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Gitschener Post - Frühling 2001
Nr. 8 / Frühling / Sommer 2001
Editorial
Liebe Freunde von
Gitschenen,
man hört und liest
immer wieder, wie sich entlegene Berggebiete langsam aber sicher entvölkern.
Wir haben ja in früheren Ausgaben der Gitschener Post auch Artikel zu diesem
Thema veröffentlicht. Einige Zeit lang musste man tatsächlich auch für unser
schönes Gitschenen ein wenig Angst haben, ob es hier oben immer weniger
Bewohner mit festem Wohnsitz geben würde. Inzwischen aber hat sich das Blatt
ganz eindeutig gewendet. In einem sehr kurzen Zeitrahmen von kaum zwei Jahren
sind drei neue, junge Familien auf der Sonnenterrasse sesshaft geworden. Und in
diesem Herbst wird durch eine Gitschener Hochzeit eine vierte junge Familie gegründet.
Bereits im Frühsommer wird der Hochzeitsreigen auf Gitschenen durch eine
einheimische Eheschliessung mit Gitschener Braut begonnen. Dieses Brautpaar wird
nach der Hochzeit allerdings Gitschenen wieder verlassen. Wir freuen uns
zusammen mit diesen jungen Leuten und wünschen ihnen alles Gute für die
Zukunft.
Dass es in kürzester
Zeit auf Gitschenen plötzlich vier neue, junge Familien gibt, hat sich recht
weit herum gesprochen. Es ist dies offenbar eine genügend grosse Sensation, so
dass eine Radio Reporterin darüber eine fast einstündige Radio Reportage
produziert hat. Man kann die Sendung sogar auf CD haben.
Nebst netten Hochzeiten wird aber auch ein reichhaltiges Kulturangebot bestimmt viele
Besucher nach Gitschenen locken. Es werden diesen Sommer fünf hochstehende
Konzerte stattfinden, es wird je eine Ausstellung geben zu den Themen Urner
Produkte sowie Gemälde und Bilder des einheimischen Künstlers Oskar Bissig und
zum Saisonausklang wird es noch einen geisterhaften Vortrag geben. Diese Zeitung
informiert Sie nicht nur detailliert über dieses Angebot. Wir offerieren Ihnen
zusätzlich Wandervorschläge, Beschreibungen zu ein paar ausgewählten,
naturverbundenen Wanderungen, interessante Tipps, einen spannenden Artikel über
Schafwolle, Jugenderinnerungen einer „beinahe“ Isenthalerin sowie wieder
einen grossen Wettbewerb.
Viel Spass beim Lesen und mit freundlichen, alpinen Grüssen
Menuvorschläge für Gruppen
Auszug aus den Menuvorschlägen des
Gasthauses für Gruppen:
- Salbeimüesli zum Apero
- Gitschener Steinsuppe
- Frühlingssalat mit Gänseblümchen dekoriert
- Lammfiletrücken im Bergheu
- Dessert „Liebesbrunnen“
Haben wir Sie neugierig gemacht ?
Verlangen Sie unsere Menuvorschläge – gerne verwöhnen wir Sie mit Spezialitäten
aus unserer Küche.
Leserpost
/ Post von „Internetten“
Im
Internet habe ich Ihre tolle Homepage gefunden. Ich gratuliere Ihnen zu den
wunderbaren Fotos. Sie sind sensationell. Am liebsten würde ich mich mit einer
"Strickete" in die Sonne setzen und die einzigartige Umgebung
geniessen!
Herzliche
Grüsse aus Zürich, G.S.
Trotz
der vielen Arbeit konnte ich gestern noch einen Blick in die Gitschener Post
werfen und ich muss sagen, es war sehr interessant, besonders der Artikel über
den ausgewanderten Franz Aschwanden. Da sieht man, wie arm die Eidgenossen
damals waren. Für den Schweizer scheint der neue Ort besser gewesen zu sein,
als jener den er verliess. - Zum gleichen Zeitpunkt wanderten damals viele
Deutsche nach Amerika aus, weil es zuhause nicht genug zum Leben hatte für
alle.
W.F.,
Luxembourg
Wandervorschläge
Bei
der Seilbahnstation Gitschenen ist eine gute Wanderkarte 1:25'000 erhältlich.
Touren
und Wanderzeiten:
- Gitschenen
– St. Jakob – Isenthal – Isleten, 3 Std.
- Gitschenen
– Hinter Jochli – Klewenalp (Beckenried), 4 Std.
- Gitschenen
– Sinsgauer Schonegg – Oberrickenbach, 4.5 Std.
- Gitschenen
– Steinalper Jochli – Briesenhaus SAC – Klewenalp, 4.5 Std.
- Gitschenen
– Schwalmis oder Risetenstock, 3 Std.
- Gitschenen
– Geissboden – Brisen, 3 Std.
- Gitschenen
– Gandispitz – Baberg – Isenthal, 4 Std.
- St.
Jakob – Oberalp – Bannalppass – Bannalp – Oberrickenbach, 5.5 Std.
- St.
Jakob – Biwaldalp – Sassigrat – Musenalp – Isenthal, 5 Std.
- Isenthal
– Biwaldalp oder Musenalp – Urirotstock, 6.5 Std
- Isenthal
- Steinhüttli - Biwaldalp - Sassigrat - Musenalp – Isenthal, 5 Std.
Etwa
ab Mai 2001 wird das Buch "Naturkundliche Höhenwege Isenthal"
herausgegeben. Darin werden die Geologie, Flora, Fauna, Alpwirtschaft,
Geschichte und Klima sowie ein paar Wanderrouten beschrieben.
Der alte Landweg Bauen - Bärchi
- Isenthal - Isleten
Touristische Bedeutung
Der alte Landweg führt über
historische Verkehrswege. Die Aussicht auf Vorderbärchi und Chäppeli, das Dorf
Isenthal mit der Pfarrkirche St. Theodul und der alte Kalkbrennofen beim Guetig
bereichern die Wanderung. Als Präsent des Kantons Bern an den Kanton Uri und
die Gemeinde Isenthal wurde er anlässlich des 700-Jahr-Jubiläums unter der
Bauleitung des Vereins Berner Wanderwege BWW instandgestellt.
Wanderbeschrieb
Ausserhalb des Dorfes Bauen zweigt der
alte Landweg vom „Weg der Schweiz" ab und steigt hinauf zum
Aussichtspunkt Vorderbärchi - ein herrlicher Ausblick auf den Urnersee und die
Gipfel der Region. Mühelos gelangt man taleinwärts zum Bergdörfchen Isenthal.
Nun verläuft der romantische Weg weiter über den Weiler Birchi vorbei an alten
Bauernhäuser zum Rastplatz Chäppeli und hinunter nach Isleten, wieder in den
Weg der Schweiz. Zum Wandern der beschriebenen Strecke benötigt man etwa 3
Stunden.
Naturlehrpfad Gitschenen
Der
Naturlehrpfad Gitschenen ist ein leichter Spazierweg mit Rastplatz und
Feuerstelle. Er wurde 1996/97 von Isenthal Tourismus gebaut. Ausgangspunkt der
Wanderung ist die Bergstation der Luftseilbahn Gitschenen, wo Sie auch den
Prospekt über den Naturlehrpfad Gitschenen beziehen können. Marschzeit ca. 1¼
Std.
Wenn
wir die Bergstation der Seilbahn verlassen, befinden wir uns in einer herrlichen
Kulturlandschaft, umrahmt von einer eindrucksvollen Bergwelt. Die Landwirte
haben auf den flacheren und tiefgründigeren Böden eine dem Lebensraum
angepasste Vieh- und Milchwirtschaft erarbeitet. Die Mähwiesen beidseits des
Weges bestehen aus den typischen Goldhaferwiesen, in denen sich je nach Düngerangebot
Wald-Storchschnabel, Schlangenknöterich und Blacken breit machen. Im Frühling
sind die Wiesen mit Krokus und Soldanellen übersät. Das Feuchtgebiet und der Tümpel
vor dem Heimwesen Kneiwies zeigen, dass der Boden in den Senken kein Wasser
versickern lässt. Bulten mit Torfmoosen und wassergefüllte Schlenken mit
verschiedenen Seggen und Fieberklee wechseln in rascher Folge. Diese
Feuchtgebiete sind wichtige Lebensräume für Grasfrosch, Erdkröte und
Libellen. Dass im vorderen Teil von Gitschenen wasserzügige Böden
vorherrschen, sehen wir auch im ausgedehnten Flachmoor gegen das Schrindihaus.
Diese grossflächige Moorlandschaft bestand früher aus einem ausgedehnten
Hochmoor mit umgebenden Flachmooren. Die Rasenbinsen und das Pfeifengras prägen
mit ihren herbstlichen Braun- und Gelbtönen das Landschaftsbild. Vom Wald her hören
wir die Rufe des Kuckucks und über den feuchten Wiesen sucht der Wasserpieper
seine Insektennahrung. Beim Kneiwies bemerken wir im Garten grössere Flächen
von angebauten Kräutern, wie Minze und Frauenmantel, die zur Teebereitung
gesammelt und ins Unterland geliefert werden.
Hinter
Kneiwies können wir die Abfolge von trockeneren durchlässigen Karstböden und
von feuchteren Stellen mit dem Weissen Hahnenfuss ablesen. Am unteren Ende des
Hanges sehen wir einige für Kalkgebiete charakteristische Dolinen, in denen das
Oberflächenwasser im Boden verschwindet. Vorbei an noch teilweise mit Schindeln
gedeckten Alpgebäuden erreichen wir die Alp Geissboden. In der Nähe sind die
Kalkschichten der unteren Kreide als kleinere Felsen und Abbrüche sichtbar. Das
Wasser löst den Kalk langsam auf, und es entstehen Karren und Löcher, die
teilweise wieder mit Humus gefüllt sind. Hier ist die Vegetation sehr
farbenfroh mit Blaugras, gelber Felsenprimel, Kreuzblume und Erika als Frühlingsblüher.
Der Trauben–Steinbrech besitzt am Rand seiner Blätter weisse
kalkausscheidende Grübchen. Am steilen Hang hat das Vieh seine Wege, sogenannte
„Höhenkurven“, angelegt. Die wichtigsten und nahrhaftesten Kräuter sind
das Adelgras (Alpenwegerich) und die Romeye (Alpen-Rispengras). Über den von
der Sonne beschienenen Flächen fliegen viele Schmetterlinge, wie Apollofalter
und hie und da ein Schwalbenschwanz. Ein kleines Fichtenwäldchen mit vielen dürren
Spechtbäumen spendet etwas Schatten. Als wenige Laubbäume und Sträucher
finden wir Vogelbeeren, Bergahorn und Roter Holunder. Zwischen den zerstreuten
Buchen leuchten uns die weisse Alpenanemone, die Bewimperte Alpenrose und die
lila Blüten oder die roten Beeren des Seidelbasts entgegen. Im Herbst fallen
der Blaue Eisenhut, das Alpen-Kreuzkraut und die violett-blaue Bergflockenblume
auf. Diese lockere Vegetation ist der ideale Lebensraum für Fuchs, Dachs und
Schneehase. Die im Frühling herabstürzenden Lawinen haben die Grünerlen zu
Boden gedrückt. Sie richten sich im Sommer wieder auf, bilden aber ein beinahe
undurchdringliches Dickicht mit ausgedehnten Hochstaudenbeständen. Dazu gehören
der blaue Alpen-Milchlattich, die grossen Blätter des Pestwurz, der Kälberkropf
und selten die Akelei und der Quirlige Weisswurz. Wo der Bach eine Schlucht
herausgeschnitten hat, bewirkt die feuchte Luft, dass an den Ästen lange Bärte
von Flechten wachsen. Die Bäume werden von verschiedenen Meisenarten und selten
vom Fichten-Kreuzschnabel bewohnt.
Bevor
wir den breiten Weg zum Sulztal erreichen, finden wir in den Nähe noch eine
ausgedehnte flache Riedwiese mit Wollgräsern, Torfmoosen und mehreren
Seggenarten. Durch fette Wiesen wandern wir wieder zur neuen Kapelle und zum
Bergrestaurant zurück. Auch hier können wir die Wirkungen der verschiedenen Düngermengen
sehen. Auf verdichteten Böden breitet sich der Alpenampfer als lästiges
Unkraut aus. Daneben blühen der blaue Wald-Storchschnabel und die Rautenblättrige
Glockenblume. Über der farbenfrohen Wiese segeln Aurora- und Apollofalter.
Zum
Schluss des Rundganges lohnt sich ein Besuch der stilvollen, gut in die
Landschaft passenden Kapelle. In der sonst schon ruhigen Bergwelt bietet das
Innere der Kapelle eine lautlose Insel.
Text
aus dem Faltprospekt von Walter Brücker
Tipps zum Ausprobieren
Einheimische Erzeugnisse
Während
der Sommersaison können Sie im Gasthaus Gitschenen verschiedene lokal erzeugte
Produkte kaufen:
- Birnenbrot
- Bergkäse
- Wollprodukte
von Bäuerinnen aus dem Kanton Uri
- Neues
Isenthaler-Buch von Josef Schuler
- Music-CDs
von einheimischen Volksmusikanten
- Unsere
Nachbarin Frau Käthi Furrer, Kneiwies Gitschenen, verkauft je nach Saison
Kräutertee und Silberdisteln.
Folgende
einheimische Produkte werden in unserer Küche und im Gasthaus verwendet:
- Birnenbrot
- Urner-Joghurt
- Bergkäse
- zum
grössten Teil einheimisches Fleisch
- Kräutertee
Souvenirs aus Holz
Die Holzschuhmacherei Peter Bissig in
Isenthal fertigt nicht nur sehr schöne Holzschuhe an, sondern auch erstklassige
Holzspielsachen und Souvenirs (Telefon 041 / 878 11 49).
Gitschener Betruf
In
der Region Gitschenen rufen die Älpler auch in der heutigen Zeit noch auf drei
Alpen jeden Abend im Sommer den uralten, traditionellen Betruf. Wir sagen Ihnen
gerne, wo und wann Sie hingehen sollen, um ihn anzuhören.

Ausflug auf die Biwaldalp
Hinten im „Grosstal“ können Sie
in etwa einer Stunde zur Biwald Alp hoch steigen, wo Sie eine gemütliche
Alpwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten vorfinden. Sie ist Ausgangspunkt
für die Wanderung zum Urirotstock. Telefon im Sommer 041 / 878 11 62.
Ausflug auf die Musenalp
Wenn Sie das Isenthal einmal „von
einer anderen Seite“ sehen wollen, dann machen Sie einen Ausflug auf die
Musenalp im „Kleintal“. Eine Seilbahn hilft Ihnen, den Weg abzukürzen. Auf
der Musenalp gibt es eine heimelige Alpwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeiten.
Der Wirt spielt manchmal auf seiner Handorgel auf. Telefon im Sommer 041 / 878
11 22.
Ausflug ins Schächental (ein- oder zweitägig)
Machen Sie einen Ausflug, eventuell für
mehr als einen Tag, ins Schächental, auf die Alp Obsaum. Geniessen Sie eine
wunderschöne Aussicht auf das Schächental von Altdorf bis zum Klausenpass.
Obsaum ist auch ein guter Ausgangspunkt für schöne Wanderungen in die eindrückliche
Bergwelt.
Die Älpler Familie Mariett und Toni
Herger bewirten Sie gerne mit einem urchigen, einheimischen Essen. Geniessen Sie
das heimelige Matratzenlager und die Abendstimmungen auf der Alp.
Telefon 041 / 870 65 58, 079 / 642 40
58.
 
Radio
Reportage zum Thema „Neue, junge Familien auf Gitschenen“
Im Januar 2001 machte die
Radioreporterin Marian Balli während einer Woche Gitschenen zu ihrem temporären
Zuhause und interviewte viele Bewohner. Die entstandene Radiosendung wurde im
Februar ausgestrahlt. Die sympathische Produktion wurde auf CD gebrannt und kann
gekauft werden. Wir
geben Ihnen gerne die Bezugsquelle bekannt.
TrombURI wieder auf Gitschenen
Bereits zum dritten Mal gastiert das
Urner Posaunenquartett TrombURI (Daniel Gutjahr, Martin Huser, Urs Zenoni und
Patrik Stadler) auf Gitschenen: Pfingstmontag, den 4.Juni 2001 um 10.30 Uhr in
der Betrufkapelle. Originale Posaunenquartett Musik, wie sie trefflich von Ingo
Luis komponiert wird, gehört ebenso zum Konzertprogramm wie Unterhaltungsmusik
aus verschiedenen Sparten. Auch Musik aus dem Barock wird auf Gitschenen aufgeführt.
Es freut uns ausserordentlich, wenn wir mit unserer Musik wiederum zahlreiche
Zuhörer auf Gitschenen begrüssen dürfen. Der Eintritt ist frei; es wird eine
Kollekte zugunsten weiterer Kulturprojekten auf Gitschenen aufgenommen.
Werke von Oskar Bissig
Ausstellung
im Alpenkunsthäuschen Gitschenen vom Samstag 15. September bis Montag
15. Oktober
Der
Künstler Oskar Bissig wohnt in Schattdorf. Er hat bereits in seiner Schulzeit
gerne gemalt und gezeichnet. Die Eindrücke der Natur, die er auf seinen
Wanderungen beobachtet und fotografiert, bringt er kunstvoll aufs Papier. Alte
Gebäulichkeiten, Kirchen, Alphütten und Bauernhäuser sind für ihn dankbare
Zeichnungsobjekte. Mit besonderer Vorliebe widmet er sich dem Festhalten von
Details. Seit 1975 fertigt er Tuschzeichnungen an und seit 1994 entstehen Bilder
in Tusch/Aquarell.

Ein ganz besonderes Haar
Zur Ausstellung über Urner Produkte im
Alpenkunsthäuschen Gitschenen vom Samstag 26. Mai bis Sonntag 10. Juni 2001
Schafwolle
Der Verkaufspreis der Schafwolle ist
in den letzten Jahren ständig gesunken. Einige Schafhalter haben daher die
Wolle gar nicht mehr abgeliefert sondern selber entsorgt. Ein paar initiative Bäuerinnen
im Kanton Uri überlegten sich, wie die Schafwolle besser genutzt und zu einem
faireren Preis vermarktet werden könnte. Auch die besonderen Vorzüge im
Vergleich zu anderen Fasern sollen wieder bekannt gemacht und geschätzt werden.
Ihrem physikalischen und chemischen
Aufbau verdankt die Wolle Vorzüge, mit denen sie auch den neuesten
synthetischen Fasern ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen ist.
Breite Produktepalette
In verschiedenen Kursen wurden unter
Anleitung die ersten Schafwoll-Duvets genäht. Während der Winterszeit, daheim
in der warmen Stube, haben nun viele Frauen mit dem Nähen der Woll-Decken eine
weitere sinnvolle Beschäftigung gefunden. Die grosse Nachfrage zeigt, dass
dieses Naturprodukt aus einem einheimischen, nachwachsenden Rohstoff überaus
beliebt ist. Nebst den Decken werden auch Kissen und Matratzenauflagen
hergestellt. Die meisten Bäuerinnen nähen auf Bestellung. Dabei können sehr
persönliche Wünsche wie Grösse oder Füllmenge berücksichtigt werden. Im
Normalfall wird ein Duvet in nordischer Grösse, also 160x210 cm genäht. Als
Bezugstoff dient ein daunendichter Baumwollstoff aus kontrolliert biologischem
Anbau. Die Bäuerinnen legen grossen Wert darauf, ihre eigene Schafwolle oder
die Wolle von Urner Schafen zu verwerten. Dazu wird die Rohwolle nach dem
Scheren zum Waschen und Karden gegeben. Für ein Duvet wird ca. 4 kg Rohwolle
oder 2,5 kg gewaschene und gekardete Wolle verwendet. Zum Angebot zählen auch
Nackenrollen, Nackenhörnchen, Kissen für Auflagen, Krabbeldecken, Stuhl- und
Zierkissen oder Schlafsäcke. Auf Bestellung kann auch handgesponnene Wolle in
verschiedenen Mustern und Dicken bezogen werden. Individuelle Wünsche werden
nach Möglichkeit berücksichtigt. Sogar Teppiche aus handgesponnener Wolle
werden in Heimarbeit gewoben. Hüte oder Gilets aus gefilzter Schafwolle
erweitern die Palette. Ganze Schaffelle zum Basteln oder als Matratzenauflage,
Babycare-Lammfelle, Fell-Finkli oder Schuheinlagen zeigen weitere Möglichkeiten,
die Schafwolle vielseitig und sinnvoll zu gebrauchen.
Mit Schafwolle heilen
Unsere Grossmütter wussten noch um
die Heilwirkung der Wolle. Sie verwendeten sie, um die verschiedensten Gebrechen
zu lindern. So lernten unsere Vorfahren, die alltäglichen, körperlichen Störungen
mit natürlichen Stoffen der Pflanzen- und Tierwelt zu heilen. Durch den
Fortschritt der Medizin sind die alten Hausmittel in Vergessenheit geraten. Erst
in letzter Zeit, als Medikamentenunverträglichkeit, Allergien oder
Nebenwirkungen immer häufiger aufgetreten sind, begannen wir, uns wieder für
die alten und bestens bewährten Heilmittel zu interessieren.
Die Wollfasern sind natürlich gekräuselt.
Dadurch enthalten sie viele Luftzwischenräume. Luft ist bekanntlich ein
schlechter Wärmeleiter. Die Körperwärme wird daher nicht oder nur schlecht
weitergeleitet. Dies bewirkt, dass durch Wollauflagen eine gleichbleibende Wärme
garantiert ist. Bei Fieber oder auch im Sommer sorgen diese Hohlräume dafür,
dass man die Hitze weniger empfindet. Bei vielen Erkrankungen erzielt man
bereits durch diese ausgleichende Wärme beste Erfolge.
Im Vergleich zu andern Auflagen oder
Wickeln kann die Wolle selbst keine Krankheitskeime aufnehmen. Ihr Fettgehalt
ist zu gross.
Ein altes Handwerk wird wiederentdeckt
In den sechziger Jahren unseres
Jahrhunderts war das Filzen im Norden beinahe vergessen. 1976 erschien in
Schweden ein Filzbuch mit grosser Wirkung. Es wurden Kurse organisiert,
internationale Verbindungen geknüpft und nach verschiedenen Filztechniken
geforscht. So wurden in Ungarn, in der Türkei und vor allem in Asien noch
professionelle Handwerker gefunden. Heutige Filzer sind oft im künstlerischen
Bereich tätig, entwickeln auch neue spezielle Behandlungsarten und -formen.
Unter Filzen versteht man die ganze
Arbeit: von der ungewaschenen Wolle bis zum fertigen Filz. Wichtig ist, das
Endprodukt vor Augen zu halten, wie stabil oder dick es sein muss. Welche
Filzmethode und Wolle gewählt wird, hängt vom gewünschten Gegenstand und von
der eigenen Erfahrung ab. Für kleinere Gegenstände wird die Reibetechnik
verwendet, während sich die Rolltechnik besonders gut für grosse und auch dünne
Filzstücke eignet. Bei der einen Technik wird mit den Handballen gerieben, bis
ein ganzes Stück entsteht. Anschliessend wird der Filz in ein Tuch gerollt und
gewalkt. Bei der zweiten Methode wird die Wolle nach dem Befeuchten auf eine
Rolle gelegt und als Ganzes mit den Armen oder Füssen gefilzt und gewalkt.
Festigkeit und Härte bekommt der Filz durch das Walken. Je länger gewalkt
wird, desto härter und dichter wird der Filz. Bei beiden Methoden lassen sich
beliebig Muster einarbeiten. Am Schluss wird der Filz ausgewaschen, ev. auch in
der Waschmaschine, um alle Seifenrückstände auszuwaschen. Das Filzen - ein
Spiel von Verbindungen aus Fasern und Farben - bietet uns unzählige Möglichkeiten,
unsere Kreativität zu entwickeln, sei es bei einem Gebrauchs- oder
Kunstgegenstand. Es ist ein ruhiges, fast besinnliches Handwerk. Denn für einen
guten Filz lässt sich kein Arbeitsgang auslassen oder verkürzen.
pURI - Wullä
Unter diesem Namen werden sämtliche
Wollprodukte aus dem Kanton Uri verkauft.
An mehreren Ausstellungen wie z.B. BEA
oder LUGA werden vielfältige Verarbeitungstechniken der Wolle gezeigt: Wolle zu
Garn spinnen und das Verweben zu Teppichen, Karden oder Filzen. Selbstverständlich
können sämtliche Produkte bestellt oder gleich gekauft werden. Verlangen Sie
unverbindlich einen Prospekt bei Frau Anni Zgraggen-Muheim, Sackberg, 6472
Erstfeld (Telefon 041 / 880 17 42)
Wolle ist äussert vielseitig
verwendbar! Wir freuen uns sehr, auf Gitschenen die breite Palette
interessierten Besucherinnen und Besuchern zu zeigen und näher zu bringen.
Obwohl Schafwolle zu den ältesten uns
bekannten Textilfasern gehört, kann sie uns heute noch viel bieten und ist in
vielen Eigenschaften unschlagbar.
Von Frau Frieda Steffen-Regli,
Andermatt
Jugenderinnerungen an das
Isental
Empfang
auf Gitschenen
Als einziges Töchterchen eines
Isenthaler Bürgers, des „Träppi-Michi“, am Zürichsee aufgewachsen, lernte
ich schon früh meine engere Urner Heimat kennen. Meine erste Erinnerung geht
zurück in den Sommer 1929, wo ich im Alter von etwa 4 Jahren zusammen mit den
Eltern erstmals Gitschener Boden betrat und zwar ähnlich wie die ursprünglichen
Besiedler von Nidwalden aus. An einem strahlenden Ferientag hatte uns eines der
damals noch primitiven, offenen Seilbähnchen von Oberrickenbach aus hinauf zur
Alp „Spiss“ gebracht. Von dort ging es zu Fuss weiter auf den Schoneggpass
und unser Ziel, Gitschenen, kam in Sicht. Im Sulztal weideten die Kühe und begrüssten
uns mit ihrem Glockengeläute. An einem aussichtsreichen Plätzchen liessen wir
uns nieder und genossen die würzige Höhenluft, den Sonnenschein und den
mitgebrachten Proviant. Doch wir hatten die Rechnung ohne den wilden Stier
gemacht, der sich plötzlich aus der Herde löste und mit lautem Gebrüll auf
uns zukam. Mein Vater, der die gefährliche Situation rasch erkannte, nahm mich
auf die Schultern und stieg aufwärts, so rasch es ging, meine Mutter, ebenfalls
eine gute Berggängerin, mit dem Rucksack hinterher. Keuchend erreichten wir den
Waldrand am Südabhang von Maisander und Alpeler und waren damit gerettet. Der
uns verfolgende Muni liess von uns ab und meine Eltern konnten aufatmen. Ich
selber hatte grosse Angst ausgestanden. Seither behielt ich meiner Lebtage
Respekt vor lebenden Stieren - mit dem Uristier hingegen machte ich keine
schlechten Erfahrungen!

Von oben her näherten wir uns nun den
Heimwesen auf der „Egg“ - ein Berggasthaus existierte damals noch lange
nicht! Die Familie der „Schueni-Sepps“ empfing uns sehr freundlich und bei
einem „Urner-Schwarzes“ konnten wir uns vom ausgestandenen Schrecken
erholen. Der bärtige Sepp, seine Söhne Gusti, ebenfalls mit Bart, Domini und
mein Vater tauschten Erinnerungen aus, wovon ich aber noch kaum etwas verstand.
Auch meiner Mutter vom Zürichsee mag wohl der urwüchsige Isenthaler Dialekt
recht ungewohnt vorgekommen sein! Gegen Abend liessen uns Bissig’s mit dem
etwa zwei Jahre zuvor installierten, einfachen Gitschener Seil hinunter in die
„Schwändi“.
Nachdem wir noch die Verwandten im
„Oberen Stettli“ besucht hatten, wanderten wir ins Dörfli und quartierten
uns für die Nacht im Gasthaus „Tourist“ ein. Unvergesslich ist das
ungewohnte Rauschen des Baches, das mich zuerst irritierte, dann aber in den
Schlaf sang. Während solcher Ferientage wusste mein Vater manches von früher
zu erzählen und sprach mit vielen Talbewohnern, welche er noch persönlich gut
kannte, sodass sich auch meine Mutter und ich im Isental bald heimisch fühlten
und ich überdies begann, mich für Vergangenheit und Gegenwart meines
Heimatortes zu interessieren.
Das
idyllische Bergdörfchen
Etwa drei Jahre später kamen wir in
umgekehrter Richtung, nämlich vom Urnersee her, ins Tal. Nachdem wir zuerst bei
Vetter Theodul in Flüelen, einem Cousin des Vaters, eingekehrt waren, liessen
wir uns mit einem stolzen Dampfschiff hinüber an die Isleten tragen. Dann
stiegen wir durch die Kehren zum „Chäppeli“ hinauf und marschierten auf der
noch ungeteerten Fahrstrasse ins Dörfli. Freundlich grüsste der heimelige
Zwiebelturm der Kirche, welcher das stille Dorf überragt. Dort, wo heute
Schulhaus und Turnhalle stehen, erstreckten sich zu jener Zeit noch lauter Gärten.
Den „Tourist“ und die freundliche Wirtsfrau erkannte ich rasch wieder, doch
leider war ihr Mann, Jost Aschwanden, unterdessen gestorben. Einen besonderen
Eindruck machte mir die Gartenwirtschaft auf der oberen Seite der Strasse. Das
luftige Holzhäuschen, das mit seinen Riegeln eine Art Laube bildete, war mit
einem Giebel überdacht und besass Tür- und Fensteröffnungen ohne Scheiben.
Die heutigen Autoparkplätze brauchte es damals noch nicht! Es herrschte
praktisch kein Verkehr und die Hühner durften gefahrlos auf der Dorfstrasse und
den angrenzenden Plätzchen und Gässchen spazieren und scharren. Neben dem
lauschigen Gartenhaus befand sich die Post, welche von Posthalter und
Gemeindeschreiber Johann Gasser geführt wurde. Man bekam Respekt sowohl vor
seiner stattlichen Erscheinung hinter dem kleinen Schalter als auch vor den Stöpseln,
die an einem Tableau an der gegenüberliegenden Wand steckten und mittels denen
er Telefonverbindungen herzustellen verstand. Unterhalb der Wirtschaft gab es in
der Bäckerei mit Handlung von Familie Aschwanden, den „Karis“, ebenfalls
viel zu sehen und zu bestaunen. Als Einzelkind machte ich die ungewohnte
Bekanntschaft mit einer Familie, in der acht Kinder aufwuchsen.
Schritt man in Richtung Grosstal,
vorbei am Restaurant „Urirotstock“, gelangte man bald zu einem Haus mit
einer auffallenden, etwas ausgetretenen Steintreppe, dem „Stutz“. Dort
besuchten wir einen weiteren Vetter, den „Stutz-Hans“, mit seiner zweiten
Frau und einem kleinen Töchterchen. Leider aber war er etwa ein Jahr später
schon nicht mehr unter den Lebenden! Überschritt man schräg gegenüber einen
schmalen, aber stabilen Steg über den rauschenden Grosstalerbach, befand man
sich bei den Schreinerhäusern „Unter dem Horn“, deren Maschinen von der
Wasserkraft angetrieben wurden. Mit Handschlag und kräftiger Stimme begrüsste
uns der „Horeschriner“ Jost Aschwanden, ein weit herum bekanntes Original.
Wendete man sich dann wieder dem
Grosstalersträsschen und dem nächsten „Stutz“ zu, gewann man einen neuen,
gewaltigen Eindruck. Zwischen Strasse und Bach nützte eine Sägerei ebenfalls
die Wasserkraft aus. Über der Treppe beim Hauseingang sah man an Ketten zwei Bärentatzen
baumeln. Seit 1920 würden diese Trophäen dort hangen zur Erinnerung an den
letzten Bären des Isentals, der vom Säger Joseph Anton Infanger erlegt worden
sei, erklärte mir mein Vater. Nun waren es nur noch wenige Schritte bis zum
„Tosenden Stein“, an dem das Rauschen des nahen Baches, sich verstärkend,
widerhallt. Ob dieser wohl auch einst vom Baberg niederdonnerte wie der
Hexenstein in der „Weid"? Von diesem erzählt eine Sage, dass zwei
Wetterhexen ihn gegen das Dorf hinunter gewälzt hätten. Doch das Läuten der
Kirchenglocke brachte ihn zum Stillstand und er konnte keinen Schaden mehr
anrichten. So viel Interessantes barg das verträumte Dörfchen!

Abenteuerliche
Seilbahnfahrt
Am nächsten Tag erreichten wir durch
das schattige Grosstal den Weiler St. Jakob. Von dort sollte uns das bekannte,
offene Seilbähnchen auf die Höhe von Gitschenen tragen. Von der “Schwändi“
aus konnte man sich telefonisch bei den „Schuenis“ auf der „Egg“
anmelden, von denen sich dann bereitwillig jemand zur etwas entfernten
Bergstation begab, um alles Nötige für den Transport vorzukehren. Doch diesmal
hatten wir Pech! Kurz vor der Abfahrt begann es wie aus Kübeln zu giessen.
Mutter und ich setzten uns ins schwankende Kistchen, das an Rollen am Tragseil
hing und unten mit einem Wasserbehälter versehen war, welcher sich jeweils an
der Talstation beim Aufsetzen am Boden entleerte. Oben musste das Fass dann
wieder mit Wasser gefüllt werden, sodass es das untere Gefährt dank seines
Gewichts hochziehen konnte. Mit dem Regenschirm schlug nun der Vater ans Seil
zum Zeichen, dass man bereit sei. Dann schwang auch er sich ins „Gutschli“
und los ging’s in flottem Tempo. Trotz des aufgespannten Schirms waren wir dem
seitlichen Regen ausgesetzt und von der sirrenden Rolle herunter spritzte das
Rostwasser. Plötzlich fuhren wir immer langsamer und standen im obersten Teil
der Strecke zuletzt ganz still. Ruckweise und langsam ging es dann weiter, denn
der gute Seilwart musste uns von Hand vollends hochziehen. Glücklich oben
angelangt, löste sich dann das Rätsel. Er hatte von oben nur den Vater sehen können
und das Fass nicht ganz mit Wasser gefüllt, damit der Transport angesichts des
misslichen Wetters rascher vor sich gehen sollte. Doch vermochte es dann das
unvorhergesehene, grössere Gewicht von drei Personen nicht bis ganz hinauf zu
ziehen. Tropfnass kamen wir endlich alle beim gastlichen Haus an, wurden aber in
der warmen Küche bald wieder trocken. Daran, wie unsere Reise damals
weiterging, kann ich mich leider nicht mehr entsinnen. Vermutlich hätte Vater
im Sinn gehabt, via Schwalmis zur Klewenalp zu wandern, was wir dann ein anderes
Mal nachholten.

Zu
Fuss durchs Klein- und Grosstal
Beim nächsten Isenthaler Besuch 1934
trugen wir als neueste Errungenschaft einen Fotoapparat mit uns, ein so
genanntes „Fünfliberkästchen“, das man gegen einen grossen alten, aus dem
Kurs genommenen Fünffränkler hatte erstehen können. Die 6x9 cm messenden
Schwarzweiss-Bildchen halten bis heute liebe Ferienerinnerungen wach. Diesmal
erwanderten wir in Begleitung von Vetter Karl Aschwanden aus Goldau, dem „Römer-Kari“,
zuerst das enge Kleintal. Nach einer knappen Stunde erreichten wir den
„Klosterberg“ und kehrten dort bei Familie Bissig ein, wo es recht gemütlich
wurde und die Zeit bei Kaffeetrinken und Erzählen rasch verging.
Im Grosstal besuchten wir anderntags,
wie schon früher, die verwandten „Wätzliger“-Aschwanden, die nun Karis
Elternhaus im „Oberen Stettli“ besassen und mit denen wir fortan guten
Kontakt pflegten. Das kleinste der drei Nachbarhäuser zog mein Interesse und
meine Neugier besonders auf sich. Es gehörte zu jener Zeit einem blinden Mann,
dem „Blind-Hans“, dem man aber seine Behinderung kaum anmerkte. Er konnte
Handorgel spielen und besorgte seinen Haushalt selber. Jeden Abend sah man ihn
mit dem Milchkesselchen in den benachbarten „Oberen Berg“ pilgern und er
bewegte sich erstaunlicherweise so sicher wie ein Sehender über Stock und Stein
und Wiesenpfade. Doch wehe, wenn ihn jemand zum Narren halten wollte - er liess
sich kein X für ein U vormachen! Er selber liebte es hingegen auch, andern etwa
einen Streich zu spielen. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich dereinst selbst
stolze Besitzerin des „Blindenhäuschens“ sein würde! Das dauerte auch noch
einige Jahre, doch dank meinem Vater kannte ich mich mit 10 Jahren im Isental
schon gut aus und hatte dort bereits Wurzeln geschlagen. Speziell erstaunlich
war für mich als Kind die Tatsache, dass Isenthal auffallend viele Einwohner
mit Namen Aschwanden besass, während wir an unserem Wohnort als einzige Familie
so hiessen. Damit war mein Interesse für unsere Sippe, deren Abstammungen und
verwandtschaftlichen Zusammenhänge geweckt und der Grund für meine späteren
genealogischen Forschungen gelegt!
Von Frau H. Kleiner, Meilen
Dorferneuerung
Isenthal
Das neue Buch von Josef Schuler
Isenthal, ein attraktives Urner
Bergdorf inmitten schöner Landschaft und imposanter Bergwelt – Isenthal, eine
ruhige Talgemeinde, abgeschieden am Rande der Randregion Uri.
Josef Schuler, der Autor der anlässlich
der Eröffnung des umgebauten Schulhauses und der neuen Gemeindekanzlei veröffentlichten
Publikation, thematisiert genau dieses Spannungsfeld zwischen Idylle und
Moderne, in dem sich Isenthal – wie jede andere Berg- und Talgemeinde –
befindet. Seit Mitte der 70er-Jahre zogen vor allem die jungen Erwerbstätigen
und Frauen von Isenthal weg ins Urner Reusstal und in städtische Zentren, wo
sie attraktivere Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten fanden. Isenthal hatte
bis Ende der 80er Jahre einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Ebenso sank
die Zahl der Arbeitsplätze und Landwirtschaftsbetriebe.
Josef Schuler präsentiert im
Hauptteil seines rund 70-seitigen Isenthaler Büchleins eine würdigende
Gesamtschau an aktiven Anstrengungen und Massnahmen seitens der EinwohnerInnen
und der Gemeinde, um die Berggemeinde als Wohn- und Arbeitsort zu erhalten und fördern.
Der Autor macht dabei eine realistische Rundschau und Einschätzung – ohne
allerdings nur optimistisch das Positive hervorzuheben.
Im Gegenteil, Josef Schuler – wie
die Gemeindeverantwortlichen – erkennt Handlungsbedarf: Der breit gefächerte
Massnahmenkatalog im Schlussteil könnte aufzeigen, wie Isenthal - und andere
Bergdörfer auch – sich in einer immer mehr globalisierten und mobileren Welt
zurechtfinden könnte.
Buchbestellungen zuhanden:
Gemeindekanzlei, Postfach, 6461
Isenthal, Tel. 041 878 11 31, Fax 041 878 10 71. Preis: Fr. 16.–
Buchtipp von R. Brand
Last Update:
22.11.2009
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