefonaten und persönlichen
Gesprächen, aber auch in Briefen und elektronischer Post. Sie finden
selbstverständlich in dieser Ausgabe die interessantesten Leserzuschriften
sowie bemerkenswerte Ereignisse bezüglich unseres Internet-Auftritts vor.
Auffallend viele, positive Reaktionen hat es auf die „historischen“ Erzählungen
zur alten Seilbahn und zum Strassenbau gegeben. Das spornt uns an, weitere
Themen zu diesem Gebiet auszukundschaften und zu veröffentlichen. In dieser
Ausgabe finden Sie z.B. eine Reportage zur Geschichte des Postautobetriebs ins
Isenthal oder eine solche zum Vorhaben, alte Urner Trachten wieder neu aufleben
zu lassen!
Dank des recht guten Wetters ist der
Sommer 98 für Gitschenen eine erfreuliche Saison geworden. Das Gasthaus wurde
an schönen Wochenendtagen manchmal richtiggehend überrannt, was zur Folge
hatte, dass der eine oder andere Gast vielleicht etwas warten musste, bis er
sich seinem bestellten, mit immer viel Sorgfalt zubereiteten Teller widmen
durfte. Wir danken für das Verständnis, welches einige Gäste an gewissen
„Stresstagen“ dem Gasthaus und seinem Personal entgegenbringen mussten. In
diesem Zusammenhang gibt es nun eine äusserst positive Nachricht zu vermelden:
Es kommt zwar jetzt die Winterpause für das Gasthaus. Aber es wird sich dort
niemand zum Winterschlaf niederlegen. Im Gegenteil, der begonnene Küchenumbau
wird mit einem Grosseinsatz aller verfügbaren Kräfte zu Ende geführt werden.
Das bedeutet, dass ab der Sommersaison 1999 alle Gäste des Gasthauses schneller
und noch besser bedient werden können.
Für den vergangenen Sommer und noch für
diesen Herbst ist auf Gitschenen zum ersten Mal ein hochstehendes Kulturprogramm
aufgestellt worden. Die einzelnen Angebote sind bis jetzt erfreulich rege
besucht worden. Auf besonderes Interesse sind auch die Ausstellungen im
„Alpen-Kunsthäuschen“ gestossen und die Aussteller konnten sogar einige
Bilder verkaufen. Gerne würden wir nun das Kulturangebot noch etwas ausweiten,
das heisst, zusammen mit der Region und der Gemeinde Isenthal koordinieren,
gestalten und einzelne Veranstaltungen auch an weiteren Standorten durchführen.
Beachten Sie bitte unser neues
Kursangebot für das Jahr 1999. Es ist unglaublich, was da alles an
interessanten und ansprechenden Themen geboten wird. Ich möchte an dieser
Stelle besonders auf die sechs neu eingebrachten Kurse hinweisen: Da wäre etwa
der Kurs des sehr alten Kunsthandwerks des Verzierens von Kerzen und Legens von
Wachsstöcken, da ist der Mann, der den Frauen das andere Stricken beibringt,
weiter können Bänder gestickt werden, endlich gibt es nun einen Kurs zum
Erlernen des Hackbrettspiels sowie einen für das Kreieren von zauberhaften
Puppen und, was bis jetzt gefehlt hat, ein besonders interessanter Kurs für
Kalligrafie und die tiefere Bedeutung und Ausstrahlung einer Schrift.
Wir vom Gitschener Team wünschen
Ihnen für das letzte Jahr dieses Jahrtausends alles Gute!
Skilift Gitschenen, Isenthal
Die Geschichte des Skiliftes
Im Jahre 1957 wurde die
Seilbahn Gitschenen in Betrieb genommen und das Berggasthaus Gitschenen erbaut.
Mit der Seilbahn wurde im Sommer ein wunderschönes Wandergebiet erschlossen und
im Winter die Möglichkeit geboten, Ski zu fahren. Anfänglich musste der
Aufstieg aber noch zu Fuss mit den Skiern bewältigt werden. Zu Beginn der
sechziger Jahre erbaute der damalige Besitzer des Gasthauses Gitschenen, Walter
Bissig, einen kleinen Skilift mit nur zwei Bügeln, der bis Ende Winter 1969/70
im Betrieb war.
Im Herbst 1970 wurde
ein neuer Skilift vom Horlachen bis zur Schrindi erstellt. Im Jahre 1988 wurde
er umgebaut und den neuesten Vorschriften angepasst.
Nach dem Tode von
Walter Bissig wurde eine Skilift Gitschenen AG gegründet. Infolge ungünstiger
Voraussetzungen musste die Aktiengesellschaft 1994 den Konkurs eröffnen.
Im Jahr 1995 wurde der
Lift von einer neu gegründeten Genossenschaft erworben.
Skilift Gitschenen und der Skiklub Isenthal
Mit dem Bau der
Seilbahn Gitschenen und etwas später mit dem Skilift wurden die Aktivitäten
des im Jahre 1936 gegründeten Skiklubs immer grösser. Der Skisport erlebte
auch im Isenthal einen sehr grossen Aufschwung. Auf Gitschenen wurden regelmässig
Skirennen durchgeführt. Der Skiklub entwickelte sich zu einem der aktivsten
Vereine im Isenthal und wurde durch Aktiv-Mitglieder über die Kantonsgrenzen
ein Begriff, konnten doch eine Zentralschweizer Meisterin in den alpinen
Disziplinen (Käthi Furrer-Gisler, Gitschenen) und eine Schweizer Meisterin im
Langlauf (Käthi Stäbler-Aschwanden, vormals Gitschenen)gefeiert werden.
Die Landschaft und Region Gitschenen im Winter

Sehr viele Leute kennen
Gitschenen als Wandergebiet und beliebtes Ausflugsziel im Sommer. Aber auch im
Winter ist Gitschenen einen Ausflug zur sportlichen Betätigung wert. Sei es zum
Ski- oder Snowbordfahren auf den Pisten und Lift, einer Skitour auf den Brisen,
Riseten, Schwalmis oder Richtung Bannalp oder einfach zu einem Spaziergang auf
der Sonnenterrasse des Isenthals.
Familienfreundlicher Skibetrieb
Die
Skiliftgenossenschaft wird sich auch im kommenden Winter bemühen, ihre Gäste
bestens zu bedienen. Mit den Preisen für Tageskarten inkl. Seilbahn von Fr.
22.-- für Erwachsene und Fr. 15.-- für Jugendliche unter 16 Jahren bleiben die
Preise unverändert wie im letzten Winter. Für Schulen und Gruppen gewähren
wir spezielle Vergünstigungen.
Mehrtageskarten oder
ein Spezialangebot mit einer 2 Tageskarte am Skilift plus einer Übernachtung
mit Halbpension im Gasthaus Gitschenen sind ebenfalls erhältlich. In den
letzten Jahren wurden verschiedene Verbesserungen an der Skipiste vorgenommen
und mit der Anschaffung des Pistenfahrzeuges Kässbohrer PB 200 im letzten Jahr
sind wir ausgerüstet, Ihnen eine gute Piste zu bereiten. Für Anfänger auf Ski
und Snowboard wird im nächsten Winter neu ein kleiner Übungslift zu Verfügung
stehen.
Der von der
Skiliftgenossenschaft geführte Kiosk bei der Bergstation des Liftes bietet
Ihnen die Möglichkeit, sich mit Getränken und kleinen Imbissen zu stärken
oder die Sonne zu geniessen.
Das Gasthaus Gitschenen
bietet Ihnen eine angenehme Atmosphäre mit Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeit
an.
Im weiteren besteht die
Möglichkeit, auf Anfrage, Skiunterricht zu erhalten.
Wir freuen uns auf
Ihren Besuch im nächsten Winter und zählen sie gerne zu unseren Gästen.
Weitere Auskunft
erteilt Ihnen der Präsident der Skiliftgenossenschaft Gitschenen
Anton Furrer-Gisler,
Tel. 041 878 11 33 oder der Betriebsleiter
Karl Bissig-Arnold,
Tel. 041 878 12 89
von Kari Bissig,
Isenthal
60 Jahre
Postautoverbindung mit dem Isental
 
Chronik der Entstehung und Entwicklung
Wer über den Urnersee
oder durch die Axenstrasse in den Kanton Uri fährt, der sieht vielleicht mit
einigem Grauen auf die trutzige Gebirgskette, die sich vom Oberbauenstock über
Schwalmis und Urirotstock bis zum Gitschen erstreckt. Steile Felswände ragen
vom See aus beinahe senkrecht in die Höhe, und Bergspitzen bis fast 3000 m
bilden den krönenden Abschluss. Einigermassen erstaunt ist man, auf einer
Felsterrasse und zwischen den Bergen einige grüne Flächen und stotzige
Heimwesen zu entdecken; ja, seltsamerweise sieht der scharfe Beobachter, dass
sich von der Halbinsel lsleten aus in scharfen Kehren eine steile Strasse durch
die Felsen emporwindet und auf der Höhe des sogenannten «Käppeli» zwischen
den Waldbäumen in einem engen Tal verschwindet. Und wer gwunders- oder
interessehalber dieser Strasse folgt, der kommt durch Wald und Schlucht zum
Dorfe Isenthal, das ganz in dieser Bergwelt versteckt an den Wohnort der sieben
Zwerge hinter den sieben Bergen erinnert. Und wer in der Geschichte des Dorfes
blättert, der vernimmt, dass zur Zeit hier rund 600 Personen in etwa 120 Häusern
wohnen und hausen, arbeiten und leben. Wenn auch noch von Bauen her ein früher
oft begangener Weg ins Tal führt, war und ist die Strasse von der Isleten her -
als Abzweigung, der Route Altdorf - Seedorf - Bauen - die einzige
Verkehrsverbindung von und zu der grossen Welt. Und dass die lsenthaler diesen
Anschluss nicht verpassen wollten, zeigt uns ein kurzer Rückblick auf die
Postverbindungen ins Isental.
Bis zum Jahre 1855
wurde das Isental politisch von Flüelen aus besorgt. Wie die Zustellung der
damals wohl seltenen Postsachen ins abgelegene Tal geschah und wie oft, ist
nirgends festgehalten. Zeitungen gab es wohl noch nicht manche im lsental,
Rechnungen wurden wahrscheinlich persönlich und Liebesbezeugungen mündlich überbracht!
Im Jahre 1855 wurde dann in Isenthal die erste Postablage eröffnet. Im Sommer
zweimal, im Winter einmal in der Woche holte der Postbote aus Isenthal die Post
in Flüelen ab. Mindestens vier Stunden wurden für den Fussmarsch zur Isleten,
die Fahrt mit dem Ruderschiff nach Flüelen und den Rückweg gebraucht. Wie oft
wohl Schnee und Regen, Sturm und Föhn den Boten begleitet oder gar zurückgehalten
haben? Wohl infolge Zunahme des Postverkehrs wurden die Botenkurse später auf
drei und sogar vier wöchentlich erweitert. Dreissig Jahre lang wurde so diese
Postverbindung ins Isental aufrecht erhalten. Seit ab 1885 die Dampfschiffe
regelmässig den Urnersee befuhren, brachten diese die Post auch an die Station
Isleten, von wo sie weiterhin mit Fussboten ins Tal getragen werden musste. Der
beschwerliche Fussweg stieg damals steil hinter der Fabrik an der Isleten über
das Käppeliegg auf den Saum und von dort an der schattigen Talseite zum Dorf.
Nachdem um 1900 von der
Isleten nach Isenthal die noch heute bestehende Strasse gebaut worden war, wurde
im Jahre 1904 die erste Pferdepost für die Zeit von anfangs Juni bis Ende
September eingeführt. Zweimal täglich befuhr, der Einspänner die Strecke,
wobei neben den Postsachen abwärts vier, aufwärts je nach Körpergewicht(!)
zwei bis drei Personen im Wagen Platz nehmen durften. Kutscher war der «Gubeli
Michi», der Grossvater des jetzigen Isenthaler Posthalters Anton Gasser.
Fahrpreis Isleten - Isenthal: Fr. 1.-. In der übrigen Zeit wurde der
Postverkehr weiterhin zu Fuss abgewickelt. Bedingt durch den ersten Weltkrieg
wurde 1915 die Pferdepost aufgegeben und der Fussbote machte weiterhin täglich
seinen Weg zur Isleten.
Eine eigentliche
Pionierleistung vollbrachte im Jahre 1925 der damals 21 jährige Hans Gasser,
als er sich ein Occasionsauto, Marke «Itala», mit fünf Sitzplätzen
anschaffte und dieses mit einem Nauen von Flüelen an die Isleten überführen
liess. Während der Sommerzeit befuhr er nun regelmässig die Strecke Isenthal - Isleten und beförderte
Einheimische und Touristen. Im Jahre 1928 wurde zwischen der PTT und Hans Gasser
ein Vertrag über die Ausführung des regulären Postautobetriebes Isleten -
Isental abgeschlossen. Wenn man bedenkt, dass die ersten Autopostlinien im
Berggebiet im Jahre 1919 eröffnet wurden, so ist die Betriebsaufnahme bereits
im Jahre 1928 sicher eine bemerkenswerte Tatsache. Von Mitte Juni bis Mitte
September verkehrten jetzt fahrplanmässig pro Tag zwei Autokurse; seit 1938
wurden die Kurse bereits ab 1. Mai bis 31. Oktober geführt. An Autos folgten
ein Buick und später ein 8 Plätzer Cadillac. Während des Winters kam wieder
der Fussbote zum Einsatz. Die Zunahme des Postverkehrs und der Reisenden nach
dem zweiten Weltkrieg führte dazu, dass seit 1946 der Autobetrieb auch im
Winter aufrechterhalten wurde und die Anschaffung eines Autos mit 14 Plätzen im
Jahre 1950 nötig machte. In den Jahren 1949 - 51 wurde durch den Bau der Güterstrasse
Seedorf - Isleten die Möglichkeit geschaffen, die Autopost von Isenthal bis
Altdorf zu führen. Der Initiant der Isentaler Autopost und langjährige Wagenführer
Hans Gasser sollte aber diesen Wunschtraum nicht mehr erfüllt sehen, fand er
doch am 4. Dezember 1949 an der Isleten zusammen mit vier Schützenkameraden im
Urnersee den tragischen Unfalltod. Seine Gattin, Marie Gasser-Arnold, führte
nun die Autopost mit Chauffeuren weiter. Nach einer anfänglichen Weigerung der
zuständigen Behörden konnte 1951 die Bewilligung doch erreicht werden, den
Postautokurs dreimal täglich bis Altdorf zu führen. Trotz anfänglich verfügtem
Einbahnverkehr und der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/Std. liess sich
der Betrieb sehr gut an und immer mehr Leute fuhren in dem von sicherer Hand
gelenkten Postauto von Altdorf ins Isental und zurück. Die steigende Zahl der
Passagiere erforderte im Jahre 1953 die Anschaffung eines neuen Wagens, Typ
Saurer, mit 26 Sitzplätzen. Erst in grauer Farbe, später im traditionellen
Postgelb befuhr der Wagen regelmässig die engen Kehren und der Dreiklang des
Posthorns echote melodisch von den Felsen. Der Versuch, seit 1958 im Sommer den
Postkurs bis St. Jakob im Grosstal zu führen, erwies sich als richtig und
erforderlich, und nachdem die Post auch als Schulbus für die Kreisschule
Seedorf eingesetzt werden konnte, verkehrt das Kursauto nun zweimal täglich bis
zur Seilbahn Gitschenen. Eine Jahres-Kilometerleistung von über 30000 km. und
die Abnützung auf der Bergstrecke, zum Teil auch auf Naturstrasse, erforderte
im Jahre 1967 die Anschaffung eines neuen Wagens mit 36 Plätzen.

Auf den 1. April 1963
übernahm Hans Gasser junior, von seiner Mutter die Führung des Postautos, so
dass das Jubiläum des Postautobetriebes gleichzeitig zum Jubiläum wird für
die Familie Gasser, die in diesen 60 Jahren ohne Unterbruch für die Führung
des Autokurses verantwortlich war. Dem Chronisten ist nicht bekannt, dass in den
60 Jahren Autobetrieb durch die Familie Gasser je ein nennenswerter Unfall
passiert ist, was bei den oft schwierigen Strassenverhältnissen, den
Wetterlaunen, den engen und unübersichtlichen Strassenkehren, der steilen,
steinschlaggefährdeten Strecke ein gutes Zeugnis für die Chauffeure ergibt.
Die Postautohalterfamilie hat ihre Verantwortung für einen sicheren Transport
der Kunden stets wahrgenommen und erfüllt.
60 Jahre Autopost ins
Isental: Wahrlich ein Markstein in der Geschichte dieses Bergtales. Wenn die
Post nur ein Renditenbetrieb wäre, dann wäre dieses Jubiläum wohl nie fällig
geworden. Weil sie aber ein Dienstleistungsbetrieb ist, dürfen wir mit Recht
dieses Ereignis feiern in Dankbarkeit gegenüber all den vielen, die in diesen
60 Jahren zum Bestehen der Isentaler Post beigetragen haben.
Pfarrer Truttmann
Isidor, Isenthal
Das Projekt „Urner
Trachten“
Eine Idee, welche teilweise im inspirierenden
Gitschenen entwickelt worden ist
Vor einigen Monaten übergab
Frau Beatrice Herger-Kieliger vom Berggasthaus Gitschenen dem Historiker Rolf
Gisler-Jauch, Staatsarchivar Uri, einen Ordner mit vielen Briefen, Skizzen und
Rechnungen zur Begutachtung aus historischer Sicht. Es handelte sich dabei um
Unterlagen von Frau Anna Loretz, Wassen, welche im blühenden Alter von 36
Jahren im Jahre 1948 gestorben war. Anna Loretz war eine eifrige Verfechterin
des Trachtenwesens im Alltag. Vor allem hat sie auch Trachten für das obere
Reusstal entworfen und hergestellt. Ihre Person und ihre Trachten sind jedoch
heute anscheinend leider in Vergessenheit geraten. Kurz darauf trafen sich Frau
Herger-Kieliger und Herr Gisler-Jauch mit Herrn Erich Herger, dem Chefredaktor
des "Urner Wochenblatts". Sie entschlossen sich, Anna Loretz anlässlich
ihres 50. Todestages einem breiten Publikum wieder in Erinnerung zu rufen. Es
entflammte sich eine derartige Begeisterung zu diesem Thema, dass schlussendlich
gute Ideen für eine ganze Zeitungsserie zusammengekommen sind. Gegenstand
dieser Serie wird einmal die traditionelle Tracht sein, wie sie in den
Trachtenvereinen gepflegt wird. Es sollen alle Urner Trachten und
Trachtenvereine vorgestellt werden. Ein weiterer Aspekt der Serie wird sich mit
der Trachtenmode in der Schweiz beschäftigen, welche es eigentlich, im
Gegensatz zu Deutschland und Österreich, gar nicht gibt. Ein Erklärungsversuch,
wieso das so ist, soll ebenfalls Gegenstand der Trachtenserie sein. Schliesslich
sollen in ihr Vorstellungen zu einer modernen Urner Trachtenmode des zu Ende
gehenden 20. Jahrhunderts mit leichten Stoffen und modernem Schnitt vorgestellt
werden. Die Initianten haben sich zusätzlich für die Herstellung von solchen
modernen Trachtenmodekleidern mit Frau Walker vom Schneiderinnen-Atelier in
Verbindung gesetzt, wo sie ebenfalls auf Begeisterung gestossen sind. Nun planen
sie, im Frühjahr 1999 eine Präsentation zu machen. Es sollen dort acht bis
zehn Urner Trachtenmodekleider gezeigt werden, welche nach Entwürfen von
Beatrice Herger-Kieliger hergestellt werden und welche klar als solche erkennbar
sind, jedoch pfiffig sowie modern daherkommen.
Anlässlich des 50.
Todestages von Anna Loretz erscheint im "Urner Wochenblatt" ein erster
Aufruf zur geplanten Trachtenserie. Dieser ist auch in dieser Gitschener Post
abgedruckt! Danach werden die Beiträge dort periodisch erscheinen. Zum Schluss
der Serie wird dann die erwähnte Präsentation der modernen Urner Trachtenmode
erfolgen.
In der Serie möchten
die Initianten die Merkmale jeder Tracht hervorheben und jeden Trachtenverein
aus einem anderen Blickwinkel präsentieren.
Wir werden die
einzelnen Teile der Serie auch in der Gitschener Post veröffentlichen. Und später
soll das ganze Projekt zudem zusammengefasst in einer Broschüre erscheinen.
Beatrice
Herger-Kieliger und Rolf Gisler-Jauch
Bergchilbi
auf Gitschenen
Am Samstag, den 15.
August 1998 trafen sich die Aktivmitglieder vom Jodlerklub Heimelig Villmergen
auf dem Bahnhof Wohlen zu einer 1½
tägigen Vereinsreise mit Ziel: die Alp Gitschenen im Urnerland. Via
Rotkreuz - Arth Goldau ging die gemütliche Fahrt nach Flüelen.
Bis zur Abfahrt des
Postkurses wurde die Zeit bei einem Glas Wein oder Bier an der Schiffsstation
verbracht. Dort wurde den vielen Touristen mit einem "Überraschungs-Ständchen"
aufgewartet. Jodellieder, Alphornblasen und Fahnenschwingen wurden dargeboten
und mit viel Applaus vom Publikum verdankt.
In flotter Fahrt
brachte der Buschauffeur die fröhliche Gruppe nach Isleten und dann die steile
Rampe hinauf nach Isenthal, wobei man einen herrlichen Tiefblick hinunter auf
den tiefblauen Urnersee geniessen konnte. Die schmale Strasse führte dann noch
weiter ins Tal hinein bis zur Seilbahnstation St. Jakob der Gitschenenbahn.
In mehreren Gruppen
aufgeteilt überwand man dann auch noch die letzte Hürde hinauf auf die Alp
Gitschenen auf 1550 Meter über Meer gelegen. Auf der blumengeschmückten
Terrasse des Berghauses genoss man zuerst einmal den erhabenden Rundblick auf
die Bergwelt des Uri-Rotstock, Stockzahn, dem Felsentor bis zur Brisenkette,
Hier hat der Herrgott einen Flecken Erde geschaffen, der seinesgleichen kaum
anderswo zu finden ist. Diese vorabendliche Stimmung, bei prächtigem Wetter,
erwärmte die Herzen und es war naheliegend, dass der Klang eines Naturjodels
aus 18 Kehlen in diese hehre Alpenwelt hinaus kommen musste.
Dieses Erleben und
Wiedergeben eines Jodels in der freien Natur auf der Alp kann mit keinem, noch
so gutem Wett- oder Konzertlokal verglichen werden.
Nachdem die sauber und
schönen Zimmer wie Massenlager bezogen waren, wartete ein schmackhaftes
Nachtessen auf uns. Der "Gitschenen-Teller" wurde vom Aktivmitglied
Benno Müller gespendet, der am 13. Mai dieses Jahres seinen 50. Geburtstag
feiern konnte. Ein herzliches vergelt’s Gott an dieser Stelle sei angebracht.
Zu einem ganz
besonderen, tiefen Erlebnis, wurde die kurze Wanderung in der Dämmerung, zur
Betruf-Kapelle, wo man um 21.15 Uhr den Betruf des Älplers am gegenüberliegenden
Berghang hören konnte. Tiefe Stille. Nur das leise bimmeln der Glocken von den
weidenden Kühen und das Ave Mariä des Älplers durchbrachen diese Stille. Über
uns der sternklare Nachthimmel und ringsum die beeindruckende Bergkulisse.
Nachdem die letzten Worte des Betrufes verklungen waren, gaben auch die
Alphornbläser Dankesmelodien über die Alp an den Herrgott ab. Ihre Weisen
wiederhallten im Echo an den steilen Bergflanken. Ein Erlebnis das sicher keiner
vergessen wird.
Zurück in der
Gaststube klang der Abend in gemütlicher Runde mit einigen Jodelliedern aus.
„Morge uf d’r
Alp" hiess das Wettlied, das der Jodlerklub Heimelig Villmergen anlässlich
des Nordwestschweizer Jodlerfestes in Bremgarten der Jury vortrug. Sie wurden
mit der Höchstklasse 1 ausgezeichnet. Sein Text passte wunderbar in diesen
Sonntagmorgen hinein. Röbi Fellmann fand 1938 folgende Worte für die 1.
Strophe: „Wenn's gägem Oschte liechter wird, mer d'Bärg erchänne mag. De höchsti
Firn scho roserot, erglänzt im junge Tag: Da staht de Senn vor's Hüttechrüz
und danked Gott für d'Wacht, Das heil und früsch er Mäntsch und Veh, erhalte
hed dur d'Nacht".
Ein wunderschöner
Sonntagmorgen brach an und die Jodlerschar sowie die vielen Touristen, die hier
oben genächtigt hatten, genossen auf der Sonnenterrasse ein währschaftes „Älplerzmorge“
bei Selbstbedienung.
Dann wurde es Zeit für
den Berggottesdienst, in der 1994 erbauten Betruf-Kapelle. In deren Mitte steht
das Motiv „Goldener Ring" aus dem Urner Betruf. Ein Teil des Textes
heisst: „All Schritt und Tritt i Gotts Name lobä. Hiä uf derä Alp isch ä
goldige Ring, dri wohnt diä liäb Muetter Gottes mit ihrem härzallerliäbschtä
Chind."
Bericht vom Jodlerklub
Heimelig Villmergen
TSCHONI
SCHNÜFFI
von Alfons Müller-Marzohl
(† 3.97) für das Ferienkind Mali
Vorwort von der Redaktion
Vor etwa 10 Jahren war
im Ferienhaus von Alfons Müller-Marzohl auf Gitschenen ein kleines Mädchen
namens Mali für ein paar Tage in den Ferien. Die zwei machten eine interessante
Abmachung: Alfons würde für Mali eine Geschichte schreiben und Mali sollte ein
paar Illustrationen dazu zeichnen. Alfons nahm die Sache ernst und begann sofort
und lange zu schreiben. Wohlverstanden, er schrieb die Geschichte für das Mädchen
Mali. Seien Sie deshalb nicht überrascht, wenn Sie Ähnlichkeiten zu einem
weltberühmten Roman vorfinden sollten. Auf die Zeichnungen wartet man leider
heute noch. Können wir vielleicht einige Leserinnen oder Leser der Gitschener
Post anspornen, zur nachfolgenden Geschichte ein paar passende Bilder zu
kreieren? Gerne würden wir diese in der nächsten Gitschener Post veröffentlichen.
Eine merkwürdige Geschichte
Dies ist eine höchst
merkwürdige Geschichte. Bis jetzt war sie ganz geheim. Mali und Alfons sind die
allerersten, die sie erzählen dürfen. Und wer sie liest, gehört zu den
ersten, die sie kennen lernen.
Das kam so:
Ein Skiunfall
Es war an einem
wunderschönen Tag in den letzten Fasnachtsferien. Kein Wölklein am Himmel, der
Schnee strahlte und die Berge lockten zu einer Skitour. Da sagte Opa Alfons zu
Mali: "Siehst du dort oben das Jochli, den Pass zwischen dem Brisen und
Glatten Grat? Da hinauf gehen wir jetzt. Wir gehen allein, die andern Kinder
haben schon etwas abgemacht."
Mali war begeistert.
Die beiden zogen heimlich die Felle auf die Ski und los ging’s. Schritt für
Schritt hinauf. Immer im gleichen Takt. Sie redeten nichts, weil man beim
Bergsteigen nicht spricht. Sonst verliert man den Schnauf.
Mali gab sich alle Mühe,
Schritt zu halten. Sie schnaufte laut. Aber dem Opa Alfons ging es nicht besser.
Er pustete wie eine Dampflokomotive. Und er bewegte sich auch wie eine Lok: Das
heisst, er hielt mehr als eine halbe Stunde lang nicht an und lief wie auf
Schienen bergwärts: linker Ski - rechter Ski, immer weiter. Mali wischte sich
kirschengrosse Schweisstropfen, von der Stirn, aber sie blieb nicht zurück.
Endlich kamen sie
schwitzend und schnaufend, aber ganz stolz auf dem Jochli an und wollten sich
setzen. Doch, was sahen sie? Ein Mann hockte da neben einem grossen Rucksack im
Schnee. Er war etwa fünfzig Jahre alt und schien sehr stark. Aber er hatte das
rechte Bein mit einer Schärpe eingebunden und neben ihm lag ein halb
gebrochener und verbogener Ski.
Mali nahm einen Satz
und sprang auf ihn zu: "Was ist? Was haben Sie? Tut etwas weh? Kann ich
helfen?" Der Mann sagte: "Cut, dass ihr gekommen seid. Ich liege schon
eine Stunde da. Bin da auf der Brisenabfahrt gestürzt, Bein verstaucht. Nicht
schlimm. Aber ich komme nicht allein nach Gitschenen hinunter." Mali hatte
grosses Erbarmen: "Ach, Sie Ärmster! Ich nehme Ihren Rucksack." -
"Der ist zu schwer für Dich!" - "Nein, nein, ich bin viel stärker
als Sie denken." - Opa Alfons sah sich den Schaden an und runzelte die
Stirn. Er schaute den Mann an und sagte: "Da gibt’s nur eine Lösung: Ich
fahre sofort hinunter und telefoniere dem Heli. Mali aber bleibt bei Ihnen und
schaut, dass Sie warm haben. Sie soll dann auch mit dem Heli heimfliegen. Ich möchte
nicht, dass sie allein den Berg hinunterfährt. Und bis ich wieder hier wäre, würden
mehr als drei Stunden vergehen. - Aber Sie müssen mir noch Ihren Namen und Ihre
Adresse geben." - Der Mann war ganz erleichtert und antwortete: "ich
heisse Heiri Walder und wohne an der Olympiastrasse 191 in Oerlikon. Ich danke
Ihnen von Herzen. Sie sollen es nicht bereuen." (Hier schon müssen wir
sagen: Der Name und die Adresse wurden von uns geändert. Den Grund nennen wir
später.)
Opa Alfons sauste nun
wie der Wind hinunter, machte dabei etwa fünf grosse Badewannen, stand aber
jedesmal sofort wieder auf und erreichte schon nach einer halben Stunde die
Heliswiss am Telefon. Mali aber sorgte sich sehr um den Mann, schob den Rucksack
unter seinen Kopf, schlüpfte aus der Windjacke und legte sie über ihn, damit
er nicht frieren musste.
Man hörte den Heli
schon von weitem. Wenn so ein Hubschrauber kommt, zittert ja die ganze Gegend.
"Sogar die Berge fangen an zu wackeln", dachte Mali. Herr "Walder"
hatte ihm gesagt" wie es den Platz markieren solle, um dem Piloten das
Landen zu erleichtern, Und nun setzte er mit lautem Getöse am Boden auf. Der
Propeller machte einen Wind, dass alles in die Luft flog, was nicht befestigt
war.
Als der Heli gelandet
war, stellte der Propeller nicht ab, aber ein Arzt und ein Helfer stiegen mit
einer Tragbahre aus, fragten Herrn "Walder", wie es ihm gehe, legten
ihn dann auf die Bahre und schoben ihn in die Kabine. Herr "Walder"
wollte keine Spritze gegen die Schmerzen, sondern sagte, er sei "hart im
Nehmen". Das hiess wohl, er könne ganz gut einen harten Schlag ertragen.
Am Ende konnte auch
Mali - ganz nahe bei der Schiebetüre - im Heli Platz nehmen und durch das
Fenster beobachten, wie der Heli nun wieder mit gewaltigem Lärm vom Boden
abhob. Mali fand es "komisch", so an den Felswänden vorbeizufliegen,
aber es hatte nicht lange Zeit sich zu wundern, denn nach kurzer Zeit landete
der Vogel auf Gitschenen, um es abzusetzen. Da warteten schon die andern Kinder
und Opa Alfons, aber auch alle andern waren herbeigeeilt. Mali sagte Herrn
"Walder" Ade! und Gute Besserung!. Dieser dankte herzlich und
versprach geheimnisvoll: "ihr werdet noch von mir hören." Mali sprang
aus der Kabine, und schon war der Heli wieder in der Luft.
Herrn "Walders" Einladung
Nach ein paar Wochen
kam ein Brief mit schönen Briefmarken vorne drauf. Und drinnen stand: „Zum
Dank für die Rettung und für Euere Freundlichkeit lade ich Euch auf den übernächsten
Sonntag ins hintere Stübli des Restaurants Güggeli zu einem prima Essen ein.
Aber Ihr müsst allein kommen." Mali schmatzte im voraus und rieb sich den
Bauch: "Uuuu, fein!"
Am andern Sonntag waren
Opa Alfons und Mali pünktlich im hinteren Güggeli-Stübchen. Herr "Walder"
war schon da. Er sprang auf und drückte beide herzlich an sich: "Schön,
dass ihr da seid, ihr Lebensretter. Nehmt Platz!" Herr "Walder"
sagte zur Kellnerin: "Bringen Sie uns zuerst drei leere Tassen und eine
Kanne Tee. Und dann müssen sie uns eine halbe Stunde allein lassen. Wir essen
erst später."
Opa Alfons dachte:
"Der Herr Walder tut aber geheimnisvoll. Was ist wohl mit dem?" Und
auch Mali war ganz gespannt.
Als der Tee auf dem
Tisch stand und die drei allein im Stübchen waren, tat Herr "Walder"
noch viel geheimnisvoller. Und Opa Alfons überlegte: "Hat der vielleicht
eine Macke im Kopf?" Doch Herr "Walder" sah sonst ganz normal
aus. Aber es klang schon komisch, als er anfing: "Zum Dank für euere Hilfe
will ich euch jetzt ein Geheimnis verraten, das noch niemand kennt ausser meiner
Frau. Und die sagt nichts. Die würde sich eher die Zunge abbeissen, als das
Geheimnis zu verraten. Sie hat jetzt freilich seit drei Wochen falsche Zähne,
und mit denen kann man keine Zunge abbeissen. Aber sie sagt trotzdem nichts.
Ihr wisst: Die Indianer
rauchen eine Pfeife, wenn sie etwas Wichtiges vorhaben, oder der Medizinmann
beschwört die Geister. Ich will jetzt auch eine Geheimnis-Zeremonie machen,
damit ich sicher bin, dass Ihr nur das weitererzählt, was ich erlaube. Ich gebe
jetzt drei Tropfen Kirsch in diesen Tee, und jetzt drei Körnchen Salz und jetzt
drei Löffelchen Rahm. Jetzt schenke ich den Tee in die drei Tassen. Bevor wir
trinken, müsst ihr wissen: Der Kirsch, der bedeutet den Verstand, das Salz die
Wahrheit und der Rahm die Liebe. Wenn wir jetzt dann drei Schlücklein Tee
trinken, dann heisst das: Wir denken jetzt das gleiche, wir sagen die Wahrheit
und wir haben einander gern. Und wir geloben ganz feierlich, dass wir das
Geheimnis bewahren. So, sagt jetzt: ja, wir schweigen! Und dann trinkt - eins,
zwei, drei."
Jetzt waren die beiden
Gäste natürlich gespannt wie ein Drahtseil, und Opa Alfons dachte wieder:
"Wo ist der wohl entlaufen?" Aber dann fing Herr "Walder" an
zu erzählen:
Die Familie Wauwi
"Also, das ist
so", fing er an, "Vor 50 Jahren war Krieg. Da mussten Tausende und
Abertausende von Menschen fliehen. Sie zogen mit den Kindern und den Haustieren
und einigen Sachen auf dem Rücken durch Felder und Wälder. Auch ich war in so
einem Flüchtlingsstrom. Aber ich weiss nicht wie alt ich damals war, denn ich
weiss gar nichts mehr von meiner früheren Zeit und von meinen Eltern. Ich
konnte schon ein bisschen reden und ein bisschen herumkriechen, aber ich war
noch ganz klein.
Aus irgendeinem Grund
verloren mich die grossen Leute. Sie suchten mich wohl überall, aber sie fanden
mich nicht mehr. Und so lag ich denn verloren und verlassen im Wald und heulte
verzweifelt. Da muss mich Wauwi gefunden haben, ein grosser, wunderschöner
Hund, der gewiss auch von einem Hof vertrieben worden war und jetzt mit seiner
Familie im Wald lebte. Seine Familie, das waren Hula, seine Frau und die drei
Kinder Wewi, Wiwi und Wowi. Wauwi hob mich wohl am Kragen hoch und trug mich in
eine schöne, geräumige Höhle, wo Hula mit ihren Kindern zusammengekuschelt
schlief. Und hier bei Wauwi und seiner Familie lebte ich nun längere Zeit. Wie
lange, weiss ich nicht, aber es waren wohl zwei Jahre, bis man mich dann eines
Tages fand. Wie durch ein Wunder verstand es Wauwi, der an Menschen gewöhnt
gewesen war, allerlei Essbares herzuschaffen, und Hula gab mir wohl am Anfang
auch wie ihren eigenen Kindern Milch."
Die wunderbare Welt der Hunde
Aber, bevor ich jetzt
weitererzähle, muss ich euch einiges über die wunderbare Weit der Hunde sagen:
Die Hunde haben Augen wie wir Menschen, aber sie sehen nicht besonders gut, vor
allem nicht in die Ferne. Auf grosse Distanzen sehen wir eher besser. Aber sie
haben bessere Ohren als wir. Sie hören kleinste Geräusche, und sie wissen, von
wem sie stammen. Wenn ein Hund im dritten Stock schläft, hört er an der Art,
wie die Türe unten geöffnet wird, dass der Meister gekommen ist. Er merkt auch
von weitem, wenn sich ein unbekannter Mensch oder ein fremdes Tier nähert. Der
Hund hört also viel besser als wir.
Aber das ist alles noch
nichts im Vergleich zu seiner Nase. Die Menschen können sich gar nicht
vorstellen, was ein Hund alles riecht. Begreiflich, denn die Wissenschafter
haben herausgefunden, dass die Nase des Hundes viertausendmal besser riechen
kann als die Nase des Menschen. Stellt euch das vor. Er riecht die kleinsten
Unterschiede zwischen den Menschen und erkennt sie von weitem am Geruch. Er
riecht die Spur eines Menschen noch nach Stunden. Für ihn hat alles einen
Geruch. Wenn wir Menschen ein Zimmer betreten, sehen wir auf einen Blick, dass
jemand fehlt oder dass ein fremder Mensch hinzugekommen ist. Der Hund braucht
nicht einmal die Augen zu öffnen: Er riecht das. Für ihn ist die Welt voller Düfte.
Sie liegen am Boden, sie schweben in der Luft" sie kleben an den Wänden,
an den Menschen und an den Tieren. Man kann buchstäblich mit Recht sagen: Der
Hund sieht die Welt mit der Nase. Sie ist ein Wunderwerk wie gesagt:
viertausendmal stärker als das zarteste Näschen eines verwöhnten Mädchens.
Das also müsst ihr wissen, denn nur so könnt
ihr verstehen, was ich euch jetzt erzähle."
Von den Hunden gelernt
Als ich mit den jungen
Hunden aufwachsen durfte, habe ich vor allem zweierlei Sachen gelernt. Zuerst
einmal verstand ich nach einiger Zeit die Hundesprache. Ich verstand, wenn Wauwi
rief: "Kommt, hier ist ein Knochen!" Aber als ich einmal in den
Knochen beissen wollte, verlor ich ein Beisserchen, das vorher schon ein wenig
wackelte. Von da an habe ich nie mehr in einen Knochen gebissen. Ich verstand,
wenn ein Hund rief: "Verschwindet, es kommt ein Mann mit Gewehr!"
Oder: "Wauwi komm, da ist ein fremder Hund. Jage ihn fort!" Oder:
"Wewi, Wiwi kommt, wir wollen zusammen spielen!" Hier muss ich noch
beifügen: Auch ich bekam einen Hundenamen: sie nannten mich Wuwi.
Aber viel wichtiger als
das ist das andere, das ich lernte und das gar niemand weiss: Ich lernte die
Nase zu gebrauchen, wie es die Hunde tun. Ich kann zwar nicht ganz so
gut riechen wie Wauwi und die andern, bei denen ich in die Riechschule
gegangen bin, aber tausendmal besser als jeder Mensch. Das merkte ich freilich
erst später, als ich bei den Menschen war und sah, dass sie
"Holznasen" haben. Sie riechen nur ganz starke Gerüche. Der Hund aber
"sieht" mit der Nase wie durch eine Lupe.
Abschied von der Familie Wauwi
Eines Tages wurde ich
dann von Menschen - von Forstarbeitern - entdeckt. Ich erinnere mich, wie sie
einander herriefen, als jemand ein Kind in einer Hundehöhle sah. Wauwi und Hula
und die ganze Hundefamilie bellten, so laut sie konnten, aber sie leisteten
keinen Widerstand, als mich die Männer aufrichteten und Fragen an mich
stellten: "Wer bist du? Wie heisst du? Wo wohnst du?" ich wusste
nicht, was sie meinten, und konnte auch nicht richtig reden. Und ich hopste wie
die Hundebrüder auf allen Vieren herum. Für die Männer war sofort klar, dass
sie das Kind mitnehmen mussten. Als mich einer bei der Hand nahm und zu einem
Wagen führte, fing ich an zu weinen, denn ich hatte die Familie Wauwi lieb
gewonnen. Wir hatten immer zusammen gelebt und auch zusammen geschlafen. Wenn es
kalt war, krochen die jungen ganz nahe an mich heran. Sie waren ja jetzt auch
viel grösser als am Anfang. Die Hunde jaulten und bellten. Aber der Abschied
musste sein.
Wieder unter Menschen
Ich will euch nicht
mein ganzes Leben erzählen. Das gäbe ein Buch. Ich fasse also kurz zusammen:
Die Männer, die mich
fanden, kannten meinen Namen nicht, und auch ich wusste nicht, woher ich
gekommen war. So nannte man mich nach dem Ort, an dem man mich fand: Waldner.
(Er sagte einen andern Namen, den wir aber nicht sagen dürfen, damit das
Geheimnis bewahrt bleibt. Waldner ist also ein Deckname.) Man brachte mich dann
in die Schweiz, wo mich zwei liebe Eltern adoptierten. Rasch lernte ich sprechen
und ich entwickelte mich sehr gut.
Mit der Zeit merkte ich
dass ich immer noch die Hundesprache verstand, und vor allem, dass ich mit
meiner Nase ganz andere Sachen riechen konnte als die andern Kinder und die
Erwachsenen. Aber ich sagte nichts. Wenn man anders ist als die andern, so wird
man sofort geplagt und aufs Korn genommen. Freilich, wenn wir Versteckis
spielten, konnte ich einfach der Duftspur nachgehen und fand das Versteck
sofort. Ich kannte jedes Kind von weitem ans seinem "Duftgewand". Auch
Gegenstände konnte ich leicht finden. Wenn ich sorgfältig die Luft einsog,
dann war das, wie wenn man mit einem Feldstecher die Gegend absucht: Ich konnte
und kann immer noch jeden Gegenstand von weitem riechen.
Ich sehe, dass Mali
jetzt lachen muss. Es denkt: Dann wusstest du also immer sofort, weiches Kind
die Luft verpestet hat? Natürlich. Aber ich verriet nie jemand. Schon als Kind
dachte ich: Ich will nie, nie jemand schaden. Ich zwinkerte dem "Sünder"
nur mit den Augen zu.
Ich "sah"
also die Welt ganz anders als die andern Menschen. Die vielen, vielen Düfte
sind wie Farben. Für die Hundenasen hat fast alles auf der Weit ein farbiges
Duftkleid, das man mit den Augen nicht sieht.
Ihr könnt euch denken,
dass mir das grossen Nutzen brachte, Aber ich dachte: Das will ich als Geheimnis
bewahren. Nur meine Frau darf es wissen. Und euch verrate ich jetzt dieses
Geheimnis als besonderes Geschenk. Aber, wenn ihr davon sprecht, dürft ihr nie,
nie meinen Namen nennen und nicht sagen, wo ich lebe. Ihr habt es feierlich
versprochen."
"Du kannst ganz
sicher sein. Ich will wie Deine Frau, von der du gesprochen hast, lieber die
Zunge abbeissen, als etwas verraten", sagte Mali. Und Opa Alfons fügte
bei: "Gut, damit wir uns nie versprechen, geben wir dir jetzt einen eigenen
Decknamen. Du heisst für uns jetzt Tschoni Schnüffi. Und ausser uns dreien
weiss niemand, wer das ist. jetzt musst du uns aber noch sagen, was du denn
geworden bist und was du arbeitest."
Tschoni Schnüffis Beruf
„Gut!“, fuhr
Tschoni Schnüffi fort, "das will ich jetzt noch sagen. Aber es ginge viel
zu lange, wenn ich alles erzählen müsste. Deshalb nur ein paar Beispiele:
Zuerst lernte ich in der Schule alles, was fürs Leben wichtig ist: Sprachen,
Rechnen, praktische Sachen. Ich las viel, trieb viel Sport und schaute überall
zu, wenn die Leute etwas machen, jetzt weiss ich viel und ich kann viel. Und ich
bin auch ein guter Sportler. Und so wurde ich eine Art Polizist, nämlich ein
Privatdetektiv. Die Polizei kann nicht überall sein und sie kann nicht jeden
schützen. Darum rufen Leute, die sich bedroht fühlen, einen Detektiven. Aber
auch Leute, die feststellen, dass man ihnen immer wieder etwas aus dem Keller
oder aus der Werkstatt oder aus dem Laden stiehlt. Oder beim grossen Schreck
einer Kindsentführung ruft man jeden, der helfen könnte. Weil ich immer so
grossen Erfolg habe und so viele Diebe erwischen holt mich auch die Polizei in
schwierigen Fällen. Sie hat zwar keine Ahnung von meiner
"Wundernase", aber sie weiss, dass ich mehr kann als andere Leute.
Da war zum Beispiel in
einem Haus ein ganz wertvolles Bild verschwunden. Die Polizei wusste nicht, was
machen. Man rief mich. Ich stellte mich vor die Wand, an der das Bild gehangen
hatte, schnüffelte unauffällig den Geruch ein, und sagte: lasst mich nur
machen! Dann ging ich weg, folgte der Duftspur (es waren schon zwei Tage
vorbei!) und kam ganz in der Nähe in einen Abstellraum, wo das Bild versteckt
war. In einer halben Stunde hatte ich also das Bild gefunden. Und die Polizei
dachte: Potz Blitz, wie macht der das?- Ich fand auch viele Ladendiebe, einen
Posträuber und auch einen Kindsentführer. Aber das war sehr schwer, weil der
schon weit weg war. Ich fand ihn nur, weil er mir zufällig beim Telefonieren in
der Post begegnete. Da roch ich den Duft des entführten Mädchens, sah einen
Mann am Telefon und dachte sofort: Da haben wir den Bösewicht. Ich folgte ihm
heimlich, kletterte heimlich in das Haus, wo das Mädchen gefangen war, und
verschwand mit ihm, ohne dass der Mann es merkte. Ich rief dann die Polizei, und
die nahm ihn gefangen. Der Entführer war ganz überrascht, dass man ihn finden
konnte, denn er hatte ja extra nicht zu Hause telefoniert. Und die Polizisten
sagten zu einander: „Also der Walder ist ein Zauberer. Der kann mehr als
wir."
Jetzt bestellte Tschoni
Schnüffi ein wunderbares Essen, und da wir allein im Säli waren, erzählte er
weiter. Mehr als zwei Stunden lang. Wir konnten kaum schnaufen, so spannend war
das. Tschoni sagte uns dann: "In einem Jahr treffen wir uns wieder, und
dann erzähle ich euch weiter." So gingen wir auseinander und dachten:
"Hei, das gibt eine interessante Geschichte!"
Ihr seht also: Tschoni
Schnüffi hat vier Namen: Die Familie Wauwi nannte ihn Wuwi, wir nannten ihn
zuerst Heiri Walder, bevor wir ihm den Namen Tschoni Schnüffi gaben. Und dann
hat r noch seinen richtigen Namen. Aber den sagen wir nicht. Eher würden wir
uns die Zunge abbeissen. Wenn es sein müsste, mit den falschen Zähnen der Oma!
Die Rettung einer beginnenden
Liebe
Eines Tages, zu Beginn
des Monats Juli, erhielt ich folgenden Hilfeschrei in Form einer e-Mail übers
Internet mit dem folgenden, aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen leicht veränderten
Inhalt:
Guten
Tag Herr Müller
Ich habe ihre
Mail Adresse von Ihrer Homepage herausgenommen, weil diese Homepage unter dem
Suchbegriff "Isenthal" erschien. Kennen Sie einen Remo aus Isenthal
(URI). Er hat einen braunen Pudel mit Locken und blaue Augen. Er hört Funk, ist
etwa 1.55 m gross und eher dünn. Er war am Samstag dem 4.7.98 in Steinen (SZ)
an einem Open Air und trug ein "Gegen Drogen" Pullover (darunter ein
ärmelloses rotes T-Shirt, vielleicht Benetton), Turnschuhe mit grünen Schuhbändel,
verwaschene Hosen. Sein Kollege nennt man "Che" und er trug ein
"Che Guevera" Shirt oder Pulli. “
Er
traf an diesem Samstag ein "Mädchen" namens Mimi. Sie kommt aus Chur
(Graubünden) und hört Punk. Sie hat blonde Haare.
Wenn
Sie einen Remo aus Isenthal kennen, melden Sie sich bitte bei mir. Mimi sucht
verzweifelt nach ihm und ist froh für jeden Hinweis. Sie vergass seine Adresse
und auch sein Nachnamen.
Vielen
Dank
Natürlich setzte ich
sofort alle Hebel in Gang und konnte schliesslich der Anfragenden in einer
e-Mail die Adresse des gesuchten jungen Mannes übermitteln. Leider habe ich
noch nicht erfahren, wie die Geschichte schliesslich weitergegangen ist...
Christof Müller
Z’Gislers mit der
Zuger-Kirschtorte
Oft
sagen die Leute, bei uns gehe alles so perfekt! Aber auch die Gitschener sind
nur Menschen...
Vor 4 Jahren hat sich
bei uns eine hübsche Braut, welche in Zug wohnt, mit ihrem rassigen Walliser Bräutigam
für eine Hochzeitsfeier in Gitschenen angemeldet. Die Hochzeitsfeier sollte mit
den Mahlzeiten durch verschiedene Kantone führen. Es mussten der Kanton Uri,
Wallis und Zug vertreten sein. Das Brautpaar legte grossen Wert auf gute
Organisation und natürlich Qualität. So wurde das Walliserbrot und der
Walliserwein aus dem Heimatkanton des Bräutigams bestellt. Beides musste vom
Besten sein!!! Der Brautvater durfte aus Zug die Zuger Kirschtorte mitbringen.
Die
Hochzeitsgesellschaft traf an einem Samstag im November gegen Abend in
Gitschenen ein. Alle waren in festliche Trachten gekleidet - die Stimmung war
super. Der Brautvater übergab der Wirtin die Hochzeitstorten, in einem
Plastiksack verpackt, direkt bei der Ankunft im Gasthaus ab. Da die Wirtin mit
den ankommenden Gästen beschäftigt war, stellte sie die Torten für den Moment
hinter der Küche ins Freie. Doch keine 10 Minuten waren vergangen, da waren die
Torten weg!
Da die Walliser Gäste
so guter Laune waren und zu unmöglichem Schalk aufgelegt waren, sprach die
Wirtin die Gäste an, ob sie ev. die Torten versteckt haben. Diese lachten und
sagten ja, ja, nei, nei, ja, ja.
Die Hochzeitsfeier
begann. Immer wieder fragte die Wirtin die Walliser Kollegen des Bräutigams:
„Wo sind die Torten“???
Als es Zeit war, die
Torten aufzutischen, wurde es klar, dass die Torten tatsächlich verschwunden
waren. Mit Taschenlampen suchte man um das Haus im Schnee herum. Nichts!!!
Für die Wirtin war
dies eine unmögliche Situation, denn gerade diese Hochzeitsgesellschaft hatte
doch eine perfekte Organisation gewünscht.
In den frühen
Morgenstunden klang die Hochzeit aus. Die Walliser-Kollegen-Gäste wollten nicht
ins Bett gehenund halfen dem Nachbar im Stall. Als der neue Tag anbrach,
entdeckten das Wirtepaar und ein paar Gäste die Verpackung (Plastiksack) der
Torten beim Nachbar im Land liegend. Die Hochzeitstorten waren allerdings nicht
mehr wiederzuerkennen. Ein Hund hatte sich bedient und eine Torte angefressen.
Die anderen Torten waren zwar noch verpackt, aber nicht mehr anschaulich. Die
Walliser Hochzeitsgäste holten die Torten und haben auf der Terrasse die
anderen Gäste mit dem Satz geweckt: „D’Hochzitstorte isch wieder da!“.
Das Gasthaus hat
trotzdem immer noch regen Kontakt mit den Brauteltern und dem Brautpaar. Sie
haben nun den Übernamen „z ‘Gislers vo dr Hochzitstortä“.
Dieser Vorfall wurde
sogar in der Fasnachtszeitung in Zug erwähnt: „Das muss rentieren, wenn der
Brautvater für teures Geld Zuger Kirschtorten kauft, um diese dann den Hunden
zu füttern, welche darauf Räusche wie Häuser bekommen“.
Die
Puppenkünstlerin Agnes Walder kommt nach Gitschenen

Die abgebildete Puppe
stellt die Göttin Hatinurani dar, welche aus den indonesischen Meeren stammt.
Mit Hilfe ihrer Freunde, den vier Winden, reist Hatinurani um die Welt und
erlebt viel Schönes, aber auch Nachdenkliches. Ihr Name bedeutet „Gewissen
meiner Seele“ und ihr Charakter zeichnet sich durch Mut und Fröhlichkeit aus.
Das anmutige Bild soll uns dienlich sein, uns auf ein fröhliches und schönes
Weihnachtsfest freuen zu können -halt auf eine etwas „andere“ Art.
Diese Puppe wurde in
liebevoller Arbeit von Frau Agnes Walder-Kläger gefertigt. Frau Walder gibt mit
grosser Freude im Alpenkurszentrum Gitschenen im Herbst 1999 vom 20. bis 25.
September 1999 ihren Kurs „Zauberhafte, handmodellierte Puppen“. Es wird für
die Kursteilnehmer ein besonderes Erlebnis sein, in der herrlichen Alpenwelt und
im freundlichen Gasthaus von Gitschenen solche Puppen gestalten zu lernen! Einen
ausführlichen Artikel zu ihrem Werk und Kurs „Zauberhafte, handmodellierte
Puppen“ finden Sie im Kursprogramm dieser Zeitung.
An dieser Stelle möchten
wir auch auf die Ausstellung von Frau Walder im November 1998 in ihrem Atelier
in Kempraten/Rapperswil hinweisen. Dauer der Ausstellung: 5.-29. November 1998
jeweils Donnerstag bis Sonntag 15:00 bis 19:00 Uhr.
Meine Teddybär -
Weihnachtsgeschichte

von Frau Ruth Voisard
Teddybären haben längst
die Welt und die Herzen der Erwachsenen erobert. Sie haben die Kinderzimmer
verlassen und machen sich wohlig plüschig breit in unserer hektischen
„Erwachsenenwelt“. Oder versuchen wir damit nur, ein bisschen von unserer
Kindheit hinüber zu retten?
Wenn sich die Natur
allmählich auf den Winter vorbereitet und die Tage kürzer werden, beginnt für
mich die fünfte Jahreszeit. Mit ihr meine ich eine stark verlängerte
Adventszeit. Für die einen hektisch, kaum zu ertragen, ist sie für mich die
kreativste Zeit im Jahreskreis. Es entstehen neue Teddys, die mit Begeisterung
aufgenommen werden.
Weihnachtsbaum und
Weithnachtsschmuck: was für eine Faszination das bei Jung und Alt auslösen
kann! Wenn ich mit Freude und Begeisterung unsere Sammlung von Weihnachtsschmuck
hervorhole, werden natürlich auch unsere „Mitbewohner“ in die
weihnachtliche Dekoration miteinbezogen. Mindestens vier Weihnachtsbäume gibt
es jedes Jahr. Einen draussen im Garten, mit Leuchtkerzen, und wenn bei uns mal
Schnee fällt (auf nur 472 m. ü. M.), dann sieht es tatsächlich märchenhaft
aus. Einer gehört meinem Mann, bunt und lustig, mit angelsächsischen Motiven
und Farben dekoriert. Der steht im Wintergarten. Der dritte Weihnachtsbaum gehört
mir und uns allen. Klassischer Silberschmuck aus aller Welt (Polen, Thüringerwald,
Erzgebirge) und vor allem Glasschmuck aus Hergiswil hängen an ihm. Der steht in
der guten Stube und wird nicht schon am 2. Januar abgeräumt! Der vierte Baum -
Sie haben’s sicher schon erraten - ist ein Teddybärbaum. Den dekoriere ich
schon für den Selzacher-Weihnachtsmarkt (25./26. November) und der bleibt auch
am längsten, weil er ein künstlicher Baum ist. Vor zwei Jahren waren es im
ganzen sechs Weihnachtsbäume: einer schenkte mir mein Göttibub, mit antiken
Kerzenhaltern, und einen habe ich von meinem Bruder zu Weihnachten bekommen...
voll behangen mit kleinen Stoffbärchen.
Sie sehen: ich bin ins
Schwärmen geraten. Draussen „chutets“ und ich stopfe einen Bären, den Uors
Nr. 2. Der gefällt mir jetzt schon sehr gut.
Leserpost
Das Tirolerische Mädchen
Das Wort „Gitschi“
bedeutet im Tirol „Mädchen“. Man kennt dieses Wort auch in Kärnten und in
der Obersteiermark. Der Ausdruck „Die Gitschen und die Buaben“ bedeutet
soviel wie „Die Mädchen und die Buben“. In Meransen (Südtirol) heisst der
Hausberg Gitschberg, ein Skigebiet.
Freundlicherweise übermittelt von Manfred.Troger at gartner.com
Ich
gratuliere Euch zur guten Internet-Präsentation und wünsche Euch viel Erfolg.
Mit herzlichem Gruss F. F., Willisau
Hallööchen
Super, super - was Sie da über Gitschenen gemacht haben ! Denken Sie an eine
Erweiterung ? Wie wär's mit Kontaktadressen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser.
Mit freundlichen Grüssen, F. L., Stans
Liebe Fam. Herger und
Personal, am 27./28. Juni durften
wir Gäste Ihres Berggasthauses sein. Wir haben uns wirklich als Gäste gefühlt.
Dafür möchten meine Frau und ich Ihnen danken. Mein
Coiffeur, ein Natur -und Bergfreund, bittet Sie, ihm ein paar Exemplare der
Gitschenenpost zu schicken.
Herzlichen Dank und alles Gute, K. und M. S., Zürich
Hoi Christof,
wir haben uns sehr gefreut im Internet eine Homepage von meinem Zuhause
Gitschenen zu finden. Die Homepage ist sehr schön gestaltet und informativ.
Liebe Grüsse D. und K. W., Kriens
Lieber
Gastgeber auf der Alp Gitschenen
Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem hervorragenden Internet-Auftritt. Ich bin auf den
Geschmack gekommen und werde Sie bestimmt mal heimsuchen. Viel Erfolg und alles
Gute.
Z. S., Schweizer Tourismus-Verband
Rezept
Im Gasthaus Gitschenen
wird oft der Röteli-Likör getrunken. Vor allem die Damen schätzen zu später
Abendstunde, nach einem ausgedehnten Kurstag, dieses köstliche Getränk als
Bettmümpfeli.
Hier finden Sie nun das
Rezept dieser Bündner Spezialität, welches vor allem in der Winterzeit und über
Silvester gerne getrunken wird.
-
2 l Branntwein
-
200 gr. schwarze,
getrocknete Kirschen
-
½ Vanilleschote
-
½ Zimtstange
-
¼ abgeriebene
Zitronenschale, nur gelbe Teile
-
1 l Wasser
-
250 gr. Zucker
Zubereiten: Branntwein,
getrocknete Kirschen und Aromastoffe verrühren und in Einmachgläser abfüllen.
Unter öfterem Rühren zugedeckt an einem dunklen Ort 14 Tage lang stehenlassen.
Wasser und Zucker
aufkochen. Erkalten lassen. Den Zuckersirup mit dem Branntwein mischen. Likör
passieren und in Flaschen abfüllen.
Aus „Die Kochkunst
Graubündens“ von Roland Jöhri
Last Update:
22.11.2009
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