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Gitschener Post - Saison 2005
Nr. 12
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Editorial
Liebe Freunde von Gitschenen
Es ist wirklich unglaublich, wie
schnell die Zeit vergeht. Bereits sind 12 Jahre vergangen seit der Eröffnung des
Alpenkurszentrums Gitschenen. Wir geben Ihnen in dieser Ausgabe einen kleinen
Überblick zum Werdegang und aktuellen Befinden dieser Institution. Noch nicht
ganz so lange, aber als Folge der Existenz des Alpenkurszentrums, gibt es seit
1997 unsere Gitschener Post.
Auf Gitschenen ist dieses Jahr einiges los gewesen. Das schlimmste Ereignis war
im März der schreckliche Brand eines Wohnhauses. Eine Freude bereitende
Angelegenheit war hingegen der „Besuch“ von Res Gwerder auf Gitschenen. Er sass
ruhig und friedlich den Sommer lang vor dem Gasthaus, umgeben von vielen
Metalltieren.
In dieser Ausgabe bringen wir den längst fällig gewesenen, ausführlichen Bericht
zur Gitschener Siedlungsgeschichte. Ferner gehen wir wieder etwas näher auf eine
Alp Gitschenens ein: der „Geissboden“ ist dran.
Und gerne berichten wir einmal darüber, wieso und wo es über dem Isenthal
Gipfelkreuze gibt.
Haben Sie sich vielleicht schon einmal gefragt, warum es eigentlich Ferienhäuser
gibt auf Gitschenen? Sie finden in dieser Ausgabe als Antwort darauf die
Geschichten von sechs „Heimweh Gitschenern“.
Fast so lange wie es das Alpenkurszentrum gibt, arbeitet Teresita Aschwanden auf
Gitschenen. Die spannende Geschichte, wieso die vife Philippinin damals ins
Isenthal gekommen ist, finden Sie hier drin. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim
Lesen.
Christof Müller-Duvoisin
Alpenkurszentrum Gitschenen
Entstehung, Werdegang, Situation
heute
Wie alles begann Seit dem ersten Kurs
in Gitschenen sind 12 Jahre vergangen. Was heute so leicht funktionierend
aussieht, hat viel Durchhaltewillen und Einsatz erfordert. Gerne berichten wir
hier, wie sich aus einer Idee das erfolgreiche Unternehmen „Alpenkurszentrum
Gitschenen“ entwickelt hat. Beatrice Herger stellte im Jahr 1991 in der
Gaststube Werke ihrer Nadelmalerei aus. Ein Gast des Restaurants sprach sie auf
diese Bilder an und wünschte sich, dass er diese Technik in einem Kurs erlernen
könnte. Prompt entstand danach im Jahr 1992 der erste Stickereikurs. Beatrice
Herger konnte damit das wunderschöne Kunsthandwerk an interessierte Stickerinnen
weiter geben. Sie führte in den folgenden Jahren manchmal bis zu sieben Kurse
während der Winterzeit durch. Der Erfolg spornte sie an, weitere passende Kurse
mit andern Kursleitern zu organisieren.
Konzept
Moderne Unternehmensberater predigen,
dass vor der Gründung eines Unternehmens zuerst ein Konzept stehen muss. Das
Alpenkurszentrum entstand hingegen, ohne dass ein eigentliches Konzept vorhanden
war. Dieses hat sich aber über die Jahre hinweg stetig entwickelt und das
Angebot ist laufend erweitert worden. Beatrice Herger hat erkannt, dass das
Alpenkurszentrum eine Marktlücke schliesst und, dass es mit einem guten,
geeigneten Kursangebot gute Marktchancen haben muss.
Philosophie
Es war von Anfang an klar, dass nur
Kurse angeboten werden dürfen, welche zum Gasthaus und zur Umgebung passen.
Wichtig ist dem Unternehmen zudem, Kurse für alte Kunsthandwerke zu offerieren,
um der Erhaltung von solchen zu dienen.
Marketing
Wie bei allen Unternehmen ist das
Marketing ein wichtiger Bestandteil desselben. Die ersten Kurse wurden damals
mit einem Flugblatt angeboten. Zudem schrieb Beatrice Herger während den
Wintermonaten zahllose kleinere und grössere Zeitschriften an, um so eine breite
Bevölkerungsschicht auf die Kurse sowie auf Gitschenen aufmerksam machen zu
können. Wenn jeweils wieder so ein kleiner Beitrag erschienen war, meldeten sich
wieder ein paar neue Interessenten. Bald befanden sich deshalb vor 12 Jahren
stolze ca. 120 Personen in der Adresskartei. Bald wurde erkannt, dass die
Werbung über Flugblätter nicht genügt. Deshalb wurde 1994 das erste, gebundene
Kursheft herausgegeben. Ferner hatte man ein erstes Mal einen Stand an der
Creaktivmesse in Zürich. Erst durch diesen Messeauftritt war der Name
„Alpenkurszentrum“ geboren worden. Mit der Zeit und dank viel Engagement wuchs
die Zahl von Interessierten. Im Frühjahr 1996 sprach einmal ein Gast Beatrice
Herger an und sagte, dass das Kursbüchlein zwar sehr schön sei, er gerne nach
Gitschenen komme, jedoch nicht einen Kurs besuchen wolle. Dies war der Anstoss,
das Informationsblatt so zu gestalten, dass es auch für Nichtkursbesucher
interessant wäre. Somit war die Nummer 1 der „Gitschener Post“ entstanden. Sie
vereint, und tut dies auch heute noch, interessante Information zum Betrieb
sowie zur Region, kombiniert mit dem Kursangebot. Schon bald nach dem Versenden
der ersten „Gitschener Post“ trafen die ersten Anmeldungen für Kursbesuche ein.
Die „Gitschener Post“ ist zu einem vollen Erfolg geworden. Sie wird weit herum
interessiert gelesen und sie hat sich auch zu einem Sammelobjekt entwickelt.
Heute sind viele Kurse bereits jeweils zwei Monate nach Erscheinen des
Kursprogramms ausgebucht. Obwohl man heute eine Auflage von 6'000 und einen
Versand von 3’000 Zeitungen aufweist, dürfen andere Marketinganstrengungen nicht
ignoriert werden. Jedes Jahr werden in geeigneten Zeitschriften kleinere und
grössere Inserate veröffentlicht.
Kursleiter
Da Beatrice Herger viele alte
Kunsthandwerke kennt und sie stark mit der Volkskunst verwurzelt ist, weiss sie
genau, wie sie Kursleiter suchen muss. Damit ein Kurs Erfolg haben kann, müssen
sehr gute, qualifizierte Fachpersonen gefunden werden. Es ist aber auch schon
vorgekommen, dass Beatrice Herger wohl ein Handwerk oder einen Musikkurs im Kopf
hatte, jedoch die entsprechende Leitung noch nicht gefunden hat. In der
Anfangszeit besuchte sie sehr viele Ausstellungen und Galerien, bis sie einen
ganzen Ordner voller Adressen und Tipps zusammengetragen hatte. Man kann heute
mit Stolz sagen, dass das Alpenkurszentrum nur die besten Kursleiter engagiert.
Einige Kursleiter sind bereits zum zehnten Mal in Gitschenen. Dies spricht
sowohl für den Kurs wie auch für die Kursleitung. Aber auch heute noch muss sich
Beatrice Herger überall herumhören, um auch wieder neue Kursleiter und Themen zu
entdecken.
Kunden
Die Kursteilnehmer kommen
hauptsächlich aus der ganzen Schweiz, aber auch aus diversen europäischen
Ländern (z.B. Deutschland, Dänemark u. a.). Und viele kommen Jahr für Jahr
wieder. Heute gibt es zum Teil Kursteilnehmerinnen, welche sich auch während des
Jahres treffen und Auslandreisen, passend zu ihrem Kursthema, unternehmen. Viele
Kursteilnehmer sagen jeweils bei ihrer Ankunft, es sei für sie, wie wenn sie
nach Hause kehren würden. Dies ist wohl das schönste Kompliment für das
Alpenkurszentrum. Heute besuchen alljährlich etwa 220 Personen anlässlich einer
Kursteilnahme das Haus.
Küche
Für das Gasthaus ist es eine Freude,
für die Kursteilnehmer kochen zu dürfen. Sie schätzen die Küche und man kann sie
richtig verwöhnen. Dies vor allem deshalb, weil der Küche im Voraus die genaue
Teilnehmerzahl bekannt ist. Es macht dem Gasthaus grossen Spass, leckere
Überraschungen auf die Teller zu bringen.
Anfangsprobleme
Wie auch andernorts so üblich, musste
das Alpenkurszentrum Lehrgeld bezahlen. So kam es am Anfang zum Beispiel vor,
dass ein Kursleiter eine Woche vor Kursbeginn aus einem banalen Grund abgesagt
hatte. Es wurde schliesslich für teures Geld ein Ersatz gefunden und
schlussendlich war dieser Kurs nicht mehr kostendeckend. Heute werden mit den
Kursleitern Verträge abgeschlossen. Auch das Problem mit Absagen einer
Kursteilnahme konnte Dank einer Annulationsversicherung gelöst werden. Am Anfang
war das Gasthaus noch nicht so gut eingerichtet. So musste in fast allen Zimmern eine
Heizung sowie ein Wasseranschluss installiert werden. Ein zweites Kurslokal
wurde gebaut. Eine neue Beleuchtung wurde montiert. Eine Abschlusstüre zum
Restaurant wurde eingebaut etc. etc.
Durchhalten, durchhalten
Die ersten Kurse (ausser Sticken)
waren zum Teil schwach besucht, so dass sie rein rechnerisch gar nicht hätten
durchgeführt werden sollen. Doch es war wichtig, mit einem Grundstock zu
beginnen, um Präsenz zu zeigen. Heute gibt es ein paar Kurse, welche damals mit
vier Teilnehmern begannen, inzwischen aber schon 10 Jahre lang immer wieder
durchgeführt werden und immer ausgebucht sind!
Entwicklung und Erfolg
Die Entwicklung vom Berggasthaus mit
einzelnen Kursen zum Alpenkurszentrum ist sicher eine Erfolgsgeschichte. Die
Nomination für den Tourismuspreis „Milestone“ ist die vorläufige Krönung
derselben.
Schöne Augenblicke
Das Kurswesen führt wegen des längeren
Aufenthalts der Kursteilnehmer automatisch zu vielen, schönen und intensiven
Kontakten zwischen Gasthaus und Kunden. Während den Kursen werden wunderschöne
Dinge hergestellt, welche viel Freude bereiten. Oftmals werden Talente entdeckt.
Die tollen Musikkurse sind gut für die Seele und das Gemüt. Der Heilkräuterkurs
hilft, das Allgemeinwissen zu fördern. Oft gibt es am Abend gemütliche Stunden.
„Überhöckeler“ gibt es eher bei den Musikkursen.
Zukunftsaussichten
Solange die Gäste gerne nach
Gitschenen kommen, wird immer wieder alles daran gesetzt werden, ein gutes und
präsentables Kursprogramm anzubieten. Das Alpenkurszentrum hofft, dass es seine
Aufgabe noch lange wird erfüllen können.
Kursthemen / Kursplan
Das Kursprogramm für das neue Jahr zu
programmieren, ist immer wieder eine richtige Herausforderung. Wenn man jedoch
offen ist für Neues, erhält man manchmal auch von den Gästen einen brauchbaren
Tipp. So hört man manchmal, wie wär’s mit diesem oder jenem Kurs. Ideen gäbe es
viele.
Roter Teufel auf Gitschenen

Jeweils am dritten Montag jeden Monats
wird für die Feuerwehr Isenthal ein Probealarm ausgelöst. Montag der 22. März
2004 war wieder ein solcher. Dieses Mal allerdings handelte es sich nicht um
einen Probealarm, sondern um einen Ernstfall.
Um 17:50 Uhr wurde über die Telefonnummer 118 der Brand des Hauses Aschwanden
auf Gitschenen gemeldet. Die Brandmeldung wurde im Werkhof Flüelen
entgegengenommen und an die durch das „Mikado“ System vorbestimmten 10 Personen
im Isenthal weiter geleitet. Um diese Zeit waren zum Glück praktisch alle
Isenthaler Feuerwehrmitglieder nach getaner Arbeit zu Hause. Dank der schnellen
Alarmierung (es wurde nicht versucht, zuerst den Brand selber löschen zu wollen)
war die Feuerwehr erstaunlich schnell bereit zum Löschen.
Der Brand wurde durch einen Defekt beim Kühlschrank im Erdgeschoss verursacht.
Hinter dem Kühlschrank begann die Wand zu glimmen. Der Glimmbrand konnte sich
unbemerkt entlang von Kabeln und Spalten in den zweiten Stock hocharbeiten. Als
vom zweiten Stock „sonderbare Geräusche“ zu vernehmen waren, war es zu spät für
eine Rettung des Hauses.
Wie bekannt sein dürfte, war das Heranbringen von Löschmaterial zur Brandstelle
alles andere als einfach. Es musste dreimal verladen werden: Jeep, Seilbahn,
Pistenfahrzeug. Obwohl bei der Bergstation ein wenig Löschmaterial gelagert ist,
musste doch das meiste mit der Seilbahn hoch gebracht werden. So zum Beispiel
auch eine kleine Motorspritze.
Die grösste Sorge der Feuerwehr war, ob genügend Wasser zum Löschen vorhanden
sein würde. Dank einer vorangegangenen Periode mit warmem Wetter führte der 100
Meter vom Brandort entfernte Bach glücklicherweise genügend Wasser. Zudem war
das für solche Fälle vorgesehene Wasserreservoir (bei der Alphütte Gitschenen)
voll mit Wasser. Als erstes wurde eine Schlauchleitung zum Bach gelegt und von
dort mit Hilfe von Pumpen Wasser entnommen. Danach legte man eine zweite
Schlauchleitung zum Hydrant in der Nähe des Gasthauses. Man befürchtete, dass
die Kälte den Wasserfluss stoppen könnte. Das war dann aber nicht der Fall.
Schnell wurde erkannt, dass das Feuer trotz Löscharbeiten am Wohnhaus ganze
Arbeit leisten würde. Man versuchte zu verhindern, dass das Feuer auf den nahe
stehenden Stall sowie auf das „Schöpfli“ übergreifen konnte. Es gab eine
kritische Zeit während der man dauernd abwägen musste, ob die Tiere im Stall
doch noch evakuiert werden sollten oder nicht. Die zwei Nebengebäude überstanden
aber die Katastrophe unbeschadet.
Für die Feuerwehr war es sehr eindrücklich zu sehen, dass das Zimmer mit dem
„Herrgottswinkel“ sowie seine unmittelbare Umgebung vom Brand verschont blieben.
Allerdings verursachte dort das Löschwasser schweren Schaden.
Das Bauernhaus war erst vor ein paar Jahren renoviert und teilweise neu gebaut
worden. Nun wurde es durch den Brand absolut unbewohnbar gemacht und was noch
übrig blieb, musste abgerissen werden. Ein neues, schönes Haus wird zurzeit an
der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Bis zum Bezug desselben kann die
betroffene Familie in einem nahe gelegenen Ferienhaus wohnen.
Für die Feuerwehr Isenthal war dies der erste Einsatz bei einem bewohnten Haus.
Der Feuerwehrkommandant Martin Bissig stellte fest, dass die Zusammenarbeit
zwischen Feuerwehr, Seilbahn, Skiliftgenossenschaft und Gasthaus hervorragend
war. Er möchte an dieser Stelle allen am Einsatz Beteiligten für ihren
gewaltigen Einsatz danken.
Nachträglich möchten wir noch erwähnen, dass es an der gleichen Stelle bereits
1839 einen Hausbrand gab. Damals ging der Brand vom Ofen aus. Es gab viel Schnee
auf dem Dach, welcher runter geschaufelt und zur Erstellung einer „Brandmauer“
zwischen Stall und Haus genutzt wurde. Für den Neubau wurde unter anderem das
alte Holz vom Nachbar- und Abbruchgebäude „Muheim“ weiter genutzt (siehe auch
Artikel über die Gitschener Siedlungsgeschichte in dieser Zeitung).


Wir danken Martin Bissig für seine
bereitwilligen Auskünfte.
Teresita Aschwanden - Die Isenthalerin aus Davao (Philippinen)

Aus Anlass ihres Jubiläums „10 Jahre
Tessie im Gasthaus Gitschenen“ haben wir die sympathische Mitarbeiterin aus
Fernost darum gebeten, ein wenig über sich und aus ihrem Leben zu plaudern. Wir
danken Tessie für ihre Zusage. Wir danken ihr aber auch für ihre Mitarbeit im
Gasthaus und dafür, dass sie mit ihrem frohen Gemüt immer wieder für eine gute
Stimmung sorgt.
Ich komme ursprünglich aus der
Republik Philippinen. Das Land hat eine Fläche von 300'000 km2, was etwa der
siebenfachen Grösse der Schweiz entspricht. Es besteht aus 7'100 grossen,
kleinen und kleinsten Inseln, Atollen und Felsenriffen, von denen viele namenlos
und unbewohnt sind. Die Inselgruppe entstand durch vulkanische Kräfte und
tektonische Erdverschiebungen. Der höchste Berg mit 2'954 Metern ist der „Mount
Apo“ auf der Insel Mindanao, in der Nähe meiner Heimatstadt Davao.
Das Land hat tropisch-heisses Monsunklima. Der Südwestmonsun bringt zwischen
Juni und November die Regenzeit, der Nordostmonsun zwischen Dezember und Juni
die Trockenzeit. Hauptstadt ist Manila auf der Insel Luzon im Norden. Zurzeit
leben etwa 80 Mio. Einwohner auf den Philippinen, Tendenz immer noch stark
zunehmend. Nationalsprache ist Filipino = Tagalog. Viele Leute sprechen noch
mindestens eine zweite Sprache. Die wichtigsten davon sind: Cebuano, Englisch,
Spanisch. 89% der Einwohner sind Katholiken, 6% sind Anhänger der unabhängigen
Philippinischen Kirche und 5% sind Moslems.
„Perle des Östlichen Meeres“ nannte der philippinische Nationalheld José Rizal
seine Heimat. Kein asiatisches Land ist so sehr von Europa bevormundet und
später von den USA gegängelt worden wie die Philippinen. Der Staatsname geht auf
den spanischen König Philipp II zurück. Die heutigen Grenzen sind das Ergebnis
von Absprachen zwischen den europäischen Kolonialmächten. Der im Land
vorherrschende Katholizismus ist Folge dieser Fremdbestimmung. Das öffentliche
und private Leben der Gegenwart ist vom „American Way of Life“ durchdrungen.
„Wo Asien ein Lächeln trägt“, heisst die Philippinische Selbstdarstellung, die
der tropischen Region touristischen Zulauf und ihren Menschen viel Sympathie
einbringt. Auf den Philippinen erreicht das dem Fremden zuteil werdende „Mabuhay“
(der Willkommensgruss) einen höchsten Grad an Herzlichkeit. In ihm steckt eine
liebenswerte Mischung aus Neugier, Wärme und Spontaneität, die so offenkundig
und direkt kaum ein anderes Land Asiens zu bieten vermag. Die Filipinos haben
eine Einstellung zum Leben, zum Sterben und zum Überleben entwickelt, die von
Leidensfähigkeit ebenso geprägt ist, wie von heiterer Sinneslust.
Ich wurde geboren und bin aufgewachsen in Davao City, eine grosse Stadt auf der
Insel Mindanao im Südosten der Philippinen. Als allein erziehende Mutter machte
ich mir Gedanken, was ich machen könnte, damit meine Tochter möglichst gute
Zukunftsaussichten haben würde. Eine Option war, an einen Ort der Erde zu gehen,
an welchem ich genügend Geld verdienen würde, um etwas davon nach Hause schicken
zu können.
Eine Freundin schlug mir vor, in der Schweiz per Inserat einen Mann zu suchen.
Ich befolgte diesen Rat und hatte bald darauf den ersten Briefkontakt zu meinem
heutigen Ehemann, dem Isenthaler Josef Aschwanden. Es war nicht „Liebe auf den
ersten Brief“. Ich konnte nämlich damals noch kein Deutsch und mein Mann kein
Englisch schreiben. Es war wiederum meine Freundin, welche uns half, dieses
Problem zu umgehen. Wir leiteten unsere Briefe zu ihr um und liessen sie von ihr
übersetzen. Deshalb dauerte die Reise eines Briefes manchmal bis zu einem Monat.
Im November 1992 kam ich mit einem Touristen Visum zum ersten Mal in die
Schweiz. Meine Tochter wusste ich bei meiner Tante in besten Händen.
Am Anfang hatte ich zur Schweiz und was mich erwarten würde nur oberflächliche
Vorstellungen, welche sich aber als zutreffend erwiesen haben: Die Leute sind
sehr arbeitsam und etwas reserviert. Das Land ist schön und sauber. Es gibt vier
Jahreszeiten, wobei jede ihren Reiz hat. Es gibt einen hohen Lebensstandard mit
einer guten Lebensqualität.
Bei der Anreise hatte ich gemischte Gefühle. Da war einmal eine gewisse
Zukunftsangst (que serra, serra!). Andererseits war ich glücklich, dass ich in
eines der schönsten und freundlichsten Länder der Erde gehen konnte.
Am Tag der Ankunft in Kloten traf mich die Kälte. Die 6° C waren kälter, als ich
mir vorgestellt hatte. Die Schultern waren trotz Kleider eiskalt. Vom Flughafen
fuhren wir direkt zum Sportgeschäft Herger in Altdorf und kauften eine richtige
Winterjacke. Nach einem Kaffeehalt ging’s dann ab nach Isenthal. Wau! Was für
ein Gefühl das war! Ich dachte, ich wäre in Baguio City (eine Stadt auf 1’500m
wo auch eine Zig-Zag-Strasse hinauf führt). Endlich war ich am Ziel! Ich war von
Bergen völlig umgeben. Ein Traum wurde wahr. Die Berge waren noch schöner als
auf den Fotos. Völlig erschöpft sank ich in die Federn und schlief bis … 01 Uhr
morgens (Jetlag). Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass ich in einer
andern Welt war. Ich schaute aus dem Fenster und sah den Parkplatz voll mit
Schnee. Ich hüpfte vor Freude und wollte nur noch raus gehen…
Die ersten zwei Wochen am neuen Lebensort waren wegen der Kälte hart, obwohl ich
den Schnee faszinierend fand. Die Sprache war ein Horror für mich. Ich konnte
mich mit kaum jemandem richtig verständigen. Deshalb hielt ich meine Gefühle und
Probleme schriftlich fest und schrieb bis zu zehn Briefe pro Tag.
Nach dem ersten Sommer bekam ich, vielleicht wegen einer gewissen
Unterbeschäftigung, starkes Heimweh. Die Telefonrechnungen waren enorm hoch.
Eigentlich hätte ich gar kein Heimweh bekommen sollen, zog ich doch bereits mit
15 von zuhause weg und wohnte dann während 10 Jahren in der Hauptstadt Manila.
Ich sah meine Familie damals auch nicht allzu oft, weil die Flugkosten ein
häufiges Fliegen (1½ Stunden) nicht erlaubten. Ich musste nach Manila ziehen, um
dort Geld für die Familie zu verdienen. Eigentlich hätte ich einen
Universitätsabschluss machen wollen. Leider aber hatte mein Vater nicht genügend
Geld, um beide, mich und meine Schwester fertig studieren zu lassen. Damit meine
Schwester einen Abschluss machen konnte, musste ich also Geld verdienen gehen.
Ich verlängerte zunächst mein Touristen Visum. Am 14. Mai 1993 heirateten Josef
und ich. Unsere Ehe hält gut, weil wir beide füreinander viel Verständnis zeigen
und weil wir viele Kompromisse eingehen können. Jeder versteht und akzeptiert
die Interessen und Bedürfnisse des Andern.
Es leben vielleicht 6'000 Filipinos in der Schweiz. Ich kenne gerade mal etwa
20. Zu vier habe ich einen sehr guten Kontakt. Ich habe sie erst hier in der
Schweiz kennen gelernt. Inzwischen sind wir gute Freunde geworden. Eigentlich
sind wir in Gewisser Art und Weise wie eine Familie. Wir helfen einander und
profitieren voneinander. Wir treffen uns regelmässig zum Diskutieren, Lachen,
Einkaufen, gemeinsam Reisen, aber vor allem um einander gegenseitig zu helfen.
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz und ich schätze sie alle vier (auf den
Philippinen gibt es lediglich den Wechsel von Trocken- zur Regenzeit und
umgekehrt). Obwohl ich den Schnee liebe, friere ich schnell. Dann finde ich den
Frühling und Sommer wunderschön, obwohl ich unter einer Pollenallergie leide.
Schliesslich bin ich fasziniert von den fallenden, farbigen Blättern des
Herbsts. Allerdings kommt vor allem in dieser Jahreszeit ab und zu wieder mal
das Heimweh in mir hoch. Es ist halt schon so: Freunde kann man suchen und
finden, aber die eigene Familie kann man einfach nicht ersetzen.
An der Schweiz schätze ich besonders die gute Luft und die Schönheit der Natur.
Ich finde eigentlich nichts, was mir hier wirklich nicht gefallen würde.
Ich esse fast alles, was die Schweiz kulinarisch zu bieten hat. Es gibt aber
eigentlich nichts, was ich ganz ausser-ordentlich gern esse. Ich liebe halt
Krustentiere und sonstige Meeresfrüchte, nicht zuletzt gute Salzwasserfische.
Meeresfrüchte von hoher Qualität sind hier natürlicherweise eher schwer zu
bekommen und ich vermisse sie dementsprechend ein wenig. Die Philippinische
Küche ist sehr von Spanien beeinflusst worden. Typisch sind Empanadas, Afritada,
Caldereta, Arroz a la Valenciana und sogar Paella. Ferner gibt es viel
Chinesisches Essen, aber auch Amerikanisches. Ich vermisse sehr, was meine
Grossmutter immer gekocht hatte, mit viel Philippinischem Gemüse und ganz
besonders unsere exotischen, tropischen Früchte wie z.B. Papaya, Mangos, junge
Kokosnüsse, einheimische Bananen (die kleinen süssen) und nicht zuletzt Durian.
Zu meinen Hobbies gehören Lesen und Reisen. Zu letzterem ist zu sagen, dass ich
versuche, etwa alle 1½ Jahre einmal auf die Philippinen zu reisen.
Letztes Jahr konnte ich meine Tochter wieder einmal besuchen. Wir feierten
gemeinsam ihren 18. Geburtstag. Im letzten Januar ist sie 19 Jahre alt geworden.
Sie wird zurzeit zur Krankenschwester ausgebildet. Ich bete viel dafür und bin
guter Hoffnung, dass sie dieses Ziel problemlos erreichen wird.
Hier auf Gitschenen habe ich sozusagen meine Berufslehre absolviert. Im Betrieb
gibt es heute fast nichts mehr, was ich nicht erledigen könnte. Allerdings
überlasse ich das Servieren lieber meinen Kolleginnen. Sicherlich habe ich am
Anfang viele Fehler gemacht. Aber meine Chefin (Beatrice Herger) ist mit mir
immer sehr geduldig gewesen und hat mich, wenn immer nötig, unterstützt. An
dieser Stelle möchte ich Beatrice und Franz Herger meine tiefe Dankbarkeit dafür
ausdrücken, dass sie mir hier die Möglichkeit zum Arbeiten gegeben haben. Ich
hoffe, dass unsere Zusammenarbeit auch weiterhin so gut und schön bleiben wird.
Von Aschwanden Teresita, Isenthal
Gitschenen im 20. Jahrhundert - Eine kleine
Siedlungsgeschichte
Berichte zu regional geschichtlichen Themen haben unsere
Leser immer besonders angesprochen. Wir greifen deshalb dieses Thema abermals
auf. Wir schildern kurz, wer die ersten ganzjährigen Siedler auf Gitschenen
waren. Danach geht’s darum, wann und wie die Alp in technischer Hinsicht an die
grosse weite Welt angeschlossen wurde. Und schliesslich erwähnen wir, wie man
sich durch Bilden von Genossenschaften selber organisierte und sich so
erfolgreich wehrte gegen das Vergessengehen und Vernachlässigtwerden.
Die ersten
festen Siedler Bekanntlich präsentiert sich Gitschenen in heutiger Zeit als
ganzjährig bewohntes, gastliches Hochplateau. In früheren Jahrhunderten
hingegen wurde dieses sonnig gelegene, aber abgeschlossene Berggebiet nur den
Sommer hindurch alpwirtschaftlich genutzt, ursprünglich sogar von Nidwalden aus.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1533 (Benno Furrer: „Die
Bauernhäuser des Kantons Uri“). In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
entstanden dann einfache Heimstätten auf 1500 m bis 1600 m Höhe. Sie gehörten in
der Regel zu im Grosstal gelegenen Gütern, so z.B. das Heimwesen „untere(r)
Gitschenen-Berg“ (Aschwanden) zum „Schattenberg“ und ursprünglich sogar zur
Altdorfer „Bärenmatt“, die „hintere obere Egg“ (Imholz) zum „Schwarzwald“, die „Egg“-
Güter der „Schuenis“ (Bissig) zum „Wyssigli“ oder „obere Egg“, „Kneiwies“ und „obere(r)
Gitschenen-Berg“ (Gisler) zur „unteren Schwändi“. Diese Gitschener Heimet,
„Berg“ genannt, wurden nur als Stufenbetriebe geführt und waren nicht ständig
bewohnt. Anfangs Sommer zogen die Bauersleute mit dem Viehbestand dort hinauf.
Man bewirtschaftete die Alpgebiete und brachte Heu und Wildheu ein. Im Herbst
kehrten die meisten Familienangehörigen wieder ins Tal zurück, während Söhne
oder Knechte mit dem Vieh oben blieben, bis um Mitte Januar der Futtervorrat
aufgebraucht war.
Die Familie Imholz-Ziegler begann ab Mai 1925 damit,
ganzjährig auf Gitschenen zu wohnen. Marie und Josef Imholz hatten 14 Kinder,
welche alle auf Gitschenen geboren wurden. Zwei davon verstarben leider bei der
Geburt (1926 und 1935). Die andern zwölf leben heute noch (geboren 1927 – 1947).
Davon leben Hermann und Meinrad immer noch auf Gitschenen.
Der Altdorfer
Landwirtschaftsbetrieb „Bärenmatt“, welcher der Familie Aschwanden gehörte,
bewirtschaftete seit 1683 im Sommer auch die eigentliche Alp Gitschenen. Das
Wohnhaus und der Stall wurden einer Familie Ziegler aus Seelisberg abgekauft.
Zwei Aschwanden Brüder teilten sich damals das Anwesen. Zu Beginn der
Französischen Besatzung (1798 – 1803) floh der Bruder Joseph, ausserhalb der
regulären Alpzeit, mit Vieh, Hab und Gut nach Gitschenen. Es seien vereinzelt
Franzosen über den Jochli Pass hinüber gekommen. Sie haben aber nur Milch
getrunken und keinen Schaden angerichtet. Neben dem Stall stand damals noch ein
weiteres Haus, welches einem Herrn Muheim aus Flüelen gehörte. Als dieser im
Franzosenkrieg gefallen war, wurde es von der Familie Aschwanden gekauft. Seit
1924 wird das Wohnhaus mit Unterbruch ganzjährig bewohnt. Anna und Josef
Aschwanden bekamen 11 Kinder, einige davon wurden auf Gitschenen geboren. Sohn
Josef bewohnt und bewirtschaftet heute mit seiner Familie das Anwesen.
Die
Familie Gisler Kneiwies (heute Furrer) wohnt ebenfalls bereits seit der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts ganzjährig auf Gitschenen. Mangels genauerer
Information wird hier nicht näher auf diese Geschichte eingegangen.

Basler Hüsli 1941
Elektrizität
Im Herbst 1946 wurde die Hochspannungsleitung (16 kV) von St. Jakob bis nach Schrindi fertig gestellt und dort ein Transformator installiert. Als erstes Haus
wurde das Schrindihaus ans Stromnetz angeschlossen. In den Jahren 1947 - 1948
wurden die Häuser von Bissig, Gisler, Kneiwies und Imholz angeschlossen.
Schliesslich folgten 1948 - 1949 die Alp Gitschenen und Horlachen. Einige
Bewohner von Gitschenen halfen bei der Erstellung der Elektrizitätsversorgung
mit, sodass ihre Anschlusskosten etwas verringert werden konnten. Interessant
ist, wie sich die damaligen Kosten so gestalteten. Hier als Beispiel die Kosten
für Familie Imholz: Anschlussgebühr für Wohnhaus mit angebautem Stall Fr.
207.-; freistehender Stall Fr. 100.-; elektrische Installation für beide Gebäude
Fr. 1430.90; elektrische Apparate (Kochherd, Motoren, etc) Fr. 1649.-;
Arbeitsleistungen (Stundenlöhne Fr. 1.30 bis Fr. 1.50) Fr. 1345.- Im
Zusammenhang mit dem Neubau der Seilbahn wurde 1982 ein zusätzlicher
Transformator in der Bergstation installiert.
Telefon
Bereits um
ca. 1925 wurde eine erste Telefonleitung nach Gitschenen gezogen und im Kneiwies
wurde ein Telefonapparat installiert. Etwas später erhielten die Familien
Bissig und Aschwanden ebenfalls einen Anschluss.
Nach und nach folgten weitere
Anschlüsse. Es kam dann vor, dass wegen Leitungsmangel aber grosser Nachfrage,
auf eine Drahtverbindung zwei Anschlüsse angehängt wurden. Durch eine
elektrische Schaltung wurde gewährleistet, dass nur eine Partei sprechen
konnte. Und war die Leitung von einer Partei belegt, so musste die andere
warten, bis sie wieder freigegeben wurde. Mit der Einführung von mehradrigen
Kabeln anstelle von blanken Drähten wurde dieser Mangel wieder behoben.
Das
Gasthaus ist der erste Telefon Abonnent für die digitale ISDN Technik gewesen
(seit 1998).
Gitschenen ist noch eine Mobil-Telefon-freie oder zumindest
-schwierige Zone. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt.
Internet
Bereits im Jahr 1997 wurde für Gitschenen der Internet Auftritt lanciert. Dieser
stellte für den Kanton Uri eine Art Pionierleistung dar und galt damals als
Musterbeispiel, wie so was gemacht werden sollte.
Für das Gasthaus ist kürzlich
ein ADSL Internet-Schnellgeschwindigkeits-Anschluss eingerichtet worden, der
erste auf Gitschenen.
Seilbahngenossenschaft
Gitschenen ist nie mit einer
Fahrstrasse erschlossen worden. Das oben benötigte Material musste man früher
mühsam selber hoch schleppen oder es wurde mit Hilfe von Tieren auf die Alp
gebracht.
Schon lange war klar, dass eine Seilbahn eine enorme Hilfe wäre. 1924
organisierten sich die Anwohner (Aschwanden / Imholz Gitschenen, Gebrüder Gisler
Kneiwies, Gebrüder Bissig Egg, Gebrüder Imholz Egg, Sutter Schrindi) in einer
Seilbahngenossenschaft und bauten in drei Jahren die erste Seilbahn, welche von
St. Jakob auf die vordere Schrindi führte.
Etwa 1945 wurde für das Schrindihaus
eine zweite Seilbahn gebaut. Als eine Folge davon verliessen am 20. Mai 1946
einige Mitglieder die erste Seilbahngenossenschaft. Dominik und Gustav Bissig
sowie Josef Imholz blieben der Genossenschaft treu und betrieben weiterhin die
erste Bahn.
Die Seilbahn zum Schrindihaus überlebte kaum ein Jahr. Der Betrieb
musste nach dem Absturz des Gefährts wieder eingestellt werden. Mit Hilfe der
„alten“ Seilbahn wurde dann das Material für die Elektrizitätsversorgung
(gratis) nach Gitschenen gebracht.
Die Seilbahngenossenschaft gewann im Verlauf
der Jahre weitere Mitglieder. 1956 / 1957 wurde von ihr die heutige Bahnanlage
erstellt. Die erste Seilbahn diente dabei dem Materialtransport. Kurz nach
Pfingsten 1957 fand die erste Fahrt mit der neuen Bahn statt.
Im Jahr 1982 wurde
während den Frühlingsmonaten die bestehende Bahnanlage erneuert. Dabei wurde die
Kapazität drastisch erhöht, von ca. 16 Personen pro Stunde auf ca. 60 pro
Stunde.
Im November 1982 wurde die Bergstation durch einen Föhnsturm demoliert.
Eine Böe hob das Dach ab und warf es zum Gasthaus hinüber.
Wassergenossenschaft
Bis zur Gründung der Wassergenossenschaft am 5. November 1958 hatte jedes
Anwesen eine mehr oder weniger gute, eigene Wasserversorgung. Es gab immer
wieder die verschiedensten Probleme. So versiegte zum Beispiel die Quelle für
Familie Imholz, nachdem für das Stellen von Telefonmasten gesprengt worden war.
Leitungen verrosteten und wurden undicht. Das Wasser auf die Schrindi wurde mit
einer so genannten „Widderpumpe“ schlecht und recht (aber automatisch und ohne
Fremdenergie) hinauf gepumpt.
Die Genossenschaft erstellte im Raum Geissboden
verschiedene Wassersammeleinrichtungen. Auf der Alp Gitschenen wurde ein
grösseres Reservoir gebaut. Für die Schrindiversorgung wurde beim Kneiwies eine
neue Pumpe installiert und entlang des Leitungsnetzes wurden mehrere Hydranten
aufgestellt. Heute werden, mit Ausnahme von drei, alle Anwesen Gitschenens mit
Wasser der Genossenschaft versorgt.
In jüngster Zeit kämpft die Genossenschaft
mit der Qualität des Wassers. Im Laufe der Jahre haben diverse Unwetter für
eine Geländeabtragung im Einzugsbereich gesorgt (wir haben darüber berichtet).
Deshalb kann jetzt bei Unwettern Oberflächenwasser in die Sammelleitungen
eindringen. Die Genossenschaft überlegt sich, welche Massnahmen zu einer
Verbesserung der Qualität führen könnten, oder ob eventuell neu an einem andern
Ort das Wasser gesammelt werden könnte.
Wegbaugenossenschaft
Am 8. Juni 1972
wurde auf Gitschenen die Wegbaugenossenschaft gegründet. Ihr Zweck ist es, alle
ganzjährig bewohnten Liegenschaften durch ein Wegnetz zu erschliessen. Ein Teil
der Wege bestand schon vor der Gründung. Diese sind erneuert worden. Ein
anderer Teil ist neu gebaut worden. Heute beschränken sich die Aktivitäten der
Genossenschaft hauptsächlich auf den Unterhalt des bestehenden Wegnetzes.
In den
Siebziger Jahren wurde in 3 Bauetappen an Wegen in einer Gesamtlänge von 10.5 km
gebaut. In die Bauten wurden ca. 1 Mio. Franken investiert. Die Finanzierung
wurde durch Bund, Kanton, Korporation Uri, Gemeinde Isenthal, die Mitglieder
sowie durch freiwillige Zuwendungen gesichert.
Mitglied der Genossenschaft sind
jene Grundeigentümer, deren Liegenschaft von den Weganlagen der Genossenschaft
erschlossen worden sind.
In den bauintensiven Jahren des Wegbaus war Walter
Müller aus Reussbühl die treibende Kraft hinter dem Unternehmen. Er trieb Geld,
Material und Arbeitskräfte auf. Während 12 Jahren organisierte er 2 bis 3
Arbeitslager pro Jahr, in welchen junge Männer und Frauen für einige Tage einen
freiwilligen Arbeitseinsatz leisten konnten. Als Gegenleistung erhielten sie
Kost und Logis sowie eine schöne, unvergessliche Zeit auf Gitschenen.
Kapellenverein
Die Bewohner Gitschenens konnten vom Engagement von Stephan Arnet
(sel.) profitieren. Als er von der Idee hörte, auf Gitschenen eine Kapelle zu
bauen, war er sofort begeistert. Im November 1966 wurde ein Kapellenverein
gegründet. Stephan Arnet stellte sich als Präsident zur Verfügung. Grundkapital
war ein Sparheft aus dem Vermächtnis von Josef Bissig, „Schueni Sepp“, dem
Vater von Gusti Bissig-Bär. Josef Imholz stellte spontan ein Stück Land auf
seinem Anwesen für den Kapellenstandort zur Verfügung. Sofort wurde begonnen,
Geld für die Kapelle zu sammeln. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, schrieb
Stephan Arnet eine Informationsbroschüre über das Isenthal. Im März 1967 wurde
die Broschüre in einer Auflage von über 10'000 Exemplaren gedruckt. (Diese
Broschüre mit Angaben zu Geschichte und Geografie des Isenthals ist immer noch
aktuell und liegt beim Schriftenstand in der Bergkapelle für Interessierte
auf.)
Stephan Arnet verschickte persönlich einige Tausend Exemplare zusammen mit
einem Bettelbrief und einem Einzahlungsschein. Zusammen mit Bettelpredigten von
Pfarrer Isidor Truttmann wurden somit einige Tausend Franken für den
Kapellenbau gesammelt. Von der damaligen optimistischen Stimmung zeugt die
Tatsache, dass ein von Architekt Ferdinand Maeder, Luzern ausgearbeitetes
Projekt bereits an der GV vom Dezember 1968 praktisch einstimmig genehmigt
wurde. Als zu Beginn des Jahres 1970 Architekt Maeder den Kostenvoranschlag von
bisher Fr. 100'000.- auf beinahe das Doppelte nach oben revidierte, wurde
beschlossen, den Baubeginn zu verschieben, weil man sich nicht in ein
finanzielles Abenteuer stürzen wollte. Im Jahre 1971 gab Stephan Arnet - damals
70 Jahre alt - das Präsidentenamt an Dr. Antonio Planzer weiter.
Nach dem Tod
von Stephan Arnet blieb der Kapellenverein rund ein Dutzend Jahre (1978-1989)
inaktiv. Nachdem an der GV 1989 Dr. Anonio Planzer als Präsident zurücktrat,
übernahm Dr. Alfons Müller-Marzohl das Ruder. Es war sein Verdienst, dass das
stillstehende Schiff wieder in Fahrt kam. In der Zwischenzeit entwarf Architekt
Kurt Stalder ein neues, redimensioniertes Projekt. An der GV 1992 wurde der
Baubeschluss gefasst und bereits im Juni 1994 konnte die neue Bergkapelle
eingeweiht werden. Dank der Initiative von Alfons Müller-Marzohl konnte man nach
beinahe dreissig Jahren seit der Gründung des Kapellenvereins zufrieden
feststellen: Ende gut - alles gut! Im Sommer 2004 konnte gefeiert werden: 10
Jahre Kapelle Gitschenen! Man stellte fest: Gitschenen ohne Bergkapelle ist
heute kaum mehr vorstellbar.
Skiliftgenossenschaft
Schliesslich gibt es
auch noch die Skiliftgenossenschaft Gitschenen. Viele Freiwillige arbeiten
ehrenamtlich beim Betrieb des Skilifts mit, auf dass auf Gitschenen im Winter
zahlreiche Skifahrer ihrem Hobby frönen können.
Zum Schreiben dieses Artikels
erhielten wir wertvolle Angaben von Hermann, Meinrad und Wendelin Imholz, Hedi
Kleiner, Josef Aschwanden, Beat Arnet sowie von den Elektrizitätswerken Altdorf
AG.

Personalausflug 2003 in den Jura

Seit ca. 12 Jahren
organisieren wir, Beatrice und Franz Herger, nach der strengen Sommersaison
einen Personalausflug. Es ist immer eine Fahrt ins Blaue. Die Teilnehmer haben
keine Ahnung, wohin die Reise geht.
Im Herbst 2003 ging die Fahrt in den
wunderschönen Jura. Zuerst besuchten wir in Seewen SO das interessante
Musikautomatenmuseum. Weiter ging es nach St. Ursanne JU, wo wir unter kundiger
Führung das Städtchen bestaunten. Wir machten eine Wanderung entlang dem
schönen Doubs. Nach der Übernachtung in St. Ursanne ging es am nächsten Tag
weiter nach Sobey, wo uns zum Mittagessen (natürlich) eine feine Forelle
serviert wurde. Diese fantastische Fischwirtschaft ist ein „Geheimtipp“ von
treuen Gitschener Gästen aus dem Jura.
Die Landschaften vom Jura haben uns sehr
gefallen. Wir genossen die schöne Natur und die Stille.
Natürlich durfte
schliesslich auch die Kutschenfahrt nicht fehlen.
Die Personalausflüge sind
immer sehr stimmungsvoll. Es werden jedes Mal „Saison-Gschichtli“ durchgenommen.
Oft gestalten die Mitarbeiter den Ablauf des Abends mit.
Bei diesem
Personalausflug wurden wir von zwei tollen Einlagen überrascht. Leonora führte
einen heimatlichen Tanz aus Kosovo vor - unterstützt von Tessi und Trudi.
Was
bei anderen Firmen in Seminaren aufgearbeitet wird, wurde bei uns von zwei
Mitarbeiterinnen in Form einer Schnitzelbank vorgetragen. Trudi und Erika
begeisterten uns mit den tollen Sprüchen. Zusätzlich bereichert wurde die
Schnitzelbank durch Zeichnungen von Franz Ziegler (Ehemann von Trudi Ziegler).
Wir danken ihm herzlich! Wohin geht wohl die Reise in diesem Jahr?
Personalausflüge bis jetzt:
1993 Tessin 1 Tag
1994 Twann 1 Tag
1995 Hallau 1
Tag
1996 Elsass 2 Tage
1997 Appenzell 2 Tage
1998 Emmental 2 Tage
1999
Bündner Herrschaft 2 Tage
2000 Ermatingen 2 Tage
2001 Allgäu 2 Tage
2002 Tessin-Brissago 2 Tage
2003 Jura 2 Tage.
Blessi hat ein „Wägeli“ bekommen

In
der Schnitzelbank, welche am Personalausflug 2003 vorgetragen wurde, wird darauf
hingewiesen, dass das Zubehör für Aperos bei der Kapelle in Zukunft durch Blessi
gebracht werden soll! Solche Anregungen werden durchaus ernst genommen. Also hat
der Blessi ein Wägeli erhalten. Wie auf dem Bild ersichtlich ist, macht ihm
diese Arbeit durchaus Spass.
Gitschener Alpenbitter

Unser
langjähriger Heilkräuter Kursleiter Georges Zeller hat mit Franz Herger zusammen
einen Spezial-Kräuterschnaps kreiert. Wichtiger Bestandteil ist dabei die
Meisterwurz. Diese Wurzel ist auf Gitschenen recht verbreitet. Sie erhielt
diesen Namen, weil ihr meisterliche Heilkräfte zugesprochen wurden. Die Pflanze
wird mehrere Jahre alt. Sie wächst in Stauden, welche bis zu einem Meter hoch
werden und grosse Blätter mit drei gestielten dreiteiligen Teilblättern
besitzen. Die weissen Blüten sind in Dolden angeordnet. Die Pflanze ist in den
Alpen und den Pyrenäen beheimatet.
Alljährlich im Frühling sammelt Franz Herger
die Wurzeln, reinigt und zerschneidet sie. Die zerstückelte Wurzel wird
schliesslich in hochprozentigem Schnaps für einige Tage eingelegt. Nach eigenem
Rezept wird dann das gehaltvolle Konzentrat mit diversen Zuätzen nach geheimem
Rezept verfeinert, bis endlich der bekannte und beliebte Gitschener Schnaps den
richtigen, charakteristischen Geschmack aufweist. Das Produkt dient der
Appetitanregung und wird auch gegen Darm- und Bronchialkatarrh sowie gegen hohen
Blutdruck, Fieber und Schlaganfall eingesetzt.

Ein Bähnli voll Gitschener Kinder
Die
Verjüngung der Gitschener Bevölkerung geht unaufhaltbar weiter. Man erwartet im
Herbst 2004 das achte Kind auf Gitschenen! Das bedeutet, dass man ab jetzt eine
Kabine der Seilbahn mit Kindern füllen könnte.
Gipfelkreuze rund um Isenthal
Auf vielen bekannten Berggipfeln der Alpen gibt es
ein grösseres oder kleineres Gipfelkreuz. Auch rund um Isenthal steht auf
einigen Gipfeln ein Kreuz, so auf dem Schartihöreli, Uri Rotstock, Engelberger
Rotstock, Stockzahn, Brisen, Risetenstock und Gandispitz. Meist sind es lokale
Vereine oder Bergfreunde, welche Bergkreuze aufstellen und unterhalten. Die
Gipfelkreuze versinnbildlichen das Kreuz von Jesus Christus. Sie stellen somit
ein urchristliches Symbol dar und wollen dauernd an den Erlöser der Menschheit
erinnern. Die meisten Kreuze sind in einer Zeit erstellt worden, als die
Religion in der Bevölkerung eine noch viel grössere Bedeutung hatte als heute.
Damals hatten die Bewohner viel weniger Freizeit. Für das Aufstellen eines
solchen Kreuzes musste aber viel Freizeit geopfert werden, was die Ersteller
offensichtlich noch so gerne taten. Nachfolgend sollen zwei Kreuze von Isenthal
speziell erwähnt werden.
Kreuz auf Gandispitz (1996 M. ü. M.)
In der zweiten
Jahreshälfte des Jahres 1958 wurde auf dem Gandispitz das 10 Meter hohe Kreuz
mit 4.6 Meter langen Armen aufgestellt. Es war von der Firma Griesemer Altdorf
hergestellt worden. Der Ski Klub Isenthal unter dem damaligen Präsidenten Gustav
Arnold war der Bauherr. Für die Finanzierung war eine Spendensammlung im
Isenthal durchgeführt worden. Das Aufstellen des Gipfelkreuzes war mit harter
Knochenarbeit verbunden. Das Material musste von Freiwilligen vom Mittleren
Baberg auf den Gandispitz hoch getragen werden. Auch das Aufstellen des Kreuzes
erfolgte durch freiwillige Helfer unter Anleitung des Herstellers. Zur
Einweihung fand oben auf dem Gipfel ein feierlicher Gottesdienst statt. Im Jahr
1985 wurde das Kreuz im Auftrag des Ski Klubs Isenthal saniert. Dazu wurde das
Kreuz mit einem Helikopter zu Tal geflogen, dort restauriert und schliesslich
wieder auf den Berg zurück geflogen. Das Wiederaufstellen wurde wiederum mit
einem Gottesdienst oben auf dem Gipfel gefeiert. Die entstandenen Unkosten
konnten durch Spenden finanziert werden.
Kreuz auf Stockzahn (2100 M. ü. M.)

Bereits im Jahr 1951 war auf dem Stockzahn ein Gipfelkreuz aufgestellt worden.
Dieses wurde jedoch im Jahr 1964 durch einen Sturm herunter geweht. Im Jahr 1965
wurde dann das heutige Kreuz gebaut. Es wurde, wie das Kreuz auf dem Gandispitz,
auch von der Firma Griesemer Altdorf hergestellt. Es handelt sich um eine 5
Meter hohe, zylinderförmige Rundkonstruktion. Da der Gipfel nur durch Klettern
erreichbar ist, war das Hinaufbringen und Aufstellen viel schwieriger als beim
Gandispitz. Zuoberst wurde zum Überwinden der obersten Steilstufe eine Art
Materialseilbahn vom Grat zum Gipfel erstellt. Das Kreuz wurde zuerst auf
Gitschenen aufgestellt und in einem Gottesdienste gesegnet. Treibende Kräfte bei
diesem Projekt waren die Gebrüder Arnold (Schwanden / Oberalp) und Gebrüder
Bissig (Sulztal). Viele Mitglieder des Ski Klub Isenthals haben mitgeholfen, das
Kreuz aufzustellen.
Von Bissig Karl
Die Geschichte der Alp Geissboden



Im
Jahre 1844 erwarben die Brüder Joseph-Maria und Alois Gisler, welche damals auf
der oberen Bärchi wohnhaft waren, den Berg Schwybalm oder oberer Gitschenenberg
und die dazugehörige Alp Hintergitschenen oder Geissboden, inklusive das
Nutzungsrecht am sonnseitigen Sulztalerwald. Beim Berggut Schwybalm handelt es
sich um den unteren Teil des heutigen Heimwesens Kneiwies. Die Gebäude befanden
sich hinter dem Bachgraben am Anfang des steilen Landstückes unter dem
Ferienhaus der Familie Arnet. Der Stall wurde 1915 von einer Lawine zerstört und
nicht mehr aufgebaut. Das Haus, das so genannte „Basler Hüsli“, benannt nach den
langjährigen, treuen Feriengästen aus Basel, wurde 1945 ebenfalls Opfer einer
Lawine.
Da die Brüder Gisler bereits Besitzer von Berg und Alp Kneiwies waren,
diente die Alp Geissboden und Pfaffen als Oberstafel vom Kneiwies und wurde von
dort aus bewirtschaftet. So wird im Alpinspektionsbericht von 1905 die
Bestossung der Alp Kneiwies vom 8. bis 30. Juni und vom 8. bis 28. September und
jene vom Geissboden vom 1. Juli bis 7. September erwähnt. Gesömmert wurden
damals 37 Kühe, 3 Zeitrinder, 6 Maisrinder und 5 Kälber. Dazu kamen für den
Geissboden noch 35 Ziegen und 250 Schafe. Festgehalten wird auch der
Wildheuertrag von 120 Doppelzentnern. Die beiden Söhne von Alois (sein Bruder
Joseph Maria blieb ledig) Joseph und Augustin, alpten trotz durchgeführter
Teilung weiterhin gemeinsam. Beim Wegzug von Joseph im Jahre 1906 nach
Udligenswil ging dessen Besitz als Alleineigentum an Augustin. Nach dessen Tod
im Jahre 1936 wurde bei der Teilung der Geissboden zur 1921 erworbenen Egg
geschlagen und so die heutige Bewirtschaftungsgrundlage geschaffen.
Egg und
Geissboden gingen in den Besitz von Franz Gisler, der die Alp Geissboden an
seinen Bruder Josef verpachtete. Dessen Sohn Anton erwarb dann 1969 Egg und
Geissboden von seinem kinderlosen Onkel Franz und bewirtschaftete beides bis zum
Frühjahr 2000. Dann wurde das Anwesen an die jetzigen Besitzer Andrea Gisler und
Toni Jauch-Gisler übergeben.
Von Toni Jauch
Ferienhäuser auf Gitschenen - sechs Geschichten von Heimweh-Gitschenern
Familie Arnold im Schrindihaus

Ende des vorletzten
Jahrhunderts war Harry Sutter aus dem Aargau öfters auf Gitschenen anzutreffen.
Er war bei „Stini's“ im Kneiwies in den Ferien. Nach dem ersten Weltkrieg kehrte
Harry Sutter wieder ferienhalber nach Gitschenen zurück. Er hatte beruflich
Karriere gemacht und war Direktor einer Aargauer Bank. In den 20er Jahren
verbrachten die Sutter's jeweils ihre Sommerferien im Kneiwies. Mit diversen
Gesprächen konnte Harry sen. den Besitzer des Landes auf der Schrindi Stini
Gisler überreden, ihm ein Stück Land zu verkaufen. Harry Sutter wollte ein
Ferienhaus auf Gitschenen bauen. Für den arbeitsamen Bauern war dieser Gedanke
schon sehr komisch. Er konnte sich nicht vorstellen, auf Gitschenen ein
Ferienhaus zu bauen. Anfang der 30er Jahre drückte Stini dem Gast aus dem Aargau
ein Beil und Pfähle in die Hände und sagte: „Chasch ga üssteckä“. Der Aargauer
Bankdirektor ging stolz und voll Freude der Schrindi entgegen und steckte dort
den schönsten Fleck ab. Bei der Besichtigung stellte der Landbesitzer fest, dass
der eifrige Bauherr ca. 5'000 m2 abgesteckt hatte. Für den Bergbauer war dies
jedoch zuviel und sie einigten sich auf die heutige Parzellengrösse von ca.
1’200 m2.
Baumaterial alles von Gitschenen
Weder Holz aus Kanada noch Steine von
China wurden für den Bau angeliefert, nein, alles Material war von Gitschenen.
Im Winter 1934/35 wurde das Bauholz im Kneiwiesloch gefällt. Dort wurde es auch
mit einer Feldsäge verarbeitet. Anschliessend wurde das Holz mit einer
Umlenkrolle und einem Zwick vom Kneiwies-Knecht, dem Bärcheler-Kari, auf die
ebene Stelle des Kneiwiesloch gezogen. Die Feldsäge wurde später im Kneiwies
fest montiert.
Zimmermannen aus Goldau
Die Zimmermannen aus Goldau „z'Johansen“
(Auf der Maur), der Sebi und Domini (Besitzer der Feldsäge) erledigten zu
dieser Zeit alle Holzarbeiten auf Gitschenen. Sie wohnten meistens im Kneiwies
oder auf der Egg. Auf der ebenen Stelle, oberhalb des heutigen Skilift-Endes,
wurde das benötigte Holz abgebunden und für die Endmontage vorbereitet. Die
Maurerarbeiten und die Schindeln für das Schrindihaus erstellte der Stini Franz
von der Egg. In den 30er Jahren war schweizweit eine grosse Arbeitslosigkeit.
Der Lohn für einen Maurer betrug damals ca. 75 Rappen in der Stunde. Das Wasser
für das Ferienhaus bezog man anfänglich aus dem Kneiwies. Während fast 30 Jahre
war kein anderes Ferienhaus auf Gitschenen gebaut worden. Ein Reservoir von ca.
1 m3 wurde oberhalb des Schrindihauses erbaut. Das Wasser musste mit einem
Widder gebracht werden.
Erweiterung 1942
Harry Sutter jun. baute 1942 eine
zweite Wohnung und eine Hausbibliothek dazu. Er wohnte von 1942 - 1950 fest im
Schrindihaus, bis sein Sohn zur Schule musste. Ab 1950 diente das Haus wieder
ausschliesslich als Ferienhaus. Im April 1975 kaufte der Bärcheler Max das
Schrindihaus von Harry Sutter. Max Arnold kam im zarten Alter von 9 Jahren das
erste Mal nach Gitschenen. Jedoch konnte er nicht Ferien geniessen, denn er
musste sein Essen selber verdienen. 1926 - 1930 war Maxli als Knecht bei
Familie Aschwanden. Der Lohn für die Arbeit eines ganzen Sommers bestand damals
aus Kost und Logis und drei Alpkäsen. 1939 kehrte Max noch einmal für einen
Sommer nach Gitschenen zurück.
Kauf durch Max Arnold
Mit dem Kauf des Schrindihauses erfüllte sich Max Arnold einen Kindertraum. Die starke emotionale
Bindung zu Gitschenen wird nun begreiflich, wenn man bedenkt, dass Max mit 9
Jahren sein Essen selbst verdienen musste. An einem verregneten April Samstag im
Jahre 1975 trafen sich Max Arnold und Harry Sutter in der unbeheizten Stube des
Schrindihauses. Die beiden Männer waren sich des Handels bald einmal einig. Das
Haus war renovationsbedürftig. So war z.B. als WC nur ein Brett mit einem Loch
vorhanden. Die jahrelange, sanfte Renovation wurde grösstenteils durch die
Familie Arnold ausgeführt. Heute ist das Schrindihaus im Besitz der Geschwister
Arnold.
Von Stefan Arnold
Familie Heggli auf der Schrindi

Wichtige Daten:
- September 1961 Verschrieb Landkauf von Franz Gisler (375m2)
- Sommer und Herbst
1961 Bau
- Juli 1966 Zusätzlicher Landkauf von Franz Gisler (554m2)
- 1980
Erstellung Anbau mit Treppenhaus und Dusche
- November 1993 Übergang an Sigi
Heggli-Früh
- 1. Juli 1994 bis 30. September 1997 Dauervermietung an Fridolin
Gisler-Furrer
- Ab 1. Dezember 1997 Dauervermietung an Beatrice und Franz
Herger-Kieliger
- 1998 Anschluss an Kanalisation
- Mai 2002 Verkauf an Beatrice und Franz Herger-Kieliger
Bauablauf:
- Planskizzen von Hedy Heggli, Skizzen Holzbau
durch Martin Bissig, kein Architekt
- Erstellung einer Bauseilbahn von der Oberen
Egg zum Bauplatz
- Fundament erstellt durch Walter und Remigi Bissig
- Kies für
Fundament mit Steinbrecher lokal gebrochen
- Holz zugeschnitten und abgebunden
zwischen Seilbahn und Restaurant, Transport mit Handkarren zur Oberen Egg,
anschliessend mit Transportseilbahn, ganze Familie während Sommerferien aktiv
mitgearbeitet mit Übernachtungen im Massenlager des Restaurants
- Innenausbau und
Isolation durch Franz Gisler und Eltern
Wieso Gitschenen?
Grundsatzentscheid
Auto mit Wohnwagen kaufen oder Ferienhaus bauen? Viehzuchtgenossenschaft Luzern-Emmen hatte Alprechte im Sulztal und war massgeblich am Bau der neuen
Seilbahn nach Gitschenen beteiligt. Siegfried Heggli-Huber führte als
Buchhalter beim Schweizerischen Braunviehzuchtverband auch die Buchhaltung der
Viehzuchtgenossenschaft Luzern-Emmen. Daher wurde er angefragt ob er auch die
Buchhaltung der neuen Luftseilbahn machen könne. Darauf folgten einige
Wanderungen und Kurzferien im neuen Restaurant auf Gitschenen. Daraus reifte der
Entschluss zum Bau des Ferienhauses.
Spezielle Ereignisse:
Transportprobleme mit
der Seilbahn: Transport der rund 2.5m langen Chromstahlküchenabdeckung. Wurde
vertikal auf der Talseite der Kabine mit einem Seil befestigt. Meine Mutter war
mit Herd und weiterem Material in der Kabine. Beim ersten Mast wurde es
plötzlich hell in der Kabine. Die Küchenabdeckung hat oben am Mast angehängt,
das Befestigungsseil riss und die neue Küche stürzte mit der Verpackung ins
Tobel. Die Kabine fuhr schaukelnd weiter. Damals gab es noch kein Telefon in der
Kabine. Erst nach Ankunft in der Bergstation konnte meine leicht unter Schock
stehende Mutter das Vorgefallene schildern. Walter und Remigi Bissig holten noch
am gleichen Abend die Chromstahlplatte aus dem Tobel und trugen sie auf den
Schultern hoch bis zur Bergstation. Trotz leichtem Schaden versah die Abdeckung
über 40 Jahre ihren Dienst im Ferienhaus.
Anreise bei Föhnsturm: In den 60er
Jahren gab es im Winter nur zwei tägliche Postautoverbindungen von Altdorf bis
ins Dorf Isenthal. Ab Isleten war es eine sehr schmale Naturstrasse. Zu dieser
Zeit mussten wir am Samstagmorgen noch in die Schule. Die einzige Möglichkeit
ohne Auto von Zug nach Gitschenen zu kommen, war mit dem Zug nach Brunnen, zu
Fuss bis zur Schiffsstation, mit dem Mittagsschiff nach Isleten und dann zu Fuss
bis St.Jakob. Im Winter fuhren nur die kleinen Schiffe wie die Reuss auf dem
Urnersee. Die Abfahrt an diesem Samstagnachmittag wurde in Brunnen in den
Föhnhafen verlegt. Nach Verlassen des Hafens tanzte das Schiff wie eine
Nussschale auf dem Wasser. Die Wellen drangen durch alle Öffnungen ein. Mein
Kollege und ich waren die einzigen Passagiere. Auf Weisung des Kapitäns mussten
wir in der vorn unten liegenden Kajüte Platz nehmen, dem einzigen trockenen
Platz auf dem Schiff. Die Fahrt dauerte eine Ewigkeit. Schon weit vor Bauen
waren wir beide halb seekrank. Anschliessend folgte der rund zweistündige
Fussmarsch nach St.Jakob mit Skischuhen, Rucksack und den 2.15 Meter langen,
schweren Fischer Alu Steel Skiern auf dem Buckel. Diesen Aufwand für einige
wenige Fahrten mit dem kleinen, roten Skilift auf Gitschenen mit total zwei
Bügeln im Gegenverkehr und Handselbstbedienung! Dieser führte noch mit hoher
Geschwindigkeit zwischen der Seilbahn Bergstation und dem Restaurant durch, was
oft zu kritischen Situationen und einigen blauen Flecken bei verschiedenen
Beteiligten führte.
Von Sigi Heggli
Familie Kleiner auf der Schrindi

Hermine Kleiner (1893-1962) war eine unternehmungslustige Frau. Zwar drückte die
wirtschaftliche Depression 1931 immer noch auf Stimmung und Portemonnaie, doch
sie wollte mit ihrem Mann Paul August unbedingt Ferien in den Bergen verbringen.
Mit Karte und Bleistift bewaffnet machte sie sich auf die Suche nach einem Ort,
der Erholung auch für den kleinen Geldbeutel versprach. Die Bleistiftspitze
traf einen Ort ziemlich in der Mitte der Schweiz: Isenthal. Und schon war der
Brief, adressiert an „Tourismusbüro Isenthal“, abgeschickt. Natürlich gab es
weder ein Tourismusbüro noch einen Verkehrsverein, doch der Posthalter
kombinierte rasch, dass hier jemand auf der Suche nach einer Feriengelegenheit
war.
Es war noch nicht sehr lange her, dass Franz Gisler für sich und seine
Gattin Katharina Gisler-Infanger auf der Egg ein Heimet erbaut hatte (heute
leben dort Toni und Andrea Jauch). Da der Kindersegen bisher ausgeblieben war,
hatte Katharina Gisler im ersten Stock einige Gästezimmer eingerichtet. Damit
war dem Posthalter klar, an wen der Brief weiterzuleiten war.
So kamen im Sommer
1931 meine Grosseltern von Kreuzlingen nach Gitschenen, zusammen mit meinem
damals dreizehn Jahre alten Vater. Es war Liebe auf den ersten Blick. –
Praktisch zur gleichen Zeit verbrachte auch meine Mutter, damals acht Jahre alt,
ihre ersten Ferien auf Gitschenen, allerdings noch als Maria Baumgartner und
ohne meinen Vater zu kennen. Ihr Götti war Ferdinand Baumgartner, der damals die
„hintere Saagi“ besass und im Haus mit den Bärentatzen wohnte. Vermutlich durch
Heirat – Genaueres entzieht sich meiner Kenntnis – war mein Grossonkel Ferdinand
mit Dominik Bissig verwandt, so dass meine Mutter auf der „unteren Egg“ Ferien
machen konnte, zwar nicht im Stroh, aber doch im Laubsack.
Den grössten Teil des
zweiten Weltkriegs verbrachte mein Vater als Pilot auf dem Flugplatz Buochs.
Meine Mutter war eine der vier Baumgartner-Töchter der Pension „Sonnheim“. Es
kam, wie es kommen musste, und von 1945 an verbrachten meine Eltern ihre Ferien
gemeinsam auf der Egg. Als ich drei Jahre alt war, im Winter 1949/1950, durfte
ich zum ersten Mal meine Grossmutter nach Gitschenen begleiten, um einmal
richtig Schnee erleben zu können. Dies waren die ersten von vielen, vielen
Ferientagen bei „Tante Trini“ und „Vetter Franz“.
1960 stellte sich meinen
Eltern die Frage, wo ihr Sohn Paul die Mittelschule besuchen solle. Da dies in
Kreuzlingen damals noch nicht möglich war, war der Entschluss rasch gefasst,
mich in ein Kollegium zu stecken, und wegen unserer Beziehungen zum Isenthal war
das Kollegium Karl Borromäus in Altdorf natürlich erste Wahl. Pater Hugo
schickte mich auch öfters nach Isenthal, aber nicht, weil er meine Geschichte
kannte, sondern weil Isenthal neben Unterschächen ein beliebtes Strafmarsch-Ziel
war. In den Sommerferien 1963 und 1964 absolvierte ich meinen „Landdienst“ bei
Vetter Franz. Damals gab es noch keine Schilter oder Motor-Mähmaschinen, so dass
die Arbeit zwar hart war, aber immer auch viele Hände und auch einige hübsche
Gesichter beim Heuen behilflich waren, so dass die Arbeit zwischenhinein auch
durchaus Vergnügen bereitete.
1963 kaufte mein Vater eine Landparzelle auf der Schrindi, unmittelbar westlich vom „Schrindihus“ Harry Sutters. Da er von Beruf
Bauingenieur war, erstellte er selber die Pläne für ein Ferienhaus, das dann
1964 gebaut wurde. Für die Maurerarbeiten engagierte mein Vater Hans Bissig,
Seedorf, und als Zimmermann Martin Bissig, Seedorf. Die Schreinerarbeiten wurden
durch Ernst Bissig, Isenthal, ausgeführt. Die sanitären Anlagen stammen von Leo
Arndt, Flüelen, und das Dach über dem Kopf von Alois Aschwanden Söhne, Altdorf.
Während des Baues hat mein Vater vor Ort als Bauleiter gewirkt und selber
kräftig Hand angelegt. Und wenn das Wetter schlecht war und wir nicht Heuen
konnten, war auch für mich genügend Arbeit vorhanden: Wände mit Steinwolle
isolieren, das Täfer anbringen, Decken und Böden einlegen usw. Während man mich
vermutlich eher zur Arbeit drängen musste, hatten wir unsere liebe Mühe, den
Arbeitseifer meines Bruders Christoph zu bremsen. Aber mit sieben Jahren hat man
eben noch ein unverkrampftes Verhältnis zur Arbeit … Das Material wurde von der
Seilbahnstation auf einem alten Vierrad-Anhänger zu einer Transport-Seilbahn
gekarrt. Diese bestand aus einem Tragseil, das durch einen Masten vorne beim „Rüteli“
– den Gaden gibt es heute nicht mehr – genügend ab Boden gehalten wurde, und
einem Tragkorb, der mit zwei Rollen dem Tragseil entlang geführt wurde. Am
oberen Ende war die Seilwinde von Vetter Franz aufgestellt, mit welcher der
Tragkorb nach oben gezogen wurde. Das Zugseil glitt dabei über den Boden. Da
man von der Seilwinde aus das untere Ende des Transportseils nicht sehen
konnte, gab man unten „Signal“, indem man mit einem Knebel kräftig auf das
Tragseil schlug, so dass sich eine Welle nach oben fortbewegte.
Der Bautransport
war eine Attraktion für die Kinder, die in jenem Sommer bei Tante Trini in den
Ferien waren. So kam es, dass Röbi Weller oben vor der Seilwinde sass, und unten
eines der Kinder Signal geben wollte. Da die Schläge aber das Seil nicht von
oben, sondern seitlich trafen, breitete sich eine horizontale statt eine
vertikale Welle fort, so dass das Tragseil aus seiner Halterung beim Masten
sprang und auf dem Boden auflag. Vetter Franz bemerkte dies aber nicht, sondern
stellte lediglich das Abfahrtssignal fest und begann, den Transportkorb nach
oben zu ziehen. Nach kurzer Fahrt berührte dieser den Boden und hängte sich wie
ein Anker ein. Die Seilwinde wurde mit einem Ruck nach vorne gerissen – und
stürzte auf Röbi Weller. Das Entsetzen aller Umstehenden war riesig – bis der
kleine Röbi, zwar bleich, aber unverletzt, unter der Seilwinde hervorgekrochen
kam. Zwei grosse Steinblöcke hatten als Stützen gewirkt und verhindert, dass
Röbi erdrückt wurde … An jenem Abend stiegen wohl etliche Dankesgebete gegen den
Himmel.
Nach dem Tod meines Vaters im Jahr 1985 haben mein Bruder Christoph und
ich das Ferienhaus übernommen. 1988 liessen wir es von Josef Imholz,
Schwarzwald, schindeln. Letztes Jahr haben wir die elektrischen und die
sanitären Installationen erneuert. Und zwischen dem Kleiner-Ferienhaus und dem
Arnold-Schrindihus steht neuerdings kein Zaun mehr – damit Bernadette
Huwyler-Arnold und ich etwas weniger Arbeit beim gemeinsamen „Hagen“ haben.
Von
Paul Kleiner
Familie Arnet im „Flüeblüemli“

Meine erste Begegnung mit
Gitschenen geht auf das Jahr 1956 zurück. Eigentlich begann alles mit einem
Zufall. Im Sommer 1955 war unsere Familie in einem schönen Ferienhaus auf dem Stoos. Weil es uns sehr gut gefallen hatte, wollten wir eigentlich auch 1956
wieder dort unsere Ferien verbringen. Leider war die Ferienwohnung bereits
besetzt. Es wurde uns dann eine Ferienwohnung im Isenthal empfohlen. Mein Vater
war damals Bahnhofvorstand in Cham. Deshalb hatten unsere Eltern auch nie ein
Auto. Unsere Reise ins Isenthal war somit ziemlich kompliziert: Mit der SBB nach
Flüelen, weiter mit dem Schiff nach Isleten, mit dem Postauto bis Isenthal und
zu Fuss nach St. Jakob erreichten wir eine abenteuerlich anmutende Holzkiste,
die sich Seilbahn nannte. Trotz mulmigen Gefühl stiegen wir in diese „Holzkiste“
und landeten wohlbehalten auf Gitschenen. Im Haus von Gusti Bissig-Bär auf der
Egg (heutiger Besitzer Josef Aschwanden) verbrachten wir herrliche Ferientage.
Ich als 3 jähriger Bub erinnere mich noch heute an unsere netten Gastgeber –
Gusti mit dem mächtigen grauen Bart und seine freundliche Frau. Vor allem tief
in meiner Erinnerung eingeprägt hat sich das „Plumpklo“, welches ausserhalb des
Hauses in einem Anbau untergebracht war. Das WC (dieser Name war damals
eigentlich gar nicht zutreffend, denn von WC = Water Closet war man dannzumal noch
weit entfernt!) bestand aus einem Holzbrett mit einem riesigen Loch. Weil der
Durchmesser dieses Loches etwa dem dreifachen meines „Querschnittes“ als
Dreijähriger entsprach, hatte ich immer höllisch Angst, in dieses Loch zu
plumpsen und in der Gülle elendiglich zu ersaufen. Trotzdem waren es sehr schöne
Ferien auf Gitschenen.
Eines Tages wanderten wir auf einen Hügel inmitten der
Gitschener Alp. Mein Vater war sofort begeistert von der herrlichen Aussicht und
der Ruhe an diesem Ort. Spontan kam ihm der Gedanke, genau an dieser Stelle ein
Haus zu bauen. Diesen Gedanken muss er dann irgendeinmal laut ausgesprochen
haben. Auf jeden Fall trat Josef Aschwanden auf meinen Vater zu und meinte,
diesen Steinhügel würde er sofort verkaufen. Bereits ein Jahr später, am 18.
Oktober 1957 kaufte mein Vater für Fr. 1000.- den obersten Teil des Hügels (876
m2), der im Besitz von Josef Aschwanden war. Schon damals haben die Notare am
Landkauf mitverdient. Aus den von meinem Vater fein säuberlich in einem Heft
notierten Angaben geht hervor, dass die Verschreibung des Notars Muheim (der
spätere Urner Ständerat!) Fr. 140.- kostete. Dies sind immerhin 14% des
Kaufpreises!
Bereits im Herbst 1957 wurde mit dem Aushub begonnen. Dies war eine
willkommene Beschäftigung für einige Gitschener Bauern und Älpler. Das Haus
selber wurde dann im Jahr 1958 errichtet. Dank dem Steinbrecher von Vater Imholz
konnten die Steine vor Ort zu Kies gemahlen und für die Grundmauern verwendet
werden. Für den Materialtransport von der Bergstation der ebenfalls in diesem
Jahr neu errichteten Luftseilbahn Gitschenen zum Ferienhaus wurde eine
provisorische Seilbahn errichtet. Zeugnis davon waren lange Zeit noch einige
abgeschnittene Äste von mehreren Tannen auf dem Hügel. Mein Vater konnte mit
Martin Bissig einen tüchtigen Zimmermann beschäftigen. Die Pläne für die
Raumaufteilung des Hauses stammten von meinem Vater, welcher auch sehr viel
Arbeiten (Malen, Boden verlegen, kleinere Holzarbeiten etc.) selbst erledigte.
Ich selber erinnere mich, dass wir einige Male zu Fuss vom Dorf Isenthal nach
St. Jakob unterwegs waren - in einer Hand einen grossen Farbkübel, in der
anderen Hand den Koffer mit unseren persönlichen Sachen. (Heute kann man sich
dies kaum mehr vorstellen, wenn man mit dem Auto bequem bis zur Talstation
fahren kann.) Ich habe unseren Vater immer bewundert, wie er ohne Architekt und
trotz beschwerlicher Anreise dieses schöne Haus an wunderbarer Lage gebaut hat.
Seine spontane Idee von 1956 war bereits zwei Jahre später realisiert.
Aus den
Aufzeichnungen meines Vaters geht hervor, dass das ganze Ferienhaus dank vielen
Eigenleistungen nur Fr. 42’000.- gekostet hat. (Dieser auf den ersten Blick
kleine Betrag entspricht unter Berücksichtigung der Lohnsteigerungen seit 1958
dem Betrag von rund Fr. 350'000.- gemäss heutiger Kaufkraft!). Später wurde das
Grundstück des Ferienhauses noch vergrössert. Im Jahre 1962 hat mein Vater von
Alois Gisler, Kneiwies noch 2'400 m2 Land erworben. Somit umfasst das heutige
Grundstück den gesamten oberen Teil des Hügels inklusive die grossen Tannen.
Dies entspricht beinahe der Fläche einer Jucharte.
Weil im Jahre 1958 noch keine
Wasserversorgungsgenossenschaft auf Gitschenen existierte, hat mein Vater selber eine Quelle erschlossen. Ein Knecht von Josef Aschwanden wusste, dass
irgendwo auf dem gegenüberliegenden Hang des Risetenstocks eine Quelle sein
musste. Nach langem Suchen wurde die Quelle gefunden. Jetzt war aber Augenmass
gefragt. Mein Vater war der Überzeugung, dass der Standort der Quelle etwas
höher liegt als das Haus. Der Knecht von Aschwanden meinte jedoch, dass ohne
Pumpe das Wasser nicht zum Haus fliesse. Zum guten Glück hatte mein Vater recht.
Es reichte tatsächlich bis zum Erdgeschoss, aber im1. Stock des Ferienhauses
wäre das Wasser nicht geflossen.
Die schöne Lage des Ferienhauses führte dazu,
dass viele Leute das Haus mieten wollten. Bereits 1960 wurde das Ferienhaus zum
ersten Mal vermietet – vor allem an Verwandte und Bekannte. Die ersten „fremden“
Mieter war die Familie Müller-Marzohl aus Luzern. Vom 25. Februar bis 5. März
und vom 29. Juli bis 1. September 1962 wurde das Haus für Fr. 12.- pro Tag an
die Familie Müller-Marzohl vermietet. Auch 1963 verbrachte Familie
Müller-Marzohl ihre Ferien auf Gitschenen. Dieser Ort hat ihnen offenbar so gut
gefallen, dass sie 1964 selber ein Ferienhaus bauten. Somit wurden unsere
ersten Mieter nun zu unseren Nachbarn. Weil das Ferienhaus von Alfons
Müller-Marzohl etwas tiefer liegt, konnten sie ebenfalls unsere Wasserquelle
nutzen.
Mein Vater war immer vielseitig interessiert. Im Jahre 1964 wurde er
pensioniert. Als Rentner fand er nun vermehrt Zeit, sich seinem Hobby – der
Bienenzucht - zu widmen. Auch auf Gitschenen baute er zusammen mit dem bewährten Zimmermann Martin Bissig ein kleines Bienenhaus. Trotz der relativ
kurzen Trachtzeit von Juni bis zum Heuen Mitte Juli waren die Bienen jeweils
sehr fleissig. Der Honigertrag auf Gitschenen war qualitativ (goldgelber, heller
Blütenhonig) und auch quantitativ immer besser als bei seinen Bienenvölkern im
Kanton Zug. Nach dem Tod meines Vaters im Jahre 1978 „musste“ ich die Bienen
betreuen. Meine Begeisterung für das Imkern hielt sich aber in Grenzen, so dass
ich nicht unglücklich war, dass nach rund 15 Jahren – Mitte der 90er Jahre – die
Bienen den Winter nicht überlebten. Gegenwärtig ist im Bienenhaus ein „wildes“
Volk einquartiert. Der vor einigen Jahren zugeflogene Bienenschwarm fühlt sich
offenbar wohl, denn er hat bis heute überlebt. Weil nun kein „böser Mensch“ den
Bienen ihren Honig stiehlt und mit Zuckerwasser ersetzt, muss das Naturvolk
selber genug Vorräte für den Winter bzw. den Brutaufbau im Frühling sammeln. Die
Redewendung „ohne Fleiss kein Preis“ zeigt sich nun darin, dass wir keinen
Gitschener Berghonig mehr ernten können.
Seit dem Tod unserer Mutter im Jahre
1995 ist das Ferienhaus im Besitz der Erbengemeinschaft Arnet. Neben Personen
aus unserer Verwandtschaft haben auch immer wieder Mieter wunderschöne Tage im
Ferienhaus „Flüeblüemli“ auf Gitschenen verbracht. Von unzähligen schönen
Erinnerungen zeugen insgesamt vier vollgeschriebene und teilweise illustrierte
Gästebücher. Im Jahr 1998 wurde das Ferienhaus umgebaut. Ein neues grösseres
Badezimmer, Holztäferungen im ersten Stock, die gesamte Erneuerung der
Elektroanlagen und auch neue Betten haben den Komfort wesentlich gesteigert. Als
„Generalunternehmer“ und Allround-Handwerker leistete Franz Herger eine tolle
Arbeit. Das Ferienhaus „Flüeblüemli“ ist im Internetauftritt von Gitschenen zu
finden: http://www.gitschenen.ch/ferienhaus.htm.
Von Beat Arnet
Familie
Müller auf der Alp

1923 wurden Elsbet Marzohl in Altdorf und Alfons Müller in
Flüelen geboren. Obwohl die Familie von Elsbet schon bald nach Luzern umzog,
blieb ihr der Kontakt in den Kanton Uri erhalten, nicht zuletzt dank der
Verwandtschaft. In den Jahren 1932 und 1934 konnte Elsbet mit ihrer Cousine Migi
Muheim für ein paar Tage in die Ferien auf die Egg / Gitschenen zu „Tante Trini“
und „Vetter Franz“.
Im Jahr 1941 organisierte der Cousin von Elsbet, Alois
Muheim, ein Jungwacht Ferienlager auf Gitschenen. Die 25 Jungen, darunter Alfons
als Hilfslagerleiter, logierten im „Basler Hüsli“ (siehe „Grass auf der Schrindi“).
Elsbet Marzohl wurde als Köchin engagiert. Zwischen dem Hilfslagerleiter und
der Köchin „funkte es“, 1952 wurde geheiratet und der Ehe entsprangen die Kinder
Christof (1954), Lukas (1956), Eva (1958) und Dominik (1961).
Die junge Familie
verbrachte fortan ihre Ferien zu einem grossen Teil auf Gitschenen. 1960
logierte die Familie während den Sommerferien im „Gusti Haus“ (unterhalb des
Gasthauses, heute im Besitz von Josef Aschwanden). Die Kinder hatten Keuchhusten
und man meinte, ein verlängerter Aufenthalt würde einer Heilung förderlich sein.
1962 und 1963 verbrachte die Familie ihre Sommer- und Winterferien im „Arnet
Haus“. Elsbet und Alfons hatten an Gitschenen absolut ihr Herz verloren. Sie
fühlten sich mit der Alp so sehr verbunden, dass sie sich 1963 entschlossen,
dort oben ein Heim zu bauen. Der wunderschöne Standort auf einem über Gitschenen
thronenden Kalksteinhügel war „leider“ schon mit einem Haus belegt (Haus
Arnet). Aber ein paar Meter daneben ist es auch wunder-schön und es konnte dort
von Familie Aschwanden das benötigte Land für einen Neubau erworben werden.
Finanziell gesehen herrschten für Müllers etwa die gleichen Verhältnisse, wie es
Beat Arnet in seinem Bericht oben für ihn schildert. Nur dank den damals eher
günstigen Landpreisen sowie unendlich viel Eigenarbeit war es überhaupt
möglich, dass gebaut werden konnte.
Architekt war Ferdinand Maeder (er plante
ebenso die Betrufkapelle). Maurer Quaderer aus Altdorf führte die
Maurerarbeiten aus. Die Gebrüder Arnold Isenthal leisteten eine hervorragende
Zimmermann- und Schreinerarbeit. Deschwanden Altdorf deckte das Dach.
Alfons
grub zusammen mit Paul Kleiner (siehe „Kleiners auf der Schrindi“) eigenhändig
den 300 m langen Graben für die Wasserzuleitung zur Quelle vom Ferienhaus Arnet,
wo man sich „anhängen“ durfte. Die Grabarbeiten dauerten nicht nur wegen
ungünstigem Wetter länger als geplant, sondern auch weil diverse Rindviecher
immer wieder versuchten, den Graben verfrüht zuzuschütten. An Weihnachten 1963
war das Haus im Rohbau fertig. Gleich nachdem die im Rohbau brütenden Vögel im
Frühling 1964 ausgeflogen waren, wurden die Fenster eingebaut und bald darauf
war das neue Haus bezugsbereit.
Fortan ist die Familie wenn immer möglich in ihr
neues Heim hoch gekommen. Und es sind über all die Jahre auch laufend viele
Verwandte, Freunde und Bekannte mit nach oben gekommen. Zusammen geniesst man
immer und immer wieder die schöne Umgebung und die Ruhe, die Blumen, die Tiere,
das Wetter und den Schnee. Alfons und Elsbet verlegten jeweils im Sommer ihr
Domizil für mehrere Wochen ganz nach Gitschenen. Alfons konnte sich dort oben
immer gut von seinem beruflichen Stress erholen.
1995, 1997 und 2003 wurden mit
Hilfe der Familien Franz Herger, Otto Aschwanden und Meinrad Imholz grössere
Renovations- und Umbauten vorgenommen. Und 1996 wurde das Haus an die Kläranlage
Isenthal angeschlossen.
1997 verstarb Alfons. Das Haus war kurz
zuvor von Christof und Isabelle Müller-Duvoisin übernommen worden.
Von Elsbet Müller-Marzohl
und Christof Müller-Duvoisin
Familie Grass im „Basler Hüsli“

Im Sommer 1927 kam
Gritli Wahler als damals 9 Jährige das erste Mal mit ihren Eltern und den 4
Schwestern auf die Gitschenen. Dort verbrachten sie die ganzen Sommerferien im
„Basler Hüsli“ bei der Familie Gisler.
1938 konnte dann auch Albi Grass als
Verlobter von Gritli das erste Mal die schöne Bergwelt von Gitschenen geniessen.
Im Winter von 1945 riss leider eine Staublawine das geliebte „Basler Hüsli“ weg
(der Stall vom „Basler Hüsli“ wurde im Winter 1915 ebenso von einer Lawine
weggerissen). Nach ihrer Hochzeit konnten Albi und Gritli dann vorübergehend
bei der Familie Augustin Gisler in der Schwändi die Ferien verbringen. Auch
Tochter Lilly durfte in diesem Jahr das erste Mal als 1/2 Jährige dabei sein.
1947 waren die Gritli und Albi glücklich, weil sie wieder auf ihre geliebte
Gitschenen zurück konnten. Bei der Familie Harald Suter bekamen sie die
Ferienwohnung im „Schrindi Haus“.
1950 kam Sohn Roland auf die Welt und durfte
auch als ganz kleiner Bub die Gitschenen geniessen. Leider verstarb er im Jahr
1973 viel zu früh als junger Mann.
Schöne Zeiten hatten wir im „Schrindi Haus“
verbracht. Aber leider war ab 1958 das „Schrindi Haus“ nicht mehr das ganze Jahr
verfügbar. Also zogen wir wieder einmal um. Bei der Familie Alois Gisler im
„Kneiwies“ war ab sofort unsere neue Heimat. Für die Kinder war das herrlich,
dort hatte es immer genügend Kinder zum Spielen. 1963 kauften Albi und Gritli
Grass ein Stück Land von Alois Gisler in der Hoffnung, einmal etwas Eigenes
aufbauen zu können.
1969 kam dann Schwiegersohn Peter Rensch dazu. Auch er blieb
an der Gitschenen hängen.
1974 im Dezember kam Silvio Rensch auf die Welt.
1975
mit ca. 3 Monaten konnte Silvio das erste Mal in der Baby-Tasche bei Schneesturm
die Gitschenen entdecken. 1976 war es soweit, das „Grass Häuschen“ wurde
gebaut. Es heisst zum Andenken an die früheren Zeiten auch „Basler Hüsli“.
Von
Gritli Grass und Lilly Rensch-Grass
Familie Wick beim Bergseeli

Am 8.
Januar 1961 kaufte Johann Ammann, Vorarbeiter in der Papierfabrik Cham, vom
Landwirt Alois Gisler, Kneiwies, die Bauparzelle No.359, auf der heute das
Ferienhaus steht. Damals war die Wassergenossenschaft zwar gegründet, doch die
Projektierung und Erstellung der Installationen zog sich längere Zeit dahin.
Ergänzungen des ersten Projektes sind bis zum Jahre 1965 festzustellen.
Bemerkenswert im Kaufvertrag war daher das Recht des Käufers, sein Trinkwasser
vom Stallbrunnen im Kneiwies solange zu beziehen, bis die Wasserversorgung auch
für das Kaufgrundstück erstellt war. Auffällig im Vertrage ist auch die
Gewährung eines Zugangsrechtes des Käufers vom öffentlichen Weg zum Schwalmis.
Gleichzeitig mit der Bauparzelle ging auch das Seeli an den Käufer über.
Vertragsnotar war Dr. A. Christen, der heute in Altdorf lebt und über 102 Jahre
zählt.
In der Folge errichtete Johann Ammann das heutige Ferienhaus. Er war ein
begabter Handwerker und half am Hausbau tatkräftig mit. Bekannt wurde er später
durch seine Masken-Schnitzereien, die lange Jahre die Hagpfosten zierten. Als
besonderes Ereignis während der Bauzeit ist ein heftiges Sturmwetter zu
erwähnen, dessen Böen das Hausdach aus der Verankerung rissen und, gemäss der
Erinnerung von Seilwart Walter Bissig sel., 50 Meter weit über den Weg in die
benachbarte Matte wegtrugen. Im Sommer vermietete Johann Ammann die Wohnung
meistens an Ferienleute und begnügte sich mit einem Schlafzimmer und einer
Behelfsküche im Erdgeschoss. Altershalber und vorab auf Wunsch seiner Ehefrau,
die unter den kalten Wintern mit den damals nicht gepfadeten Wegen litt, trug er
sich seit den Siebziger-Jahren mit dem Gedanken, sein Haus zu verkaufen und
seinen Wohnsitz ins Unterland zu verlegen.
Am 1. Juli 1972 ging er einen
Verkaufsvertrag ein und am 11. Juli. 1975 verkaufte er Haus und Seeli mit
Besitzantritt 1. September 1975 mit allen Rechten und Pflichten definitiv dem
Unterzeichneten. Zu Gunsten eines Freundes behielt er sich während drei Jahren
das Fischer-Recht im Seeli vor. Ohne in der Raumeinteilung etwas zu ändern wurde
alsdann die Wohnung mit Hilfe ansässiger Firmen renoviert und die sanitären
Installationen auf den neuesten Stand gebracht. Seither ist mir Gitschenen ein
sehr geschätzter Aufenthaltsort geworden, sei es wegen der beeindruckenden
Landschaft, sei es aber auch besonders wegen den entfernteren Nachbarn, die
meine Familie wohlwollend in den Kreis der Gitschener aufgenommen haben.
Von Dr.
Karl Wick
Alpenmode Nachrichten
Am 22.
August 2004 fand das „Eidgenössische Schwing- und Älplerfest“ in Luzern statt.
Es war für „Alpenmode“ eine riesige Freude und Ehre, dass sie die Ehrendamen mit
Kleidern ihrer Kollektion bekleiden durfte. Sie präsentierten sich vorzüglich.
Die für ein Schwing- und Älplerfest neuartige, aber hoch elegante Bekleidung und
der erfrischende Auftritt der ganzen Gruppe haben oft zu spontanem Applaus in
den Zuschauerrängen geführt. Das Sportmuseum in Basel war so begeistert von den
Ehrendamenkleidern, dass es ein Kleid-Exemplar für Ausstellungszwecke verlangt
hat!


Verwirrte und entzückte Besucher auf
Gitschenen
Eine Statue vom legendären
Volksmusikanten Rees Gwerder entzückte und verwirrte (weil so natürlich gemacht)
die Besucher Gitschenen’s im Sommer 2004. Die Figur wurde von Bärbel Kolberg
(Kunst aus Beton) hergestellt.

Viele aus Stahl gefertigte Tierfiguren von
François und Karin Steinauer aus Bauma waren eine Saison lang um das Gasthaus
herum friedlich und leise am Grasen. Auch sie begeisterten die Besucher.

Wenn du nach 1978 geboren wurdest...
Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts
mit dir zu tun.... Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70 Jahren lebtest,
ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten! Als
Kinder sassen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere
Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben vol-ler Blei und Cadmium. Die
Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie
die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung
für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Wir tranken
Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.
Wir bauten Wagen aus
Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir
die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.
Wir
verliessen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und
mussten erst zu Hause sein, wenn die Strassenlaternen angingen. Niemand wusste,
wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!
Wir haben uns
geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es
waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld ausser wir selbst. Keiner fragte nach
„Aufsichtspflicht“ . Kannst du dich noch an „Unfälle“ erinnern? Wir kämpften und
schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es
interessierte den Erwachsenen nicht.
Wir assen Kekse, Brot mit dick Butter,
tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Ausnahmen bestätigen die
Regel! Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an
den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64
Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer,
Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde.
Wir gingen einfach raus und trafen sie
auf der Strasse.
Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten.
Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin
und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner
holte uns... Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken
und Tennisbällen. Ausserdem assen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen
nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den
Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.
Beim Strassenfussball
durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit
Enttäuschungen klarzukommen.
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere.
Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu
emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
Unsere
Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich
verstecken.
Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstossen hat, war klar, dass
die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren
der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
Unsere Generation hat eine Fülle
von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft
hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit
alldem wussten wir umzugehen
Und du gehörst auch dazu. Herzlichen Glückwunsch!
Autor unbekannt, aus dem Internet
Der intelligente, reformbewusste Landwirt
Im Märzen der Bauer den Traktor anlässt,
und spritzet sein Äckerlein heftig und
fest
kein Räuplein, kein Würmlein das Gift überlebt
dem Vöglein im Walde das Mäglein sich dreht.
Im Sommer der Bauer die Säcklein entleert
und dünget die
Früchte von denen man zehrt
er weiss wie man dünget, man sagt ihm ja wie
mit
Mitteln der chemischen Industrie.
Im Herbst dankt der Bauer der Tiermedizin
die
Milch wird nicht sauer dank Penizillin
die Schweine sind fettarm und lang wie
noch nie
zum Ruhm und zur Ehre der Tier-Pharmazie.
Im Winter der Bauer sein
Check-Büchlein nimmt
mit Frau und den Kindern den Mercedes erklimmt
er fährt in
die Stadt, er ist ja nicht dumm
und kauft im Reformhaus - er weiss schon warum.
Last Update:
29.12.2010
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