Gitschenen - Sonnenterrasse im Kanton Uri - Schweiz  
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Gitschener Post - Saison 2004

Nr. 11


Zeitung im PDF-Format zum Betrachten oder Drucken mit Acrobat Reader


Editorial

Liebe Freunde von Gitschenen

Denken Sie nicht auch, dass wir in einer verrückten Zeit leben? Wir kommen zu diesem Urteil, weil wir laufend und überall Beweise dafür zu erkennen glauben. Die Gitschener Post nimmt sich in der vorliegenden Ausgabe dieser Thematik speziell für den Raum Gitschenen an und veröffentlicht Berichte zu verrückten Ideen, Ungewöhnlichem, "Verkehrtes und Verdrehtes", aber auch über verrückte Naturereignisse.

Bestimmt haben Sie noch nie davon gehört, dass man eine Bahn auf den Uri Rotstock bauen wollte? Woher kommen eigentlich die vielen Rinder, welche den Sommer hindurch das Sulztal beleben? Kommen Prominente auch nach Gitschenen? Wie erlebt ein Kind von Gitschenen seinen ersten Schultag? Wir berichten darüber!

Hier lesen Sie auch Neues über die unbekannten "Bewohner" von Gitschenen, Besucher aus fernen Landen sowie über die "Saisoniers 2003".

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen und grüsse Sie mit freundlichen, alpinen Grüssen
Christof Müller-Duvoisin


Hübsch, freundlich, originell und tausendfach fotografiert: unsere speziellen Saisongäste 2003

Auf einer Reise durch die Schweiz begegnete das Wirtepaar zufällig den diesjährigen Saisongästen von Gitschenen. Sie sind Geschöpfe der zwei Künstlerinnen Jaqueline Scholten und Hannelore Holz aus Schinznach Bad. Die zwei Freundinnen modellieren schon seit vielen Jahren ähnliche Figuren. Früher machten sie diese kleiner und aus Ton. Damit nicht zufrieden, entschieden sie sich, nun lebensgrosse Figuren zu kreieren, und zwar aus Beton. Die Geschöpfe "wohnen" normalerweise bei der Wenger Gartenbau AG in Obererlinsbach.

Die Verlegung der Figuren nach Gitschenen war von Beginn weg ein wundervoller Erfolg. Die fixen Gäste erfreuten die temporären Gäste und sorgten für eine gute, lockere Stimmung. Im Bereich Gasthaus / Luftseilbahn sind noch nie so viele Fotos geschossen worden wie in diesem Jahr.

Die freundlichen Damen und Herren können erworben werden bei:
Wenger Gartenbau AG
Saalhofstrasse 41
5016 Obererlinsbach
062 844 30 30
www.wenger-gaerten.ch


Rekorde

Nach tagelangem, heftigem Schneefall in der ersten Februarwoche dieses Jahres begann sich am "Zingel" oben der Schnee auf der ganzen, rechten Hangseite in Bewegung zu setzen. Es entwickelte sich daraus eine unheimliche Staublawine. Einheimische meinen, es sei die gewaltigste Lawine seit den 40er Jahren gewesen. Zum grossen Glück wurden weder Menschen noch Tiere vom Niedergang getroffen und unglaublicherweise richtete die Lawine nur relativ geringen Sachschaden an. Im Gasthaus wunderte man sich, dass es plötzlich so dunkel geworden war. Eine ansässige Familie stellte fest, dass es plötzlich "so heftig stürmte" und bei einer anderen Familie wurde der Dachwasserablauf auf die Seite gedrückt. Nach dem Niedergang sah man, dass die Lawine unglaublich breit, viel breiter als sonst üblich war. Viel Holz von mitgerissenen Bäumen lag überall verstreut herum. Und unten, kurz vor dem Bach, wurde ein Wäldchen arg gelichtet.

Auch auf Gitschenen wurde diesen Sommer viel geschwitzt. Wie in der übrigen Schweiz verzeichnete man Rekordtemperaturen von ungekannter Höhe. Viele Leute wollten sich auf Gitschenen etwas abkühlen kommen. Die Temperaturen waren zwar kühler als am See unten, erreichten aber oft auch über 30 Grad. Die Seilbahn und das Gasthaus verzeichneten eine absolute Rekordsaison. Noch nie sind in einer Saison so viele Menschen nach Gitschenen gekommen.

Glücklicherweise herrschte nie Wassermangel, weil es doch gelegentlich mal etwas Regen gab. Für die Bauern war es somit eine sehr gute Saison. Viel früher als sonst üblich konnten sie sich dem Wildheuen widmen und durften von hoch oben eine reiche Ernte einbringen.

Allerdings gab es zwei lokal sehr heftige Gewitter, welche prompt einen rekordmässigen Flurschaden anrichteten.


Eine Touristengruppe aus Thailand besucht Gitschenen

Anfang September 2003 besuchte eine Gruppe von ca. 40 Thailändischen Touristen Gitschenen, offenbar alles Elektroingenieure. Die Gruppe machte eine kurze Tour durch Europa: Paris, München, Innsbruck, St. Moritz, Luzern und ... für 3 Stunden Gitschenen! Die Leute waren von Gitschenen begeistert und sie meinten, dass sie hier oben das beste Essen ihrer Reise genossen hatten. Das Menü war Salat, Pouletbrüstchen, Nüdeli, Gemüse an Kräutersauce, Glace und Fruchtsalat. Als Hauptgetränk wurde heisse Ovo und Schokolade getrunken. Das Gasthaus erfuhr später, dass die Leute mit dem Gitschener Service äusserst zufrieden waren und dass Gitschenen sie sehr beeindruckt habe.
Sie fragen sich, wieso diese Leute ausgerechnet nach Gitschenen gekommen sind? Genau das möchte das Gasthaus wir auch wissen. Es scheint so, dass sich seine Werbeanstrengungen inzwischen bis nach Thailand auswirken.


Die bewahrenden Felsengnomen bei Gitschenen

Nach menschlicher Ästhetik sehen die Gitschenengnomen nicht sehr anmutig aus. Anmut ist auch nicht ihre Aufgabe, sondern Erhaltung und Pflege der Natur, und dies ohne jegliche Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse. Es werden sich ohnehin Leute hierher bewegen, hier wohnen wollen, die genau so wie die Gnomen der Natur und ihrer Erhaltung den Vorrang geben. Nicht umsonst wurde hier ein Naturlehrpfad angelegt.

Der Weg führt von der Bergstation aus über die Chneuwis zum Geissboden und wieder zurück über das Bachtobel zur Seilbahn und bringt uns an den verschiedensten Naturschönheiten vorbei: Flachmooren, Karstböden, Karrenfeldern mit einer Vielzahl von seltenen Pflanzen. Wenn Sie diesem Lehrpfad folgen und sich an den Pflanzen erfreuen, die hier erhalten und geschätzt sind, wenn Sie im Herzen spüren, wie wunderbar vielfältig die Natur ist und wie viel Pflege und Sorgfalt es braucht, dass sie durch die Luft- und Raumverschmutzung nicht Schaden nimmt, dann sind Sie automatisch im Kontakt mit den Gitschenengnomen. Die Gnomen retten die Natur - auch für uns. Die gute Wirkung der Natur auf uns spüren Sie zu Hause noch, wenn Sie vom Kräutertee mitnehmen, der aus den hier angelegten Kräutern und Pflanzen von den Bergbauernbetrieben gesammelt und vertrieben wird. Dass die Produktion und Herstellung naturnah geschieht, versteht sich bei der Anwesenheit der Gnomen von selbst.

Das Berggasthaus Gitschenen hat sich zum Kurszentrum gemausert. Auch hier werden vorwiegend zu traditionellen Inhalten Kurse angeboten: Volkskundliche, kunsthandwerkliche und musische Themen prägen die Seminare. Erzeugnisse der Natur, die Schönheiten der Schöpfung zu loben und zu bewahren, ist für uns einerseits konservativ, aber glücklicherweise doch wieder im Trend und modern. Der Sinn und Geist der erhaltenden Gnomen spiegelt sich auch in der Betrufkapelle nahe der Station Gitschenen. Der Tourismus-Prospekt meint: "Die Grundrissform des Dreiecks bei der Kapelle drängte sich nicht nur von der Umgebung her und zur Abwehr der Naturgewalten auf. Sie ist auch ein Symbol der Dreieinigkeit und ein Symbol für die Folle, den Trichter, durch den der Alpsegen gerufen wird. Auf den Betruf weisen auch die Tafeln an den Aussenwänden hin: ‚All Schritt und Tritt i Gotts Namä lobä'." (Isenthal, Dorferneuerung - ein Generationenwerk, Josef Schuler, 1999, Gemeinde Isenthal).

Die Gnomen wissen sich zu wehren, wenn ihre Arbeit, d.h. die Erhaltung und Pflege der Tiere und Pflanzen, erschwert oder behindert wird. Mit nichts lösen sie Steinschläge oder Lawinen aus, um Störendes und ihrer Aufgabe im Weg Stehendes fortzujagen. Das können auch Menschen und ihre Ferienhäuser am falschen Platz sein.

Naturnahes wird von den Gnomen gern gesehen, mit beifälligem Nicken wohlwollend kommentiert. Sie geben dazu auch Unterstützung, ganz im Sinne der Sache.

Vielleicht mögen Ihnen der Risetenstock, der Alpeler, der Maisander oder dann der Oberalper Grat mit Bärenstock etwas drohend vorkommen? Sehen Sie das Loch im Fels, die merkwürdige Steinformation gleich einer Ausstülpung mit dem Kreuz darauf? Dort wachen die raueren Gnomen, dass nichts Unrechtes geschieht, während auf dem Geissboden, der Gitschener Ebene die pflegenderen Gesellen tätig sind. Statt Angst vor den bewachenden Gesellen an den Felswänden zu haben, kann es Ihr Herz erfreuen, sich von ihnen beschützen zu lassen, sich in die Gastfreundschaft dieser knorrigen Berggeister zu begeben. Nicht sonderlich gesprächige und höfliche Gastgeber sind sie, aber zutiefst ehrlich, unermüdlich selbstlos in ihrem Wirken für die übergeordnete Energie.

Wenn Sie die Natur lieben, in und mit ihr wunderschöne Stunden verbringen wollen, wenn Sie wieder einmal die Zuversicht oder die Hoffnung spüren möchten, dass dank der Energie der Naturwesen die Natur nicht ganz kaputtgemacht wird, sondern sich vorher wehren kann; wenn Sie die Heilkraft der Natur ganz ursprünglich spüren möchten, dann werden Sie es hier erleben. Der naturkundliche Rundweg hilft Ihnen, die Gnomen selber und das Resultat ihres Wirkens zu sehen.

Dieser Artikel ist, mit freundlicher Genehmigung der Autorin Evelyn Schweizer, ihrem Buch "Unsere guten Nach-barn - Elfen, Gnomen und andere Naturwesen in der Schweiz" entnommen, Verlag Zytglogge (ISBN 3-7296-0645-X).


Zwei bewährte Kurse mit neuen Kursleitern

Patchwork Stricken: Vreni Bürki löst Horst Schulz ab

Horst Schulz, der Meisterstricker aus Berlin, war in diesem Jahr 2003 zum letzten Mal Kursleiter auf Gitschenen. Er hat die Kursleitung an seine langjährige Schülerin Vreni Bürki abgegeben. Wir danken Herrn Schulz für seinen langjährigen und äusserst erfolgreichen Einsatz auf Gitschenen und wir freuen uns schon jetzt auf seinen Besuch im nächsten Sommer. Der neuen Kursleiterin Frau Bürki wünschen wir viel Erfolg und Spass beim "Patchwork Stricken" Kurs.


Klosterarbeiten: Trudy Ziegler löst Bärbel Kirner ab

Bärbel Kirner hat 10 Jahre lang den Kurs "Klosterarbeiten" geleitet. Wegen ihrer sympathischen Art wurde ihr Kurs immer wieder zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten. Jetzt hat sie die Leitung des Kurses an Trudy Ziegler übergeben. Auch Bärbel Kirner danken wir herzlich für ihren langjährigen, grossartigen Einsatz auf Gitschenen und wir freuen uns ebenso auf ihren Besuch im nächsten Sommer, wenn sie ihre ehemaligen und neuen Schüle-rinnen besuchen kommen wird. Der neuen Kursleiterin Trudy Ziegler wünschen wir ein gutes Gelingen und viel Vergnügen beim "Klosterarbeiten" Kurs.


So etwas kommt auch in den besten Häusern vor

Es gibt Tage, da läuft beinahe nichts so, wie es sollte. Ein solcher Tag war der 15. September 2003 im Gasthaus Gitschenen. Die Wirtin schildert das Erlebte wie folgt:

Es herrschte eine angespannte Atmosphäre im Gasthaus, auch unter den Gästen. Wir begannen unseren Tag wie üblich. Wie immer wollten wir für unsere Gäste nur das Beste. Bis Mittag ist uns dies auch gut gelungen. Doch dann begannen sich plötzlich unangenehme Ereignisse zu häufen.

Ein Gast hatte aus der Stumpenschachtel einen Stumpen ausgesucht, welcher für Fr. 3.50 angeschrieben war. Diese Stumpensorte kam irrtümlich in diese Schachtel. Es handelte sich um einen solchen mit niederer Qualität. Er hätte korrekt mit Fr. 2.- angeschrieben sein müssen. Es war uns ein Fehler unterlaufen! Der Gast beschwerte sich sofort wortlaut mit immer dem selben Satz: "Das ist Wucher". Sofort entschuldigten wir uns und sagten, dass wir schnell den richtigen Preis nachschauen gehen wollten. Der Gast jedoch war nicht mehr zu beruhigen. Nun wollten wir ihm den Stumpen schenken. Der Gast wollte nicht, dafür wiederholte er den obigen Satz. Wir sagten ihm, er könne das Ding gratis haben, aber solle sich bitte beruhigen und wir möchten damit die Angelegenheit als abgeschlossen betrachten. Er konnte nicht aufhören. Noch bei der Seilbahn wetterte er lauthals weiter und sprach immer und immer wieder von Wucher.

Damit nicht genug, es ging gleich weiter mit Unannehmlichkeiten. Ein anderer Gast wollte einige Birnbrote kaufen und fragte nach einem Spezialrabatt. Wir erklärten ihm, dass wir keine Mengenrabatte geben. Darauf meinte er, dass man in der heutigen Zeit immer wieder Mengenrabatte verlangen und den Preis zu drücken versuchen müsse. Wir hingegen erklärten ihm, dass bei uns solche Forderungen eher kontraproduktiv wirken könnten. Wir verstehen nicht, wieso offensichtlich die Meinung weit verbreitet ist, dass Berggasthäuser günstiger sein müssten als Restaurants im Tal. Man vergisst scheinbar, dass die Anfahrtswege lang und beschwerlich sind. Den Betrieb muss man unter stark erschwerten Bedingungen führen. (Siehe Bericht "Anlieferung unserer Lebensmittel").

Damit aber noch nicht genug. Dieser verflixte Tag war noch nicht zu Ende. Gegen Abend kam ein Ehepaar in unser Gasthaus, welches wir schon von früher kannten und wussten, dass es sich hier um sehr anspruchsvolle Gäste handelte. Ausgerechnet bei diesen Gästen ist unserer Serviertochter ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Sie hatte auf dem Kassencoupon einen Tee zweimal aufgeführt und eingezogen. Die Frau meldete sich bei uns kurz vor dem Gehen in forschem Ton und meinte, dies sei "Wucher". Die Serviertochter erklärte ihr, wie es zu dem Fehler hatte kommen können und entschuldigte sich höflich. Darauf meinte die Frau, zum Glück habe sie nachgefragt, eigentlich hätte sie nämlich jetzt gleich einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben wollen (wo bleiben hier die Geduld und Vernunft?).
An diesem Tag klappte also sehr viel sehr schlecht. Wir möchten für unsere Gäste nur das Beste. Aber da auch wir nur Menschen sind, passieren halt auch bei uns ab und zu einmal Fehler. Es wäre schön, wenn auch an einem Problemtag wie diesem alle Gäste mit uns ein Einsehen hätten.

Allerdings, das müssen wir jetzt sofort anfügen, geben uns sehr viele Gäste immer wieder zu verstehen, dass sie mit unserem Gasthaus im Allgemeinen und unserem Service im Speziellen sehr zufrieden sind. Und schliesslich zeigt uns auch unser Erfolg, dass trotz solch "unglücklichen" Tagen unsere Kundschaft mit uns und unseren Dienstleistungen im Grossen und Ganzen zufrieden ist.


Gasthaus Nachrichten

Dankeschön an das Personal

Nach dieser äusserst strengen, aber sehr erfolgreichen Saison möchten Beatrice und Franz Herger ihrem Personal für seinen tollen Einsatz recht herzlich danken. Es trägt zur einmaligen Atmosphäre des Ortes bei. Ohne seine Hilfe wäre das Gasthaus nicht das, was es ist.

Der Hit der Küche

Die Renner dieser Saison waren einmal mehr die rassigen Salate sowie die berühmten Gitschener Spätzli.

Von wem stammt eigentlich das Rezept für Gitschener Spätzli? Vor etwa 12 Jahren brachte die Köchin Rosmarie Wipfli die gute Idee mit nach Gitschenen, aus Spätzli, Käse, Zwiebeln, Speck, Schinken und Rahm ein feines Gericht herzustellen. Dies sei die Lieblingsspeise ihrer Kinder Manuel und Rosina und würde den Kunden des Restaurants bestimmt auch sehr schmecken. Und tatsächlich, seit 12 Jahren gehört diese Köstlichkeit zu den Rennern auf Gitschenen.

Anlieferung unserer Lebensmittel

Immer wieder fragen Gäste, von wo das Gasthaus seine Lebensmittel bezieht und wie sie nach Gitschenen gelangen.
Die Getränke und Tiefkühlprodukte werden einmal wöchentlich direkt durch den Lieferanten zur Seilbahn gebracht und dort eingeladen.

Für die Lebensmittel geht jemand vom Gasthaus zweimal (in der Hauptsaison dreimal) pro Woche nach Altdorf zum Lebensmittelhändler Arnold. Er liefert vor allem Schweizer Produkte. Die Lebensmittel nach Gitschenen hinauf zu bringen, ist immer eine aufwändige Angelegenheit. Denn man kann nicht mit dem Auto direkt vor das Gasthaus fahren, sondern man muss schliesslich noch die Seilbahn be- und entladen.

Vom Fleischhändler aus Andermatt wird einmal pro Monat eine grössere Lieferung direkt bis zur Seilbahn gebracht. Ein weiterer Fleischlieferant ist die Metzgerei Bütler in Altdorf, von welcher das Gasthaus selber die Waren abholt.

Charakter Figuren

Im Restaurant befindet sich beim Eingang seit Anfang der Saison eine Charakterfigur, welche immer wieder grosse Beachtung findet. Die Kursleiterin des Kurses "Charakter Figuren" hat nämlich einen Nachbarn des Gasthauses, Meinrad Imholz, künstlerisch als Marionetten Figur hergestellt. Er macht den Gästen sichtlich Spass.

Blumenschmuck

Die Blumen um das Gasthaus und an den Fenster des Hauses erfreuen die Kundschaft immer wieder aufs Neue. Ohne diesen Blumenschmuck im Sommer kann man sich Gitschenen nicht mehr vorstellen. Die Pflege gibt allerdings viel Arbeit. Der gute Geist, welcher nach den Blumen schaut, ist die Mutter von Beatrice Herger-Kieliger, Frau Emy Kieliger. Neben ihren verschiedenen Hobbys wie Malen, Reisen, Kräutersammeln etc. findet sie immer noch Zeit, die Blumen zu besorgen und dafür zu achten, dass das Haus ein kleines "Bijou" ist.

Übrigens: während der Sommersaison verkauft Frau Kieliger ihre selbstgemachten Ringelblumen & Arnikasalben mit Kräutern aus Gitschenen im Gasthaus. Bestellungen können auch im Winter gemacht werden.

Tratsch und Klatsch

Unsere Köchin der Saison 2002 ist in diesem Jahr Mutter eines Knaben geworden. Ebenso ist die Serviertochter der gleichen Saison Manee vom Storch heimgesucht worden. Sie ist auch Mutter eines Knaben geworden.

Wir wünschen den beiden jungen Müttern viel Glück und Sonnenschein mit ihren lieben Zöglingen.


Alpenmode Nachrichten

Siehe: www.alpenmode.com

War es eine verrückte Idee, 2000 die Firma Alpenmode GmbH zu gründen? Ein Wagnis war es bestimmt, aber ihr heutiger Erfolg zeigt, dass der Aufbau der Alpenmode keinesfalls falsch war.

Im zu Ende gehenden Jahr hat es die folgenden, herausragenden Ereignisse gegeben:

  • Modeschau und Diskussion über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Trachten- und Alpenmodekleidern in Grafenort
  • neue Uniform für die Musikgesellschaft Isenthal
  • Kleider für die Offiziellen des kommenden Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Luzern

Die Alpenmode wird in vielen guten Häusern getragen und die Nachfrage nach ihr für Grossanlässe steigt stetig. Um diesem Trend gerecht zu werden, hat sich Beatrice Herger-Kieliger entschlossen, einen Partner zu suchen, welcher sowohl die Produktion wie den Vertrieb übernimmt. Ein solcher wurde zu Beginn dieses Jahres in der Firma Marti Berufsbekleidung AG, Sumiswald gefunden. Beatrice Herger-Kieliger wird weiterhin die Alpenmode entwerfen und die Firma mit ihren Ideen aus Gitschenen bereichern.

Wie bisher wird das Damenschneiderinnenlehratelier in Altdorf Massanfertigungen für Einzelkunden in diesem Stil herstellen.

Mit dieser neuen Organisation reagiert die Firma auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Marktes, damit sie auch in Zukunft weiterhin erfolgreich ist.

Alpenkurszentrum Gitschenen nominiert für Auszeichnung

Das Alpenkurszentrum hat mutig am Wettbewerb "Milestone 2003" der "Hotel + Tourismus Revue" mitgemacht. Mutig deshalb, weil an diesem Wettbewerb üblicherweise nur "grosse Kaliber" teilnehmen. Das Alpenkurszentrum stellt im Wettbewerb sein Kursunternehmen als innovative Ergänzung zum Gasthausbetrieb vor. Aus 74 eingereichten Projekten hat die Jury insgesamt 20 Projekte nominiert. Davon fünf für den diesjährigen Sonderpreis "klein & kreativ". Das Gasthaus Gitschenen gehört zur Auswahl für den Sonderpreis! Die Bekanntgabe der Sieger und die Preisverteilung finden am 28. Oktober 2003 in Anwesenheit der Projektverfasser in Bern statt. Das Gasthaus ist bereits ob seiner Nomination sehr glücklich, würde sich aber selbstverständlich noch mehr freuen, wenn es zu einem Preis kommen sollte.


Schottenhochzeit

Ein "ungewöhnliches" Gasthaus Ereignis in diesem Sommer war die Hochzeit einer Schottischen Braut und eines Schweizer Bräutigams im August 2003. Geheiratet und gefeiert wurde in Schottischen Röcken, auf Schottische Art und Weise auf der Schweizerischen Alp Gitschenen.


Beat Huwyler-Arnold - wir behalten ihn in bester Erinnerung

"Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot."

Gewohnt sicher unterwegs in den Walliser Alpen, zusammen mit seiner Frau Bernadette, kam für Beat überraschend der Moment, wo die "Endlichkeit seines Seins" Wirklichkeit wurde. Er verstarb überraschend am 15. April 2003 - viel zu früh - aber dennoch in seinen geliebten Bergen.

Die bezaubernde Alpenwelt auf Gitschenen und Umgebung waren für Beat Huwyler schon immer das Inbild von Natur und Erholung. So war seit der Heirat das Familien-Ferienhaus Schrindi auf Gitschenen eine seiner grossen Leidenschaften. Er verbrachte dort unzählige, glückliche Stunden und Tage.

Wie sehr er mit Gitschenen verbunden war, zeigt sich auch in der Tatsache, dass er im Vorstand der Luftseilbahn Genossenschaft als Aktuar tätig war.

Beat Huwyler hinterlässt seine Frau und vier Kinder. Nicht nur seine Familie sondern wir alle werden sein liebenswertes und hilfreiches Wesen in bester Erinnerung behalten.


Mit der Zahnradbahn auf den Uri Rotstock

Wir schreiben den 28. Juni 1890. Im "Urner Volksblatt" erscheint der folgende Artikel.

Eisenbahn auf den Uri-Rothstock

Vor einigen Tagen ist beim eidg. Eisenbahndepartement ein Konzessionsgesuch für Erstellung einer aus Zahnrad- und Drahtseil-Bahn sich zusammensetzenden Schienenanlage auf den Gipfel des Urirothstockes eingereicht worden.
Ein Korrespondent des "Zofinger Tagblatts" schreibt darüber Folgendes: "Dieses neueste Bergbeschienungsprojekt ist, wie man uns mittheilt, bestimmt, zu den am Vierwaldstättersee schon bestehenden Unternehmungen dieser Art eine solche zu fügen, welche dieselben im schönsten Sinn ergänzt. Die Aussicht, die man vom genannten Gebirgsstock geniesst, wird übereinstimmend als die herrlichste des ganzen Alpenlandes und Europas geschildert, unvergleichlich namentlich durch ihren malerischen Effekt bei aller ungeheuren Ausdehnung des Gesammtbildes. Um 800 Meter den Pilatus, um mehr als 1000 Meter den Rigi überragend, eröffnet er ein weitumfassenderes Panorama als diese zwei Höhenpunkte und vereinigt anderseits die Vorzüge beider, indem seine Prospekte sowohl das Lebens- und Anmutvolle der Rigiaussicht, als auch das Erhabene in dem durch die grössere Nähe zu den Zentralalpen imposant gestalteten Gebirgspanorama des Pilatus in sich schliessen. Vom Gesichtspunkte der landschaftlichen Schönheit tritt das Projekt der Jungfraubahn weit hinter dem hier besprochenen zurück, da jenes wohl eine verwirrend grossartige Gipfelschau zu gebühren vermag, statt der erbaulichen Schau in die Thäler und Niederungen aber, welche eben doch das Genussvolle und Erquicklichste solcher Fernsichten ausmacht, nur ein verschwommenes, trübes Einerlei darbietet.

Wie schon angedeutet, stellt sich indess der kühne Plan keineswegs als ein Konkurrenzprojekt des Pilatus dar, sondern soll vielmehr als die dritte Bergbahn im Bunde mit diesem und dem Rigi ein namentlich die engern Interessen des Kantons Uri wahrnehmendes Glied herstellen.

Urheber des Konzessionsgesuches ist der besonders in alpinistischen Kreisen wohlbekannte Herr E. A. Türler in Bern, Verfasser mehrerer geschätzter Touristenwerke: "Das malerische und romantische Emmenthal", "Die Berge am Vierwaldstättersee", und zufolge zahlreicher mit scharfer Beobachtungsgabe unternommener Fahrten vielleicht der beste Kenner der Gebirge der Urschweiz, die in ihm einen, wie uns bedünkt, bis dahin zu wenig gewürdigten meisterlichen Schilderer gefunden haben. - Herr Türler hat den Uri Rotstock wiederholt nach allen Seiten bewandert; seine Eingabe stützt sich also auf eingehende Studien. Die Terrainverhältnisse sollen für eine Bahnanlage vorzüglich günstige sein, ebenso die klimatischen Verhältnisse. Von dem gebieterischen Beherrscher des Urnersee's wird nicht nur gerühmt, dass er eine hohe Zahl nebelfreier Tage aufweise, sondern auch, dass das Abschmelzen des Schnee's sich sehr zeitig vollziehe - alles Bedingungen, welche das erwähnte Projekt ernsthaft zu empfehlen geeignet sind."

Gemäss vorliegendem Projekt soll die Bahn von Bauen oder Isleten nach Isenthal, durch das Kleinthal auf den Sassigrat und durch einen 2400 Meter langen Tunnel auf Punkt 2880 des Urirothstockes geführt werden. Die Maximalsteigung beträgt 37%.

 

In der gleichen Zeitung etwas weiter hinten:

Wieder eine neue Bahn

[...] Dieses Projekt erscheint kaum glaublich. Aber wenn man bedenkt, dass allen Ernstes eine Bahn auf die Jungfrau, das Rechhorn, das Stanserhorn, usw. angestrebt wird, so kann auch der Uri-Rothstock mit in den Schwindel der Bergbahnen gerissen werden. Den Herren, welche solche Luftbahnen errichten wollen, möchten wir ein anderes Projekt empfehlen, das weniger halsbrecherisch wäre und eine gute Zukunft hätte, nämlich die Erbauung eines Hotels auf den Schattdorfer Bergen und Verbindung desselben mit Altdorf durch eine Zahnradbahn. Die unternehmungslustigen Herren Bucher und Durrer sollten diesen Gedanken einmal näher prüfen und - ausführen.

 

Am 12. Juli 1890 dann im "Urner Volksblatt":

Urirothstock Bahn

Man mag über dieses Bahn-Projekt denken und sagen was man will, so ganz ohne Berechtigung ist dasselbe auf keinen Fall. Jährlich wird der Urirothstock, einer der bekanntesten und eigenartigsten Berge der Schweiz, von etwa 300 Personen bestiegen - sogar von rüstigen Damen -; diese Zahl würde sich erheblich steigern, wenn die Partie hinauf weniger anstrengend wäre. Vor ungefähr 2 Jahren hiess es in Brunnen, es sei beabsichtigt, auf oder unmittelbar unterm Gipfel ein Häuschen nach Art der Clubhütten zu erstellen, damit die Besucher des Berges sich dort erholen könnten. Der Sache wurde seither keine weitere Folge gegeben.
Von jeher wurde die Aussicht vom Urirothstock als unerreichbar schön und imposant gepriesen; ein Blick allein von diesem hohen Standpunkte auf den in mächtiger Tiefe sich ausbreitenden Vierwaldstättersee mit seiner majestätischen Umrahmung hat vielleicht nirgends seines Gleichen.
Für den Fremdenverkehr am Vierwaldstättersee ist die hohe Bedeutung dieses Bahnprojektes nicht zu unterschätzen, und es ist zu hoffen, dass dasselbe sich recht bald verwirkliche. Dass es weit eher Berücksichtigung verdient, als das der Jungfrau, deren Aussicht der vom Urirothstock weit nachsteht, darüber herrscht bei Wissenden kein Zweifel.
Es ist keineswegs zu befürchten, dass durch die Erstellung der Urirothstockbahn die andern Gegenden des Kantons Uri beeinträchtigt würden; wohl aber würde das gesamte Land durch die nicht ausbleibende Zunahme des Fremdenstromes ganz bedeutende Vortheile erzielen. Auch würde die Ausführung dieses Projektes ungemein viel zur natürlichen Lösung einer andern schon lange hängigen äusserst wichtigen Bahnfrage beitragen.

 

Am 29. November 1890 dann im "Urner Volksblatt":

Urirothstock Bahn

Wir entnehmen dem "Bund", dass Herr Türler sein Conzessionsbegehren für Erstellung einer Bahn auf den Urirothstock zurückgezogen habe. Finanzleute und Bauunternehmer sollen dem Projekte nicht gut prophezeit haben. Die Thatsache liegt übrigens vor, dass die Bergbahnen überall an Kredit gewaltig verloren haben.
[Fotomontage Zahnradbahn mittel bis gross, von Gamma


Alp Horlachen und Sulztal

Erwerb

Im Jahr 1918, gegen Ende des ersten Weltkriegs und in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit kaufte die Viehzuchtgenossenschaft VZG Luzern - Kriens die Alp Horlachen - Sulztal von den Gebrüdern Durrer in Kerns OW. 1946 wurde die VZG Luzern - Kriens umgewandelt in die VZG Luzern - Emmen. Ihr gehören heute 45 Mitgliedsbetriebe an.

Sachverwalter

1921 wirkte Wendelin Bissig als Alphirt, gefolgt von seinen Söhnen Remigi, Walter und Gustav Bissig. Walter Bissig machte sich selbständig und baute 1956 das Gasthaus Gitschenen. Die anderen zwei Brüder verwalteten die Alp bis 1991, gefolgt ab 1992 von Beat Burch.

Lage und Grösse

Die Alp besteht aus: Horlachen 1'400 m ü. M., Sulztal 1'600 m ü. M. und Schonegg bis 2'000 m ü. M.
1988 wurde die Alp von Swissair aus der Luft vermessen. Die Gesamtfläche inklusive Fels, Wald und Geröllhalden beträgt 335 ha oder 3.35 Mio. m2.

Bauten

1954 wurde die Alphütte Sulztal, 1955 das Haus im Horlachen und 1964-1966 der Alpstall Sulztal neu gebaut, organisiert von Remigi, Martin und Gustav Bissig. Das Bauholz für diese Gebäude sowie für die Berg- und Talstation der Luftseilbahn und das Gasthaus wurden vom Bärenwald (Sulztal) geschlagen und in der eigenen Säge im Horlachen zugesägt.

1940 wurde vom Militär eine Telefon-Freileitung vom Isental ins Engelberger Tal gebaut, die Alp und den Schoneggpass überquerend. In den Jahren 1968 und 1969 wurde ein Telefonkabel durch die Alp verlegt.

In den letzten Jahren ist viel Geld in die Infrastruktur investiert worden. 1980 wurde für die Alphütte Sulztal eine Wasserversorgung eingerichtet. Die Häuser sowohl im Horlachen wie auch im Sulztal besitzen heute ein WC mit fliessendem Wasser sowie eine Dusche. Dank eines Notstromaggregats kann im Sulztal auch eine Melk- und eine Waschmaschine betrieben werden und in der Nacht hat man elektrisches Licht. Ferner hat man die Feldwege gut ausgebaut.

Alpauffahrt

Durchschnittlich werden pro Saison 175 bis 200 Rinder auf die Alp gebracht. Vier bis sechs Kühe geben Milch zum Produzieren von Käse, Butter und für die Aufzucht von Mastkälbern.

Früher wurden die Tiere mit Kursschiffen und Schleppnauen, später mit Transportnauen bis Isleten gebracht. Seit 1973 werden sie mit Lastwagen bis Isleten gefahren. Die Tiere müssen danach ca. 14 km gehen und dabei eine Höhendifferenz von 1'000m bewältigen.

Natur und Tradition

Die VZG Luzern - Emmen ist bestrebt, mit der Bevölkerung von Isenthal und Gitschenen ein gut freundschaftliches Verhältnis zu pflegen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Alp möglichst naturnah zu bewirtschaften, sodass sich Mensch und Tier wohl fühlen. Die schöne Berglandschaft soll den Nachkommen erhalten bleiben.

Es gibt viele Wildtiere im Gebiet der Alp, zum Beispiel Hirschen, Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere. Diese Tiervielfalt lockt zur Jagdzeit jeweils immer einige Jäger an.

Die Alphirten sind bestrebt, althergebrachte Traditionen möglichst zu erhalten. Deshalb wird auch jeden Abend der Betruf beim Kreuz ob der Alphütte Sulztal ausgerufen.

Ein Wahrzeichen der Gegend ist das Kreuz auf dem Stockzahn, hoch oben über der Alp. Es wurde 1965 aufgestellt. Und gerne erfreut man sich am Anblick der neuen Betrufkapelle, welche von einem grossen Teil der Alp aus gesehen werden kann.

Naturgewalten

Laut Remigi Bissig gab es 1944 den grössten Lawinenniedergang seit Menschengedenken. Er hatte gigantische Ausmasse. Das Anrissgebiet erstreckte sich vom Bärenstock bis zum Stockzahn. Nur dank dem grossen Sulztalstein wurde das Haus im Horlachen nicht in Mitleidenschaft gezogen. Hingegen wurde die Telefonleitung zerstört.

1954 hingegen riss bei ausserordentlichen Schneeverhältnissen eine Lawine, von der Schrindi kommend, das Haus Horlachen weg. Gustav Bissig war alleine im Haus anwesend. Er hatte riesiges Glück, war zwar schockiert, blieb aber unverletzt.

1990 zerstörte der Sturm Vivian eine Waldfläche von ca. 1'500 m2. Das Holz von ca. 1'000 m3 wurde unter grossem Einsatz von den Gebrüder Bissig sowie Holzern aus Adligenswil aufgerüstet und ausgeflogen. Ende 1999 wütete der Sturm Lothar und fällte wiederum einiges Holz.

Leider muss man seit einiger Zeit grosse Schäden, verursacht durch den Borkenkäfer, hinnehmen.

Im Winter kommen jeweils riesige Schneemengen auf dem Stall im Sulztal zu liegen. 1999 mass man eine Schneehöhe von 6 bis 8 m. Da befürchtet wird, dass die Schneelast trotz 72 Sperlingen für den Stall zu gross werden könnte, wird der Schnee regelmässig im Frühling weggeschaufelt.


Erster Schultag von Valentina

Valentina wohnt auf Gitschenen. Am 24. August 2003 ging Valentina zum ersten Mal in die Schule. Die Gitschener Post stellte ihr dazu ein paar Fragen.

- Wann musstest du aufstehen? Um 6 Uhr.

- Warst du nervös? Ja, sehr sogar.

- Wann musstest du auf die Seilbahn? Um 7 Uhr.

- Was hast du mitgenommen? Etui, Finken, ein Znüni und etwas zum Trinken.

- Hat dich jemand begleitet? Dr Dädi (Vater).

- Bist du mit dem Postauto gefahren? Nein, mit Dädi im Auto.

- War zuerst eine Messe? Ja, um 7:45 war eine Messe für alle Schüler und Eltern.

- Hast du eine nette Lehrerin? Ja, sehr.

- Wie sieht dein Stundenplan aus? Mo, Di, Mi ist früher Beginn um 7:45 - Do, Fr ist später Beginn um 9:45 - Mi und Do ist nachmittags frei.

- Bist du über Mittag in der "Suppi"? Nur Domenica und Sämi (Kindergärtner aus Gitschenen) gehen jetzt in die "Suppi". Ich werde nach Weihnachten auch hingehen.

- Was wird dort gegessen? Es gibt Pommes-Frites & Ketchup, Spaghetti, Pizza, Fischstäbli usw.

- Was isst du am liebsten? Pizza!!

- Wie viele Kinder gehen insgesamt in die Suppi? Mehr als 30.

- Wieviele Gschpänli hast du? In der 1. Klasse sind es 10 Kinder, in der 2. Klasse sind es 6 Kinder.

- Hast du schon eine Schulfreundin / Schulfreund? Meine Cousine Jana!

- Was willst du einmal werden? Kindergärtnerin.

- Freust du dich auf die Herbstferien? Ja, dann kann ich ausschlafen.

- Hast du schon viel Schulaufgaben? Ja, jeden Tag ausser am Wochenende.

- Kannst du schon schreiben? Ja, das habe ich von Jana (2. Klasse) gelernt.

Vielen Dank Valentina für das Interview. Wir wünschen dir viel Erfolg in deiner Schulkarriere!


La Lupa zu Besuch auf Gitschenen

Seit 25 Jahren ist Beatrice Herger-Kieliger ein Fan von La Lupa, der singende "Paradiesvogel" aus dem Tessin. Dieses Jahr hat La Lupa ihr Versprechen wahr gemacht und beehrte Gitschenen mit einem Besuch. Sie schrieb uns dazu:

"Vor Jahren ein Versprechen: ich werde kommen... Und heute, 24. August 2003, zur Feier Valeria's Geburtstag, bin ich doch da. Wunderschön ist es hier, ein Panorama "mozzafiato", una cucina gustosa. Tantissimi auguri, grazie, Lupa."


Bernhard Russi in Gitschenen

Im Frühling 2003 besuchte Bernhard Russi Gitschenen. Offenbar gefiel es ihm hier oben, denn in einem Aritkel in der Urner Zeitung konnte man kurz darauf lesen:
[Zeitungsbericht]


Persönlich - Radio Talk Show mit Powerfrau und Pfarrer

Auf grosses Interesse stiess am Sonntag 31. August 2003 die "Persönlich"-Sendung von Radio DRS1, die live aus dem fast bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Hotels Hof in Erstfeld ausgestrahlt wurde. Als Gäste von Moderatorin Sandra Schiess standen die passionierte Kunsthandwerkerin und Trachtenspezialistin Beatrice Herger sowie der Andermatter Pfarrer Marzell Camenzind auf kompetente, aber auch humorvolle Art und Weise Re-de und Antwort.


Kuh von Gitschenen geht nach Zug

Die herrliche Kuh "Fuchsi" der Familie Walker von Gitschenen sollte an der Nachzuchtschau 2002 in Zug gezeigt werden. Weil Schnee ein zu Fuss gehen verunmöglichte, musste das Tier zuerst mit der Seilbahn transportiert werden. An der Seilbahn wurde zu diesem Zweck eine "Eisenbarelle" angehängt. Damit wurde "Fuchsi" von 1'550 m auf 950 m hinunter transportiert. Von dort aus ging es etwa sechs Kilometer in einem Kleintransporter bis nach Flüelen hinunter. Dort wurde sie in einen grösseren Transporter verladen und schliesslich nach Zug gebracht.


Verloren und gefunden

Wem ist es noch nie passiert? Immer wieder vergessen oder verlieren Gäste im Gasthaus persönliche Gegenstände: Hüte, Socken, Fotoapparate, Stöcke usw. Für das Nachsenden solcher Sachen an ihre rechtmässigen Besitzer entstehen dem Gasthaus jährlich Kosten von Fr. 500.- bis Fr. 800.- In einem den Rücksendungen beigelegten Brief schlägt das Gasthaus den Empfängern vor, dass sie, statt dem Gasthaus einen Unkostenbeitrag bezahlen, der "Schweizer Patenschaft für Berggemeinden" eine Spende überreichen sollen. 

Siehe: www.patenschaftberggemeinden.ch


Kinder-Ferienheim auf Gitschenen

Ungefähr ab 1935, während der Kriegszeit 1939 bis 1945 und in den folgenden Jahren, führte die Pro Juventute Uri (Bezirkskommission Uri der Pro Juventute, BJU) im Sommer für gesundheitlich gefährdete Urner Kinder Ferienlager (Schul-Sommerferien) in der Höhe durch. Damals wurde besonders die Gefährdung für Erkrankungen der Lunge (Tuberkulose, Bronchitis, Asthma) beachtet. Solche Lager fanden statt auf Haldi, in Gurtnellenberg, auf Gitschenen im Isenthal und im Biel ob Bürglen. Es waren vielleicht zwischen 20 und 30 Kinder, die jeweils teilnahmen. Diese "Höhenferien" dauerten einige Wochen. Soweit ich mich erinnere, waren diese Lager ausserordentlich beliebt und es hatte immer sehr viele "Bewerber". Um die Durchführung kümmerten sich der damalige Präsident der Bezirkskommission Uri Pro Juventute, Lehrer Lendi in Schattdorf, die damalige Sekretärin der PJU Frau Edith Dorner (später Frau Birchler-Dorner) und Dr. Otto Diethelm, Mitglied der PJU. Dr. Diethelm "überwachte" das Lager und er besuchte mehrmals die Kinder in den Lagern. Eine eigentliche Behandlung wurde nicht durchgeführt. Soviel ich mich erinnere, wurde aber mindestens zu Beginn dieser Höhenferien, wahrscheinlich auch am Schluss, das Blut gemessen. Dr. Diethelm verlangte aber nie ein Honorar für diese Leistungen.

Die Urner Ärzte kritisierten diese "ärztliche Überwachung". Im Protokoll der ordentlichen Versammlung des Verbandes der Urner Ärzte vom 25.1.1948 findet sich darüber folgendes: "Im weiteren orientiert Dr. Diethelm darüber, dass er nicht Vertrauensarzt der Pro Juventute Uri, sondern im Vorstand dieser Organisation sei. Betreffend der neuen Kinderheime auf Haldi und Gurtnellenberg gibt Dr. Diethelm dahin Auskunft, dass die dort untergebrachten Kinder nicht ärztlich behandelt, sondern dass die Heime, die mit Unterstützung der Pro Juventute betrieben werden, nur ärztlich beaufsichtigt werden, so dass die Beträge der Krankenkassen für die Kinder ausbezahlt werden".

Solche Ferienlager wurden wie erwähnt auf Gurtnellenberg, Haldi, Biel ob Bürglen und Gitschenen im Isenthal durchgeführt. Als klimatisch besonders günstig wurde die Region Gitschenen beurteilt. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie mein Vater sehr oft von dem gesundheitlich so ausserordentlich nützlichen Gitschenen schwärmte. Zu Gitschenen bestand damals als Zufahrt eine einfache Seilbahn.

Am Radio Beromünster gab es in jenen Jahren alle paar Wochen "Jugend-Stunden" von "Vetter Hans", die sehr geschätzt wurden. Dieser "Vetter Hans" führte auch während den Schulferien eine Art "Arbeitslager" für Jugendliche durch. Einer dieser Einsätze erfolgte nun eben auf Gitschenen (ungefähr in den Jahren um 1940). Darüber berichtete er einmal am Radio. Bei dieser Sendung wurde auch auf das Ferienlager der Pro Juventute Uri hingewiesen, welches dieses Jahr auf Gitschenen stattfand. Es wurde auch der Wunsch der Pro Juventute Uri erwähnt, für solch gesundheitlich gefährdete Kinder ein eigenes Kinderheim zu haben. Wenige Tage nach dieser Radiosendung kam bei uns eine mir unbekannte Frau zu Besuch. Sie läutete an der Haustüre, unsere langjährige Köchin ging an die Türe. Die Frau überreichte ihr ein Couvert. Dieses sei für Dr. Diethelm respektive für die Pro Juventute respektive für das Kinderheim bestimmt, welches die Pro Juventute für gesundheitlich gefährdete Kinder auf Gitschenen plane. Die Frau wollte ihren Namen nicht sagen, wünschte auch keine Quittung. Als "Empfangsbestätigung" verlangte sie allerdings, dass diese Schenkung in der nächsten Radio-Sendung des "Vetter Hans" erwähnt würde. Im Couvert hatte es zehntausend Franken. Die Spende wurde dann in der nächsten "Vetter-Hans" Radiosendung bestätigt.

Diese grosszügige Schenkung intensivierte die Pläne für ein eigenes Pro Juventute Kinderheim. Es wurden ein-gehendste Abklärungen getroffen. Wegen den Kosten des Erwerbs eines Hauses und den Sekundärkosten (Umbau), dann vor allem wegen den Problemen eines Betriebs (Personal!) konnte das ganze Vorhaben aber leider nicht durchgeführt werden. Nach dem Tod meines Vaters 1958 wurde ich in die Bezirkskommission Pro Juventute gewählt und beschäftigte mich wieder mit dieser Frage. Am 12. August 1965 schrieb ich an die damalige Präsidentin der PJU, Frau Birchler-Dorner:

"... Dass ein Bergkinderheim im Kanton Uri ein Bedürfnis wäre, daran besteht kein Zweifel Aus meiner eigenen Praxis müssen jeden Sommer auch jetzt noch um fünf Kinder auswärts in Kinderheimen in Höhenlagen platziert werden, meist als Tuberkulose-Prophylaxe, bei starker Neigung zu Erkältungskrankheiten, gelegentlich auch bei Asthma. Ein Urner Kinderheim mit 20 oder auch 30 Betten während den Sommerferien zu füllen, wäre kein Problem; auch ein grösseres Kinderheim könnte natürlich mit auswärtigen Kindern leicht gefüllt werden. Aber mit dem Kauf einer Liegenschaft allein ist es nicht getan. Ich betrachte den Ankauf als die geringste Ausgabe, die lediglich ein augenblickliches (wenn auch grosses) Problem darstellt. Was kommt nachher? Vorerst weitere Investitionen, wie eventueller Umbau, Mobiliar (ev. Betten, Bettwäsche etc.); nachher als rein von der Liegenschaft bedingt jährliche Ausgaben wie Steuern (wenn auch diese vielleicht "gemildert " würden für die Pro Juventute), Verzinsung des Kapitals (sofern man es überhaupt bekommt) (pro Fr. 100'000 sind heute zwischen 4½% und 5%, also Fr. 4'500 bis 5'000 zu rechnen...), jährliche übliche Unterhaltsarbeiten (die beträchtliche Beträge erreichen könnten, besonders bei einem nicht neuen Bau in Berggegenden, wo Regen und Schnee und Wind den Bauten doch zusetzt). Als Schlimmstes sehe ich den Betrieb: ein Haus mit Liegenschaft zu kaufen, ohne den Betrieb garantieren zu können, ist ja ein Unsinn. Aber woher die Leute nehmen? Bei einer eigenen Liegenschaft, die für ein Kinderheim gekauft würde, sollte doch möglichst ganzjährig oder dann doch möglichst ausgedehnt der Betrieb erfolgen. Dazu braucht es Hauseltern, Pflegerinnen, Köchinnen. Woher nehmen? Diese Kräfte hätten ja keinen Achtstundentag oder keine 40-Stundenwoche. Wer arbeitet heute noch so viel? Und für welche Honorare? Zugegebenermassen fehlt uns ja auch sonst noch viel im Kanton. Wenigstens haben wir das Kinderheim Uri (neben mir), das sich so segensreich für die Kinder auswirkt und zu dem wir Sorge tragen sollten... "

Der geschenkte Betrag wurde von der Pro Juventute zunächst als Fonds angelegt, der später aufgestockt wurde und im ursprünglichen Sinne für gesundheitlich gefährdete Urner Kinder verwendet wurde. Aus den Akten der Pro Juventute Uri ist noch zu entnehmen:

Es besteht bei der BK Uri der Pro Juventute ein "Fonds für Schul- und Ferienlager". Dieser Fonds wurde um 1940 gegründet durch die Spende einer unbekannten Gönnerin für Bau und Betrieb des damals geplanten Berg-Kinderheims für gesundheitlich gefährdete Kinder. Der Fonds wurde mehrfach umbenannt, zuletzt wurden Mittel aus dem Fonds vor allem für Schul- und Ferienlager gebraucht.

Im Vordergrund bei der Verwendung dieser Mittel stand immer die Sorge um gesundheitlich gefährdete Urner Kinder. Damit und auch entsprechend den Gewohnheiten der letzten Jahre ergeben sich folgende Möglichkeiten der Verwendung von Mitteln aus diesem Fonds:

1. Für Kur- und/oder Erholungsaufenthalte für gesundheitlich gefährdete Urner Kinder.

2. Für die Durchführung von Schul- und Ferienlagern, sofern damit ein gesundheitlicher Nutzen für die Kinder verbunden ist.

Bei einer Auflösung des Fonds sollen die noch vorhandenen Mittel in ein Depot der Pro Juventute fliessen, mit welchem am ehesten Zwecke erzielt werden, die dem ursprünglichen Sinn dieses Fonds nahe kommen.

Rolf Diethelm

 


Blessi

Seit April 2003 ist Blessi der neue, treue und liebe Begleiter des Gasthauses. "Kaufe ein Hündchen und Dein Geld kauft Dir unweigerlich Liebe" (Rudyard Kipling).

 


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Last Update: 22.11.2009